Renditen von Bundesanleihen auf Rekordtief – Hat die Schweizer Notenbank ihre Finger mit im Spiel?

FXCM: Die Verteidigung der Untergrenze im EUR/CHF spielt für die Entwicklung des Bund Future eine entscheidende Rolle

 

?Seit Monaten kennt der für die Rendite deutscher Staatsanleihen maßgebliche Bund Future nur eine Richtung, die nach oben. In den vergangenen Tagen nahm er mit Leichtigkeit die Marke von 150 Punkten, die Zinsen für zehnjährige deutsche Staatspapiere fielen unter die Marke von einem Prozent. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Zwar sind kurzfristige Korrekturen durchaus wahrscheinlich, aber diese sollten eher zum Einstieg genutzt werden, der Aufwärtstrend im Bund Future wird auf absehbare Zeit intakt bleiben. Und daran ist die Schweizer Notenbank nicht ganz unschuldig. Ein Blick auf den aktuellen Wechselkurs des Euro zum Franken verrät warum. Dieser ist das erste Mal seit Ende 2012 wieder unter die Marke von 1,21 EUR/CHF gefallen und notiert damit sehr nah an der von den Geldpolitikern des Alpenlandes gesetzten Untergrenze von 1,20 EUR/CHF


Situation ist mit dem Sommer 2012 vergleichbar
Vieles erinnert derzeit an den Sommer 2012, als die Zinsen zweijähriger deutscher Staatsanleihen in den negativen Bereich fielen, der Kauf eines solchen Papiers nicht mit Zinsen entlohnt wurde, sondern man für das Halten sogar noch draufzahlen musste. Was auf den ersten Blick völlig irrational anmutet, ist auf den zweiten Blick in der Nachbetrachtung erklärbar. So weiß man heute, dass die Schweizer Nationalbank zur Verteidigung der 1,20er Marke im EUR/CHF unabhängig vom Zins und Rendite nahezu alle in Euro lautende Wertpapiere gekauft und die Zinsen zweijähriger Bonds damit unter Null gedrückt hat. Rationalität spielte vor diesem Hintergrund keine Rolle, die Notenbank war und ist nur an der Verteidigung der Schweizer Volkswirtschaft gegen einen immer stärker werdenden Franken und damit drohenden Exportnachteilen interessiert.


Aktuelle Marktlage rechtfertigt nicht die Flucht in Sicherheit
Ein ähnliches Bild zeichnet sich aktuell am Markt ab. Zwar gehen viele davon aus, dass die Rally in den Bundesanleihen durch ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis der Marktteilnehmer zustande kommt und viele Investoren sich auf ein einsetzendes „Risk Off“ an den Finanzmärkten positionieren. Auf den ersten Blick scheint diese Argumentation auch schlüssig, aber der Sprung des wohl wichtigsten weltweiten Index, des S&P 500, über die Marke von 2.000 Punkten spricht da eine ganz andere Sprache. Die Stimmung am Markt ist zwar vor allem durch die geopolitische Gemengelage fragil, aber keineswegs panisch. Gleiches gilt, schaut man auf den aktuell weiter verhältnismäßig stabilen japanischen Yen, eine Währung, die in Zeiten finanzieller Unsicherheit durch die Auflösung von Carry Trades anziehen sollte. Somit wird die Argumentationsgrundlage dieses derzeitigen „Antizipieren eines Risk Offs“ zumindest teilweise entkräftet.


Schweizer Notenbank treibt den Bund Future nach oben
Ein Blick auf den EUR/CHF, der das erste Mal seit Ende 2012 wieder unter die 1,20er Marke gefallen ist, passt da schon besser. Hinter dem derzeitigen Aufwärtstrend im Bund Future steht eine aggressiv am Markt intervenierende Schweizer Notenbank, die in Euro lautende Wertpapiere und somit auch den deutschen Bund Future kauft. Die Entwicklung im Währungspaar EUR/CHF in den vergangenen Wochen zeigt allerdings, dass die SNB mit ihren Bemühungen derzeit nicht gerade erfolgreich ist.
 

Euro leidet weiter unter einer expansiven Europäischen Zentralbank
Es ist davon auszugehen, dass sich der EUR/CHF-Kurs auch infolge der Ankündigungen Mario Draghis in Jackson Hole am vergangenen Freitag, man werde mit allen Mitteln alles tun, die niedrige Inflation zu bekämpfen, noch weiter in Richtung der Interventionsgrenze bewegen wird. Da allerdings nicht zu erwarten ist, dass die SNB ihre Bemühungen einstellt, die Aufwertung des Franken zum Euro zu verhindern und weiter in Euro denominierte Assets und somit auch den Bund-Future kaufen wird, ist eine Fortsetzung der Aufwertung im Bund-Future sehr warhscheinlich.

 

Von Jens Klatt

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