Rezessionsangst versenkt den Aktienmarkt – Deep State gegen Trump

Bernstein Bank: Das sieht nicht gut aus für die Bullen an der Börse. Erst setzten schwache Konjunkturdaten der Wall Street den Anlegern zu. Dann versenkten Rezessionssignale aus Deutschland den DAX. Die Aktionäre werden zunehmend nervös.

 

Es geht bergab
Die Börsianer in Frankfurt haben am Mittwochmittag überwiegend den Sell-Knopf gedrückt: Der DAX rutschte 1,2 Prozent ab auf 12.117 Zähler. Vor der morgigen Börsen-Pause am Tag der Deutschen Einheit ist die Zurückhaltung nicht verwunderlich – niemand will auf dem falschen Fuß erwischt werden.

Vor allem, da die jüngste Wortmeldung der fünf führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute für Grübeln sorgte – diese senkten ihre Konjunkturprognose für 2019 und 2020 deutlich. Im Herbstgutachten rechnen die Forscher für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. Für 2020 sagen sie ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,1 Prozent voraus. In ihrem Frühjahrsgutachten waren die fünf Wirtschaftsweisen für dieses Jahr noch von einem Wachstum von 0,8 Prozent und noch von 1,8 Prozent für 2020 ausgegangen.

Kein Wunder, dass der Euro jüngst im Zuge dieses Pessimismus auf den tiefsten Stand seit Frühjahr 2017 rutschte – EURUSD erreichte im Tief die Marke von 1,0879.

 

Rezessionssignale aus den USA
Am Vorabend hatte schon die US-Industrie Krisensignale ausgesandt: Der ISM-Einkaufsmanagerindex ist auf den tiefsten Stand seit der Wirtschaftskrise 2009 gefallen. Der wichtigste Grund dafür ist der weiter schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China.

Am 10. Oktober beginnt die nächste Gesprächsrunde zwischen dem Reich der Mitte und Amerika – das wird das weitere Geschehen an der Börse bestimmen.

 

Ausverkauf in Übersee
Angesichts der Rezessionssignale schwächelte auch die japanische Börse: Der Nikkei-Index verlor 0,5 Prozent auf 21.772 Zähler. Die Börse in China bleibt übrigens im Zuge der Feierlichkeiten rund um den Nationaltag bis zum 07. Oktober geschlossen. Gestern Abend hatten die ISM-Daten schon die Wall Street gen Süden geschickt. Der Dow Jones Industrial verlor 1,3 Prozent auf 26.573 Punkte.

Der S&P 500 büßte 1,2 Prozent ein auf 2.940 Stellen.

Und der Nasdaq 100 rutschte um 0,8 Prozent auf 7.684 Zähler.

 


 

Deep State gegen Trump
Ansonsten noch ein Blick auf die Causa Impeachment für Ihre Positionierung an der Wall Street. Gerade ist ein neuer Fakt aufgetaucht, der die Vorwürfe von Trump unterstützt, gegen ihn laufe ein Putsch aus dem „Deep State“, also aus der Bürokratie und den Sicherheitsbehörden. Die „Epoch Times“ berichtete, dass erst die Aufsichtsbehörde für die Geheimdienste, The Office of the Intelligence Community Inspector General (ICIG), überhaupt den Weg zur Impeachment-Untersuchung frei gemacht habe.

Denn irgendwann zwischen dem 17. Mai 2018 und dem 24. September 2019 wurde die Anforderung im Formular „Urgent Concern Disclosure Form“ gestrichen, wonach ein Zuträger unbedingt direkte, selbst miterlebte Informationen für seine Beschwerde besitzen muss – und seitdem kann er sich auf Hörensagen verlassen.

Was der aktuelle Whistleblower in Sachen Ukraine auch getan hat.

 

Zudem ein Mitschnitt, der die Frage nach den Erfolgsaussichten der Demokraten aufwirft – die haben nämlich selbst eine Menge Dreck am Stecken, was den Wählern in den USA kaum entgangen sein dürfte:

Hier prahlt der ehemalige Vizepräsident Joe Biden vor dem Council on Foreign Relations damit, dass er einst die Ukraine zwang, den Staatsanwalt Viktor Shokin zu feuern. Biden senior drohte, Kredite in Höhe von einer Milliarde Dollar zurückhalten, was die Ukraine in den Bankrott getrieben hätte.

Shokin hatte unter anderem gegen die Gas-Firma Burisma wegen Korruption ermittelt.

Dort verdiente Sohnemann Hunter Biden 50.000 Dollar pro Monat.

 

Letzte Chance zum Brexit-Deal
Unterdessen wird das Thema Brexit wieder interessant und somit auch das britische Pfund. Premier Boris Johnson will am heutigen Mittwoch sein letztes Angebot an die Europäische Union vorlegen. Sollte diese den Vorschlag ablehnen, will Johnson den No-Deal-Brexit zum 31. Oktober durchziehen.

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender ist ansonsten an diesem Mittwoch eher spärlich gefüllt.

In den USA läuft um 14.15 Uhr der ADP-Beschäftigungsbericht ein.

Ferner legt um 15.45 Uhr die Europäische Zentralbank ihren Report zum Anleihekaufprogramm vor.

Und um 16.30 Uhr werden die wöchentlichen US-Rohöllagerbestandsdaten der staatlichen Energy Information Administration gemeldet.

 


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