US-Renditeinversion, Handelsängste und Brexit belasten Stimmung

London Capital GroupEs dauerte nicht lange, bis die Euphorie der Waffenruhe im Handel sich vollständig auflöste, was verdeutlicht, wie sensibel die Marktstimmung gegenüber der Handelsentwicklung bleibt. Die Wall Street erlebte eine düstere Sitzung, nachdem die Ängste vor anhaltenden Handelsproblemen und eine wirtschaftliche Verlangsamung mit Nachdruck zurückkamen.

Der Dow tauchte um 799 Punkte ab, der S&P fiel um 3,2% und rauschte durch seine 200-Tage-Linie und die Nasdaq verlor 3,8% und schloss im Korrekturgebiet.

Dies war die schlimmste Sitzung seit den Verlusten im Oktober.

 

 

Nachdem die Renditen der dreijährigen Treasury Notes unter die Rendite der fünfjährigen Anleihen fielen und damit die Zinskurve umkehrten, flohen die ohnehin bereits nervösen Anleger aus den risikoreichen Anlagen. Alle Aktien wurden hart getroffen, insbesondere die Finanzwerte, die am schlechtesten abschnitten, während die defensiven Versorgungsunternehmen die einzigen Gewinner waren.

Die Zuflüsse in sichere Häfen stiegen dramatisch an. Der japanische Yen war über Nacht ein klarer Gewinner und näherte sich der 112.

 

Umkehrung der Zinskurve = Rezession
Die Zeichen der Fed in der vergangenen Woche, die signalisierten, dass sie kurz vor dem Ende ihres Zinserhöhungszyklus stehen könnte, ließen die 10-jährige US-Staatsanleihenrendite auf ein 3-Monatstief, unter 3%, fallen. Die Besorgnis über die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums führte dazu, dass sich die Zinskurve verflachte und schließlich umkehrte, wobei länger laufende Renditen schneller und sogar unter die kurzlaufenden Renditen fielen.

Dieses Phänomen am Rentenmarkt ist ein klares Zeichen dafür, dass die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums eine Hauptsorge der Märkte ist, auch wenn die US-Konjunkturdaten nach oben hin überraschen.

In den meisten Fällen ist bei einer Rezession eine Umkehrung der Zinskurve vorausgegangen, dies ist also eine sehr aufschlussreiche Statistik, die die Anleger in Aufruhr versetzt.

Die asiatischen Märkte übernahmen die schlechten Vorgaben der Wall Street und brachen über Nacht ein. Die europäischen Börsen deuten auf hohe Verluste zur Eröffnung hin, obwohl die US-Futures wieder höher notieren, was eine gewisse Entspannung bieten könnte.

 

 

 

Pfund im Abwärtsmarsch nachdem Investoren die zwei Schlappen von May verdauen
Nachdem das Pfund in der vorangegangenen Sitzung gegenüber dem Dollar flach geschlossen hatte, ist es durch die Unterstützung bei 1,27 USD gefallen und erreichte am Mittwoch ein 17-Monatstief im frühen Handel. Die Volatilität im Pfund hat deutlich zugenommen, was die Sensibilität des Pfunds im Hinblick auf die Schlagzeilen aus dem Parlament widerspiegelt.

Dies wird sich auch in dieser Woche fortsetzen.

Theresa May gilt nun als erste Premierministerin, der Missachtung des Parlaments vorgeworfen wird, was die ohnehin schon schwache Autorität von May weiter belastet. Und ihre Autorität wurde weiter geschwächt, nachdem das Parlament beschloss, sich im Falle einer Ablehnung des Brexit-Deals von Theresa May mehr Befugnisse zu übertragen.

Während dies eine Schlappe für Theresa May ist, sollte es dem Vereinigten Königreich helfen, einen harten, ungeordneten Brexit zu vermeiden, was einige Abgeordnete oder Pfundhändler tatsächlich sehen wollen. Angesichts der Weltuntergangsprognosen im Falle eines No Brexit Deals seitens der BoE fällt das Pfund weiter, obwohl die Aussichten für einen No Brexit Deal abgenommen haben.

Doch es zeigt, wie unsicher die Pfundhändler im Moment über jede neue Veröffentlichung zum Brexit sind.

Die Entwicklungen sind schnelllebig und das politische Risiko bleibt extrem hoch.

 


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