Marktkommentar: S&P 500 erlebte zweitschwächsten Tag des Jahres

XTBAm Dienstag hatte die Wall Street mit Kursrückgängen zu kämpfen, da Zweifel hinsichtlich eines ernsthaften Fortschritts beim Handelsstreit zwischen den USA und China aufkamen. US-Wirtschaftsberater Lawrence Kudlow sagte, dass die für nächste Woche geplanten Verhandlungen “sehr, sehr wichtig” als auch “entscheidend” seien. Andererseits könnte eine am Donnerstag stattfindende Gesetzgebung im Senat für Hoffnungen sorgen, um endlich die Stilllegung der US-Regierung (“Government Shutdown”) zu beenden. Des Weiteren unternimmt die chinesische Notenbank (PBOC) eine wachstumsfördernde Maßnahme, indem sie den inländischen Banken weitere Liquidität in Höhe von 38 Mrd. USD gewährleistet.

Der marktbreite S&P 500 fiel um 1,42% auf 2,643 Punkte und kehrt damit in die Unterstützungszone im Bereich von 2.600 bis 2.650 Punkten zurück. Diese stellte in den vergangenen zwei Wochen die erste große Hürde für Käufer dar. An den asiatischen Aktienmärkten waren die Reaktionen am Mittwoch insgesamt gemischt.

 

 

Die zurückgehende Risikobereitschaft belastete heute die 10-jährigen US-Anleiherenditen (2,739%) und der Goldpreis (1.285 USD) gewann gestern an Attraktivität. Daher besteht die Chance, dass das Edelmetall seinen Aufwärtstrend fortsetzt. GBP profitierte wiederum von Anzeichen einer möglichen Verlängerung des Brexit-Termins (Artikel 50) sowie eines überraschenden Anstiegs des britischen Lohnwachstums von 3,3% auf 3,4% im Jahresvergleich (November).

Dies könnte die Bank of England theoretisch dazu veranlassen, eine Zinserhöhung in Erwägung zu ziehen, allerdings dürfte von den Zentralbankern eher eine zurückhaltende Haltung zu erwarten sein, zumindest bis der EU-Austritt Großbritanniens geklärt ist. Das britische Pfund wertete gegenüber der US-Währung um ca. 0,5% auf und könnte einen erneuten Test des 200er EMA im D1-Chart wagen.

 

 

Das kontrovers diskutierte Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2, dass Deutschland und Russland verbinden soll, gerät aufgrund der jüngsten Drohungen aus den USA wieder in den Vordergrund. Laut einem Schreiben des US-Botschafters Richard Grenell könnten für an dem Projekt beteiligten Unternehmen (auch deutsche) Sanktionen bevorstehen.

Der deutsche Wirtschafts- und Energieminister Peter Altmaier behielt eine starke Haltung und sagte, dass sich die Bundesregierung von den Drohungen nicht einschüchtern lasse. Gleichzeitig signalisierte er aber auch Gesprächsbereitschaft beim Thema US-Gasimporte.

Ansonsten war bei den ZEW-Konjunkturerwartungen für Januar ein leichter Anstieg von -17,5 auf -15 Punkte zu beobachten. Seit November ist zwar eine leichte Aufwärtstendenz zu beobachten, aber mit der heutigen Veröffentlichung weist der Frühindikator den zehnten Monat in Folge einen negativen Wert auf.

Der DE30 eröffnet am Mittwoch höher, gerät aber im frühen Handel unter Druck und nimmt einen Test der 11.000 Punkte-Marke vor.

 

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