Rätselraten am Aktienmarkt – Sieg für Johnson im Brexit

Bernstein Bank: Was bedeutet das gestrige Brexit-Drama in London? Und wie steht es nach enttäuschenden Quartalszahlen um die US-Wirtschaft?

Die Börsianer in Frankfurt analysieren die unübersichtliche Lage und halten sich erst einmal zurück.

 

Gemischte Vorgaben bremsen Frankfurt aus
Der DAX hielt sich am Mittwochvormittag erst einmal unverändert bei 12.755 Zählern.Dennoch bleibt das Jahreshoch vom vorigen Donnerstag bei 12.814 Punkten in Reichweite.Gestern geriet der bislang positive Lauf in der US-Berichtssaison ins Stocken: McDonald’s und der Spielzeughersteller Hasbro legten enttäuschende Zahlen vor. Auch Facebook rutschten ab, nachdem die New Yorker Staatsanwaltschaft ankündigte, ihre Ermittlungen gegen das soziale Netzwerk wegen Nachlässigkeit beim Datenschutz auszuweiten.Weitere kursbewegende News waren zunächst Mangelware.

 

Sieg für Johnson im Brexit
Beim Brexit zogen die Mainstream-Medien überwiegend die erneute Abstimmungsniederlage für Boris Johnson nach oben. Was Sie in die Irre führen könnte, wenn Sie CFD oder online Aktien handeln oder den FTSE 100. Denn die Abgeordneten hatten am Dienstagabend zwar Johnsons straffenZeitplan für die Debatte über den Withdrawal Agreement Bill (WAB) abgelehnt.

Und zwar mit 322 gegen 308 Stimmen.

Der britische Premierminister hat nun seine Gesetzgebung für den EU-Austritt auf Eis gelegt.

 


 

Aber:
Tatsächlich war der Abend eine historische Zäsur für Europa. Denn zum ersten Mal überhaupt hat das bislang störrische Unterhaus eine Einigung mit Brüssel über den Brexit-Vertrag angenommen.

Das House of Commons stimmte am Dienstag überraschend deutlich mit 329 zu 299 Stimmen für die Vorlage der Regierung.

Die vorige Woche mit der EU ausgehandelte Übereinkunft wird damit in britisches Recht überführt.

 

Mögliche neue Stärke im Pfund
Für Sterlingheißt das im Rahmen der Verzögerung und der verworrenen Lage erst einmal kurzfristig Unsicherheit. Wobei sich neue Stärke abzeichnen könnte, sobald Johnson am Ende tatsächlich einen geregelten Brexit durchsetzt, wenn auch mit Verzögerungen. Doch warten wir ab – in dieser Angelegenheit ist alles möglich und das Gegenteil von allem.

 

Gemischte Vorgaben aus Asien
Die widersprüchliche Gesamtlage wirkte sich auf Asien aus. In China rutschte der CSI-300 um 0,7 Prozent auf 3.870 Zähler ab. In Tokio dagegen schloss der japanische Nikkei-225 um 0,3 Prozent höher bei 22.625Punkten. Damit bewegt sich der Index weiter in der Nähe seines Jahreshochs. Der Nikkei holte die Feiertagspause vom Dienstag nach.Für den Hang-Seng-Index in Hongkong ging es um 0,8 Prozent auf 26.567 Zähler nach unten.

Peking prüft laut „Financial Times“ die Ablösung der umstrittenen Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam.

Ein Nachfolger könnte bis März eingesetzt werden.

 


 

IWF warnt vor Asien-Delle
Derweil sandte der Internationale Währungsfonds Signale für Trader aus, die sich bei asiatischen Indizes wie Hang Seng, Kospioder FTSE Straits Times Index engagieren. Demnach könnte die Wirtschaft in Hongkong schwächer wachsen, der IWF senkte seine Prognose für dieses Jahr auf 0,3 Prozent und für kommendes Jahr auf 1,5 Prozent. Das liegt satte 2,4 Prozentpunkte, respektive 1,5 Prozent unter der bisherigen Vorhersage.

Für Südkorea rutschte die Prognose um je 0,6 Prozent auf 2,0 Prozent in diesem Jahr und auf 2,2 Prozent in 2020.

Für Singapur kappte die Organisation den Ausblick auf 0,5 Prozent in diesem Jahr und auf 1,0 Prozent in 2020 – minus 1,8 Prozent respektive 1,4 Prozent.

 

Moderates Minus in New York
Angesichts der Dämpfer in der Berichtssaison hatte die Wall Street am Vorabend zurückgesetzt. Der Dow Jones Industrial verlor 0,2 Prozent auf 26.788 Punkte. Der S&P 500 rutschte um 0,4 Prozent auf 2996 Zähler. Der Nasdaq 100 fiel um 0,8 Prozent auf 7.875 Stellen.

 

Bundesbank kauft wieder Gold
Bleibt zum Schluss ein interessanter Fakt für Gold-Bugs: Die Deutsche Bundesbank hat erstmals seit 21 Jahren wieder Goldkäufe gemeldet. Dies berichtete ZeroHedge unter Berufung auf Bloomberg.

Demnach stiegen die Reserven im September auf 108,34 Millionen Unzen nach 108,25 Millionen im August.

 

Das bringt der Tag
Die Wall Street blickt heute vor allem auf Zahlen von Boeing, Ford und Microsoft. Außerdem öffnen AT&T, Caterpillar und Ebay ihre Bücher.

Der Terminkalender ist ansonsten eher spärlich gefüllt.

Zunächst läuft in den USA um 15.00 Uhr deutscher Zeit der FHFA-Hauspreisindex für August ein.
Um 16.00 Uhr steht das Verbrauchervertrauen der Eurozone für Oktober an.
Um 16.30 Uhr folgen die Rohöllagerbestandsdaten der staatlichen Energy Information Administration.

 


 

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