Marktausblick: Wird die Fed die Zinsen senken?

XTB: Noch vor vier Monaten hatte die Fed die Zinsen angehoben und es schien so, als wären für 2019 weitere Anpassungen vorgesehen. Zum jetzigen Zeitpunkt beginnen an den Märkten jedoch einige Spekulationen darüber, dass die Zinsen bereits in dieser Woche gesenkt werden könnten. Warum sollte die Fed einen solchen Schritt in Betracht ziehen und wie könnte man ihn mit dem nahe an Mehrmonatshochs liegenden US-Dollar verknüpfen?

In dieser Analyse gehen wir auf diese Probleme ein.

 

CHANCE FÜR ZINSSENKUNG BIS DEZEMBER LIEGT BEI 65%
Die Weltmärkte waren Ende letzten Jahres von Verlangsamungsängsten betroffen, haben sich aber seitdem erholt, getragen von Handelsgesprächen und der Überzeugung, dass sich das globale Wirtschaftswachstum erholen würde. Wie rechtfertigt das also die Erwartungen an eine Zinssenkung? Die Realität ist, dass sich die Märkte zwar erholten, die Wirtschaft aber nicht. Ja, das Wachstum lag bei soliden 3,2% in den USA, wurde aber durch Lagerbestände und Importrückgänge begünstigt.

In der Zwischenzeit bleiben die Daten zur Geschäftstätigkeit schwach.

Reicht das aus, um jetzt die Zinsen zu senken, obwohl der US-Arbeitsmarkt weiterhin stark ist? Die Fed ist nicht frei vom politischen Druck, das haben wir in diesem Jahr bereits gesehen. Die US-Präsidentschaftswahlen finden im Herbst 2020 statt, und wenn die Fed die Wirtschaft vor diesem Datum stützen will, müsste die Senkung eher früher als später erfolgen.

 

 

 


 

Die Märkte sehen hohe Chancen für eine Zinssenkung in diesem Jahr. Quelle: Bloomberg

 

 

WIRD SICH DER US-DOLLAR DEN ANLEIHERENDITEN ANNÄHERN?
Am Devisenmarkt wirken sich steigende Chancen für eine Zinssenkung in der Regel nachteilig auf die Währung aus. Inzwischen liegt der USDIDX (US-Dollar-Index-basierter CFD) nahe eines 22-Monatshochs. Warum ist dies der Fall? Als erster Grund wird die Liquiditätsverknappung in den USA genannt. Zum anderen die Tatsache, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen außerhalb der USA noch schwächer sind.

Es ist jedoch schwer zu ignorieren, dass sich eine abweichende Renditedifferenz der Anleihen auf wichtige Währungspaare wie EURUSD oder USDJPY auswirkt. Wir sehen, dass die dovischen Erwartungen die US-Renditen schneller sinken ließen (nicht zuletzt, weil sie anfangs höher waren), während der Dollar dem nicht folgte.

Könnte dies nach der FOMC-Sitzung geschehen?

Der EURUSD ging in den vergangenen Monaten trotz einer stabilen 10-jährigen Anleihedifferenz zurück. Quelle: Bloomberg, XTB Research

 

 

 


 

 

 

US-DATEN ENTSCHEIDEND FÜR DEVISENAUSBLICK
Es herrscht die weit verbreitete Erwartung, dass die US-Notenbank bei dem Treffen dovisch sein wird. Es könnte jedoch noch zu früh sein, um die Zinsen zu senken oder gar anzukündigen, zumal einige Daten (vor allem der Arbeitsmarkt) solide bleiben. Für die Fed könnte es sinnvoll sein, die Wirtschaftsberichte etwas länger zu beobachten.

In den nächsten Tagen werden genau drei solcher Berichte veröffentlicht werden: ISM-Herstellungsindex (Mittwoch), NFP-Bericht und ISM-Dienstleistungsindex (Freitag). Schwächere Bedingungen könnten die Erwartungen an Zinssenkungen in den USA erhöhen.

 

TECHNISCHE SITUATION: USDIDX
USDIDX handelt seit vielen Monaten innerhalb eines breiten bullischen Trendkanals. Während der Markt ein 22-Monatshoch erreichte, machte er mit einer doppelten „Spinning-Top”-Formation eine Kehrtwende.

Die erste wichtige Unterstützung ist bei 96,50 sowie der unteren Grenze der breiten Konsolidierung bei 94,80 zu sehen.

Der Widerstand liegt auf dem jüngsten Hoch, knapp über 98.

 

 

 

Die jüngsten Höchststände wurden mit einer doppelten „Spinning-Top”-Formation verworfen. Quelle: xStation 5

 

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