Trump, Fed, Dollar und Öl – Gold hält Stärke weiterhin

ThinkMarkets:

In seiner Rede verwendete Präsident Trump eine etwas andere Herangehensweise, was vermuten lässt, dass er einen Neuzugang in seiner Administration hat, welcher ihm beibrachte wie man Dinge unter Kontrolle hält. Es bestand die allgemeine Sorge, dass die Dollarerholung entgleisen könne, da er der Ansicht ist, ein schwächerer Dollar sei gut für die Wirtschaft, doch zur Erleichterung der Dollarbulls passierte dies nicht.
 

Es gab eine wesentliche Differenz zwischen den Märkten und den Zinssatzerwartungen. Jedoch wird die Lücke aktuell geschlossen, und dies geschieht sehr schnell. Die Wahrscheinlichkeit eines Zinsanstieges im März liegt bei fast 80%. Wir denken, dass William Dudley, eine wahre Power-Persönlichkeit der US-Notenbank in New York, die Lage Dienstag wesentlich verändert hat. Er denkt, dass es größere Chancen für einen Zinsanstieg gibt, da die Wirtschaft diese eindeutig zulässt. Er ist ein Mitglied das dafür bekannt ist, eine Dove zu sein, demnach blieb die Änderung seiner Haltung nicht unbeachtet.
 

Innerhalb weniger Stunden hat sich also sehr viel verändert, da die Wahrscheinlichkeit am Montag bei 50% lag.

Wir haben wiederholt erwähnt, dass die US-Notenbank Fed wenn sie ihren Zinssatz dreimal im Jahr 2017 erhöht, den Monat März für die erste Erhöhung ernsthaft in Erwägung ziehen muss. Am Dienstag wurde eine Reihe an Reden von verschiedenen Fed Mitgliedern gehalten, welche die Lage drastisch verändert haben.
 

Dies ist trotz des Fakts, dass die am Dienstag veröffentlichten Wirtschaftsdaten nicht begeisternd waren, weil die überarbeiteten BIP-Daten kein allzu gutes Ergebnis abwarfen. Das Bild erwies sich als schlichtweg trüb und glanzlos. Doch wir denken, dass die Fed optimistischer über die Wirtschaftsstärke ist, und sich vielleicht zu sehr darüber gesorgt hat, dass sie hinter dem Schwung der Wirtschaft war.

Die Renditen der zweijährigen Bundesanleihe sind weiter angestiegen, und der Fixed Income Markt wurde für Trader noch interessanter. Zudem sollte man sich in der Europäischen Session auf den Bankensektor konzentrieren, da mit der Flut alle Boote steigen. Wenn die USA einen weiteren Zinsanstieg durchführt, werden sich die Banken erholen und die europäischen Banken könnten folgen.
 

Yellens Rede am Freitag hat einen sehr kritischen Punkt erreicht, was erste Anzeichen der Bewegung in Bezug auf die Entscheidung der Fed geben wird, da die diese ihr Bestes zur Vorbereitung der Märkte tun wird.
 

Die US-Notenbank ist sich nun sicherer in diesem Belangen, da der Infrastrukturausgabenplan veröffentlicht wurde. Der Unsicherheitsfaktor hat sich etwas abgeschwächt, und es ist nun wohl einfacher für die Fed, ihre Entscheidung zu treffen.

Der Edelmetallmarkt ist in Anbetracht dessen mit Sicherheit interessant, denn wenn die Fed den Zinssatz im Dezember erhöht, ist das Zeichen klar – die Fed ist hawkish. Dies könnte den Goldpreis erniedrigen, doch wie wir bereits erwähnt haben, wird dieser nicht in den Abgrund stürzen. Der Grund ist die politische Unsicherheit in Europa in Anbetracht der Wahlen und darüber, ob Brexit den Preis unterstützen wird.
 

Dollar und Gold

Trumps erste Präsidentschaftsdebatte konnte die klare Nachricht von Seiten der hawkishen Fed nicht überschatten. Doch es ist bemerkenswert, dass es trotz der fast 82% hohen Wahrscheinlichkeit, dass die Fed den Zinssatz im März erhöhen wird, keine starke Abwärtsbewegung im Goldpreis gibt. Die ausstehenden PMI-Herstellungsdaten des Institute for Supply Management müssen ebenfalls beachtet werden, doch wir denken, dass die Rede die Janet Yellen am Freitag halten das Ausschlaggebendste ist.


 

Öl

Rohöl konsolidiert sich, da Anleger debattieren ob die OPEC ihre Produktionskürzung über den aktuellen Plan hinaus erweitern wird. Die Daten haben am Dienstag gezeigt, dass die saudi-arabische Förderung sich im Februar um weitere 50 tausend Barrel pro Tag auf 9,8 Millionen Barrel pro Tag erhöht hat. Doch die Daten die den meisten Einfluss haben werden, sind die US-Rohöllagerbestände die bald veröffentlicht werden. Trader sind achtsam, da die Lagerbestände sich auf einem Rekordhoch befinden, und eine weitere starke Zahl den Ölpreis senken könnte. Nichtsdestotrotz wird der $50-Level im Hauptfokus sein, und nur ein Durchbruch dieses Levels wird weitere Schlagzeilen schaffen.
 

Es ist wichtig zu beachten, dass die Volatilität des Ölpreises massiv gesunken ist, da es trotz rekordhohen Lagerbeständen keine großartigen Bewegungen gibt. Dies ist ein frühzeitiges Anzeichen, dass Schwierigkeiten bevorstehen.

Autor: Naeem Aslam

Die hier formulierten Gedanken und Meinungen sind ausschließlich die des Autors und spiegeln nicht zwingend die Ansicht von ThinkMarkets wider. Dieser Kommentar dient lediglich zu Informationszwecken und sollte nicht als Anlageberatung betrachtet werden. Jegliche Prognosen über künftige Marktentwicklungen sind indikativ. Die Entscheidung, beschriebene Techniken, Ideen und Vorschläge umzusetzen, liegt alleine im Ermessen des Lesers.

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