Rohstoffe: Hauptsache Gold

Börse FrankfurtGold, Gold und nochmals Gold: So beschreibt Florian Lenhart von der UniCredit den Handel mit Exchange Traded Commodities. „In unserer Rohstoff-Umsatzstatistik spielt Gold die Hauptrolle.“ Andere Rohstoff-Gattungen finde man erst sehr weit unten.

Zu den meist gehandelten ETCs gehörten unter anderem der iShares Physical Gold, Invesco Physical Gold, WisdomTree Physical Swiss Gold-Produkte und Xetra-Gold.

Auch Christian Dürr von der Société Générale spricht von starkem Interesse an Gold. Einen deutlichen Kaufüberhang gebe es für ein iShares-Produkt während der Xtrackers Physical Gold rege gekauft und verkauft worden sei.

 


 

Zumeist Abgeber verbucht Dürr im WisdomTree Physical Silver. Auf niedrigerem Niveau werde Palladium nachgefragt. Zumeist in den Depots lande etwa der db Physical Palladium Euro-ETC. Von Rohstoff-Körben wie dem Commerzbank Commodity ex-Agriculture-Tracker, der die Entwicklung von zwölf Rohstoffen in den Bereichen Energie, Edel- und Industriemetalle widerspiegelt, trennten sich Anleger unterm Strich.

Rahmenbedingungen für Gold stimmen

Auf Monatssicht büßte der Goldpreis von 1.945 auf 1.892 US-Dollar pro Feinunze ein, wobei es Mitte September einen besonders starken Einbruch gab. Mangelnde Investmentnachfrage war für diesen Absturz nach Ansicht von Dora Borbély nicht verantwortlich. Die Bestände von mit Gold hinterlegten ETCs seien in diesem Zeitraum stabil geblieben.

„Nach wie vor wird Gold von den Investoren gesucht“, stellt die Rohstoffanalystin im Rahmen der volkswirtschaftlichen DekaBank-Prognosen für Oktober fest. Borbely bleibt bei ihrer bisherigen Einschätzung und hält die Aussichten für den Goldpreis mittelfristig für glänzend. Nachhaltige Änderungen bei den Rahmenbedingungen am Goldmarkt erkenne sie nicht.

Neuland erschwert Langfristprognose

Ole Hansen von der Saxo Bank sieht das ähnlich. Die zweite Corona-Welle und ihr ungewisser Verlauf werde auch Richtung Ende eines ausgesprochen schwierigen Jahres die Entwicklungen in den verschiedenen Rohstoffsektoren maßgeblich beeinflussen. Geopolitische Risiken und die US-Präsidentenwahl kämen noch oben drauf.

Trotz eindrucksvollem Preisanstieg von 20 Prozent in diesem Jahr rechnet Hansen mit weiterem Auftrieb für Gold. Die Zinsen seien im Keller und der US-Dollar schwach. Anleger seien zudem auf der Suche nach Absicherung gegen Inflation. Aus einer etwas längeren Konsolidierungsphase um 1.920 US-Dollar werde Gold vermutlich gestärkt hervorgehen und das Jahr nahe 2.000 US-Dollar pro Feinunze beenden.

Prognosen für 2021 gestalteten sich schwierig. denn mit Corona habe man politisches und wirtschaftliches Neuland betreten. Nehme man den jahrzehntealten Preiskanal zum Vorbild, liege der Goldpreis im kommenden Jahr irgendwo zwischen 2.400 und 2.500 US-Dollar.

Wenig Interesse an Öl

Auf Schwankungen am Ölmarkt reagieren Anleger Dürr zufolge mit dem Markt. Zu- und Abflüsse gebe es in einem db Brent Crude Oil Booster Euro-ETC. Lenhart wundert sich hingegen, dass es trotz Preisschwankungen kaum Interesse an Ölprodukten gibt.

Das Nordseeöl Brent verteuerte sich auf Monatssicht von 40,60 auf 42,60 US-Dollar pro Fass. WTI legte von knapp 38 auf 40,47 US-Dollar zu. Der jüngste Schub zum Wochenbeginn wurde nach Ansicht von Eugen Weinberg durch die Nachricht aus Washington über die Verschiebung weiterer Konjunkturhilfen bis nach der Wahl und einen festeren Greenback gestoppt.

Zudem habe das American Petroleum Institute einen unerwarteten Anstieg der US-Rohölvorräte um 951 Tausend Barrel festgestellt. Kurzfristig würde Hurrikan Delta im Golf von Mexiko die Ölproduktion behindern. In Norwegen lege ein Streik bereits einen Teil der Produktion bereits lahm.

Impfstoff ist der Schlüssel

Für Max Holzer von der Union Investment zeigt der Preis des schwarzen Goldes gut an, wie es um die Weltwirtschaft gestellt ist. Solange kein Impfstoff auf den Markt kommt und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nicht deutlich anzieht wird sich Öl nach Auffassung Holzers nicht nachhaltig erholen. Erst weit im nächsten Jahr werde Öl die Marke von über 50 US-Dollar je Fass überwunden.

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