Marktlage: Nach Fed-Zinsentscheidung warten die Anleger auf Signale aus Japan

XTB: USA: Da hatten sich viele US-amerikanische Anleger auf eine belebende Börsenparty gestern an der Wall Street eingestellt. Doch was sie schlussendlich erlebten, kam eher einem banalen Kaffeekränzchen gleich. Beim abermaligen Nullsummenspiel blieb die Uhr im Dow-Jones-Index von 30 Standardwerten bei 18.472 Zählern und einem Hauch von Nichts mit minus 0,01% stehen. Der marktbreite Standard & Poor 500-Index endnotierte 0,12 Prozentpunkte tiefer bei 2.166,58 Zählern – nach eklatant dünnem und kraftlosem Handel. Nur der Technologie-Index Nasdaq 100 orientierte sich nach oben: Der Schlusskurs von 4.709,89 Punkten bedeutete ein Plus von 0,66%.

Groß war die Hoffnung der Investoren, von Notenbankchefin Janet Yellen zwischen den Zeilen zu erfahren, wann in diesem Jahr die nächsten geldpolitischen Eingriffe erfolgen. Für den Moment beließen es die Währungshüter noch – wie erwartet – bei dem Leitzins in der Spanne zwischen 0,25% und 0,50%. Diese Entscheidung wurde bei nur einer Gegenstimme getroffen. Im abschließenden Kommuniqué hielt sich die Fed-Spitze allerdings alle Optionen für das nächste Treffen im September offen, ohne dabei ein klares Signal für den Zeitpunkt einer Zinserhöhung zu setzen. Gleichzeitig malte Notenbank-Boss Yellen ein optimistischeres Bild von der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA als bisher.

 

Damit standen ihre Äußerungen im Gegensatz zu dem wenige Stunden zuvor veröffentlichten Marktbericht, der einen unerwartet starken Einbruch bei den Bestellungen für langlebige Güter offenbarte. Der Rückgang um 4% gegenüber dem Vormonat ist zugleich das größte Minus seit August 2014. Wie der Markt letztlich die ambivalenten Äußerungen interpretiert, bleibt abzuwarten. Doch es ist davon auszugehen, dass er seine eigene Entscheidung trifft. Besondere Unterstützung fand der Dow Jones insbesondere durch Apple und in einem beliebten kleinen Taschenspielertrick: Dabei setzt man für den Quartalsbericht die eigenen Prognosen möglichst niedrig an, liefert dann jedoch unerwartet bessere Zahlen – und schon schießen die Kurse wie Pilze aus dem Boden nach oben. Die Apple-Aktie schaffte so – trotz rückläufigen Umsatz- und Gewinnzahlen – ein sattes Plus von 6,5%. Unter besonderem Verkaufsdruck standen beim Leitindex nach deren Quartalsberichten Coca-Cola- und McDonald’s-Aktien.

Asien: Die Enttäuschung darüber, dass sich die US-Notenbank nicht eindeutig zu ihrem weiteren Vorgehen bei der Entwicklung der Zinsen geäußert hat, drückt sich an den asiatischen Handelsplätzen durchweg in Kursrücknahmen aus. Andererseits hatten die Anleger ein Festhalten am bisherigen Leitzinsniveau erwartet, sodass sich die Verluste im Rahmen hielten. Der japanische Leitindex Nikkei 225 notierte zum Sitzungsende mit 0,95% im Minus auf einem Niveau von 16.506,51 Zählern.

 

Eingebrieft in diesen Zählerstand sind die Befürchtungen der Investoren, die japanische Notenbank könnte es in ihrer morgigen Sitzung der Fed gleichtun und die Hoffnungen auf neue geldpolitische Lockerungen nach hinten heraus verschieben, beziehungsweise stärker deckeln als bisher erhoff und erwartet. Am Vortag war bekannt geworden, dass sich das japanische Kabinett anders als geplant erst am 2. August über ein Konjunkturpaket beraten wird. In Hongkong notierte der Hang-Seng-Index zum Börsenschluss 0,35% unter Vortagesschluss bei 22.141,45 Punkten, der Shanghai-Index ging mit einem Minus von 0,21% und einem Punktestand von 2.985,07 aus dem Tag.

Europa: Durchatmen ohne lange Verschnaufpause. Inspiriert und befeuert durch die Kurssteigerung an der Tokioter Börse und in Erwartung einer den deutschen Aktienmarkt unterstützenden Zinsentscheidung der US-amerikanischen und japanischen Notenbanken, bewegte sich der DAX in seiner gestrigen Sitzung in den Regionen, in denen er sich vor dem Brexit-Votum wohlgefühlt hat. Der deutsche Leitindex beendete den Handelstag mit einem Plus von 0,70% bei 10.319,55 Punkten – dem höchsten Schlusskurs seit Ende Mai.

Zwischenzeitlich hatte der Kurs mit 10.352 Zählern sogar den Spitzenwert vor dem Brexit-Beschluss übertroffen. Im Sog der Talfahrt der Deutsche-Bank-Aktie war dieses Niveau allerdings nicht haltbar. Für den heutigen Handelstag rechnen Marktkenner zunächst mit einem moderaten Kursrücksetzer infolge von Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Anstiegen und der Enttäuschung über die wenig aussagekräftige Zins-Entscheidung der US-amerikanischen Notenbank. Zudem dürfte sich das Minus an der Tokioter Börse in der Anfangsphase des Handels bemerkbar machen. Für frische Impulse im weiteren Verlauf könnten die heute zur Veröffentlichung kommenden Konjunkturdaten wie der Arbeitsmarktbericht und weitere Zwischenergebnisse großer Unternehmen wie Volkswagen oder BASF sorgen.

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