Mit Long-/Short-Strategien Chancen aus Gewinnkorrekturen nutzen

GAM: Anleger, die einen aktiven Ansatz bei der Wertpapierauswahl verfolgen, verweisen häufig darauf, dass eine gewisse Streuung in den Marktkursen erkennbar sein muss, damit sie wirksam investieren können. Ähnliches gilt für den Gewinnkorrekturansatz, der auf fundamentalen Unterschieden zwischen den Aktienkursen basiert.

 

Diese ergeben sich daraus, dass Unternehmen belohnt werden, die mit positiven Zahlen überraschen, und jene bestraft werden, die enttäuschen. Der Ansatz baut auf langfristigen wissenschaftlichen Erkenntnissen auf und kann potenziell nachhaltige und wiederholbare Anlageerträge erbringen.

Doch kann es mitunter auch Marktphasen geben, in denen makroökonomische oder geopolitische Faktoren zu einer gewissen Herdenmentalität führen. So auch in diesem Jahr: Die Kapitalmärkte werden aufgrund von US-Präsident Trumps aggressiver Handelspolitik, der politischen Turbulenzen in Italien und diversen Krisen in den Schwellenländern von geopolitischer Unruhe beherrscht.

Aber auch in solchen Phasen ist es möglich, Alpha zu erzielen, ist Gianmarco Mondani, Chief Investment Officer des Non-Directional-Equity-Teams und Co-Manager europäischer Long- und Long-/Short-Aktienfonds bei GAM Investments, überzeugt: „Die Möglichkeiten, Alpha durch einen auf Gewinnkorrekturen basierenden Long-/Short-Ansatz zu erzielen, sind durchaus nachhaltig. Die Strategien verlassen sich ausschließlich auf den Alphafaktor als Renditetreiber und können damit bei geringer Volatilität und ohne signifikante Korrelation zu den zugrunde liegenden Aktienmärkten relativ zuverlässige annualisierte Renditen erwirtschaften.“

 

Auf die Grundlagen setzen
Der Schlüssel zur Identifizierung von Aktien, die positiv überraschen dürften, liegt seiner Ansicht nach in der kontinuierlichen Fundamentalanalyse und der Auseinandersetzung mit möglichen Veränderungen fundamentaler Trends, die sich auf das Umfeld und die Rentabilität eines Unternehmens auswirken. Auf diesem Wege sei es trotz der geopolitischen Spannungen seit Anfang 2018 möglich gewesen, Gewinner und Verlierer zu identifizieren.

„Der Technologiesektor bietet beispielsweise nach wie vor einen fruchtbaren Boden, um Alpha zu generieren, da Innovation hier der Haupttreiber war. Besonders auffällig ist dies in Unternehmen, die den Wandel an vorderster Front vorantreiben. Beispielsweise ist das deutsche Fintech-Unternehmen Wirecard kürzlich in den DAX aufgenommen worden, aufgrund seines steigenden Aktienkurses und mithin der steigenden Marktkapitalisierung“, so der Experte weiter.

„Mit der Zeit haben wir außerdem festgestellt, dass der Gewinnkorrektur-Ansatz noch besser funktioniert, wenn er von Bewertungen und Preismomentum gestützt wird. Dadurch können wir in einem volatilen Handelsumfeld, wie wir es praktisch im gesamten Jahr 2018 hatten, mit höherer Zuverlässigkeit sinnvolle Positionen aufbauen. Weil den Long-Positionen zudem Short-Positionen gegenüberstehen, können wir in Phasen mit einer hohen Volatilität im Gesamtmarkt in der Regel gut bestehen“, so Mondani weiter.


 

Verhaltensbedingte Marktbewegungen ausnutzen
Darüber hinaus können auch psychologische und verhaltensbedingte Einflüsse auf die Marktteilnehmer dazu beitragen, dass sich anhaltend Chancen für diejenigen ergeben, die diesen Anlageansatz verfolgen. „Gewinnprognosen korrelieren stark mit der Aktienkursdynamik. Die Idee, diese Dynamik zu nutzen, ist völlig konträr zu dem Hang der menschlichen Psyche, in Schwächephasen zu kaufen und in starken Phasen zu verkaufen. Das bedeutet, dass wir häufig neue Positionen auf moderaten Bewertungsniveaus aufbauen können“, erklärt Mondani.

Warum die Kurse auch lange nach der eigentlichen Ankündigung noch in Richtung der Gewinnüberraschungen tendieren, ließe sich ebenfalls durch ein menschliches Verhaltensmuster erklären: den Ankereffekt. „Da Analysten auf der Verkäuferseite aufgrund des Reputationsrisikos mitunter zögern, sich zu weit vom Durchschnitt zu entfernen, passen sie ihre Zahlen meistens nur langsam nach oben oder unten an. So sorgen ihre verspäteten Korrekturen weiterhin für Dynamik“, fährt der Experte fort.

 

Mondani ist daher überzeugt, dass eine fundamentale Gewinnkorrekturstrategie, die sowohl Bewertungs- als auch Dynamik-Kennzahlen berücksichtigt, in den meisten Zeiträumen positive Ergebnisse erzielen kann. „Die bisherige Performance eines Kursdynamik-Korbes, der sich als guter Maßstab eignet, verleiht dieser Einschätzung zusätzliche Glaubwürdigkeit, zumal dieser in 11 der letzten 13 Kalenderjahre positive Erträge erbracht hat“, schließt Mondani.

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