Noch halten die Chart-Barrieren

Bernstein Bank21.02.2019 – 12:00 Uhr: Die Bullen nehmen Anlauf – und stoßen sich erst einmal die Hörner an wichtigen Chartmarken ab. Zunächst hat der DAX am Donnerstagvormittag einen Ausbruchsversuch aus seiner Seitwärtsrange unternommen. Auch der Dow Jones schaffte es am Mittwochabend nicht über eine wichtige Barriere hinaus. Zudem war die Performance an den Asienbörsen durchwachsen. Thema des Tages ist einmal mehr die Hoffnung auf eine Einigung im Zollstreit zwischen China und den USA. Hier tickerten positive Meldungen über die Bildschirme.

DAX nimmt 11.400 Zähler ins Visier
Auf dem Frankfurter Parkett machte sich zuletzt die Hoffnung breit, dass der deutsche Leitindex nun seinen kurzfristigen Seitwärtstrend nachhaltig verlässt. Die Börsianer haben dabei die Marke von 11.400 Zählern im Blick. Nach einem frühen Hoch bei 11.470 Zählern setzte der DAX allerdings zurück.

Wenig Aufsehen brachten die Zahlen der Deutschen Telekom – der Konzern profitiert weiter vom Aufschwung der US-Tochter. Die Telekom meldete für 2018 ein Plus in dem um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 2018 im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 23,3 Milliarden Euro. Der Gewinn sank allerdings um über ein Drittel auf 2,2 Milliarden Euro, vor einem Jahr hatte ein milliardenschwerer Sonderertrag aus der US-Steuerreform die Kasse klingeln lassen. Henkel erfreute die Anleger mit der Ankündigung der höchsten Dividende in der Unternehmensgeschichte.

Der Konsumgüterkonzern will eine Dividende je Vorzugsaktie von 1,85 Euro ausschütten.

Aber: Im vergangenen Jahr schrumpfte der Umsatz minimal, das operative Ergebnis stieg nur noch leicht.

 


 

Dow scheitert an 26.000 Zählern
Die Wall Street hatte sich am Mittwoch vorsichtig gezeigt: Der Der Dow-Jones-Index ging mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent bei 25.954 Punkten aus dem Tag. Kein Wunder, dass der Dow an der Barriere von 26.000 Punkten scheiterte: Anfang Dezember vorigen Jahres hatte der US-Leitindex den Sprung über diese Hürde nicht geschafft – es folgte ein Kursrutsch um mehr als 4000 Punkte. Und Börsianer vergessen eben nichts. Der marktbreite S&P 500 tastete sich am Mittwoch ebenfalls um 0,2 Prozent auf knapp 2.785 Zähler voran. Und der Nasdaq Composite schloss mit einem kaum merklichen Gewinn von 0,03 Prozent bei 7.489 Stellen.

In Japan tastete sich der Nikkei-Index am Donnerstag um 0,2 Prozent auf 21.464 Punkte vor – dies war der vierte Tag in Folge mit Gewinnen für den japanischen Leitindex. Doch die Börsen in Shanghai und Shenzen gaben jeweils knapp ein halbes Prozent nach.

Fed hält offenbar still
Immerhin warf die Federal Reserve den Optimisten keine Stöcke zwischen die Hufe: Laut den Protokollen der jüngsten Zinssitzung ist sich die Fed über den weiteren Kurs zwar unsicher; doch im verklausulierten Fed-Sprech zeichnet sich ab, dass die Notenbank die Zinsen vorerst nicht erhöhen will. Niedrige Zinsen sind Wasser auf die Mühlen der Börse.

Neue Hoffnung im Zollstreit
Kraftfutter für die Börsenbullen lieferten die neuesten Nachrichten aus China: Medienberichten zufolge kommt in die seit Monaten laufenden Gespräche zur Beilegung des Zollstreits Bewegung. Insidern zufolge arbeiten Washington und Peking an Absichtserklärungen zu den wichtigsten Forderungen der USA an die Volksrepublik, etwa Patentrechte oder Agrar-Produkte. Die Unterhändler stellten zudem eine Liste mit Maßnahmen auf, nach der Peking seinen Handelsüberschuss mit den USA reduziert.

 


 

Konjunkturdaten aus den USA
Und das bringt der Donnerstag: Am Nachmittag könnte ab 14.30 Uhr ein Strauß an Konjunkturdaten die Wall Street und die Frankfurter Börse, aber auch Devisen und Anleihen bewegen. So werden die Auftragseingänge für langlebige Güter gemeldet, die Indizes der Philadelphia Fed und vor allem die Erstaufträge für Arbeitslosenhilfe in den USA. Zudem folgt um 15.45 Uhr der Einkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe. Wie immer dürften besonders enttäuschende oder erfreuliche Zahlen für hohe Volatilität sorgen.

 

Erdöl im Fokus
Und um 17.00 Uhr wird die EIA (Energy Information Administration) die Veränderung in der Speichermenge bei US-Rohöl melden, konkret: den Stand bei der Leitsorte West Texas Intermediate. Somit könnten sich interessante Chancen bei WTI, Benzin-Futures aber auch bei US-Aktien im Energiesektor eröffnen.

Hinter den Kulissen läuft noch ein anderes Drama bei Erdöl:
So formiert sich im US-Kongress gerade die Front für die sogenannte NOPEC-Gesetzgebung. Damit sollen die Mitglieder des OPEC-Kartells bis hin zur Enteignung von US-Assets bestraft werden, falls sie den Ölpreis nach oben manipulieren. On the Hill wurde das Vorhaben immer wieder verschoben, um die Beziehungen mit Saudi-Arabien nicht zu belasten. Doch seit dem Khashoggi-Mord hat Riad erheblichen Kredit verspielt. Zudem hat Trump mehrfach auf Twitter mit Blick auf seine Wähler die OPEC wegen der hohen Benzinpreise angegriffen.

Sie sehen – der Tag bietet einmal mehr eine Unmenge an Möglichkeiten.

 


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