USD/JPY: Dollar im freien Fall

In dieser Woche stand vor allem der Besuch des US-Präsidenten Obama in China im Fokus der Forextrader. Denn auf der Agenda des Präsidenten stand auch ein Gespräch über die chinesische Geldpolitik.

China hält den Renminbi künstlich schwach um die heimische Exportwirtschaft und damit auch die ehrgeizigen Wachstumsziele der chinesischen Führung nicht zu gefährden. Damit war China in der Vergangenheit der größte Gläubiger der USA. Doch mit dem immer schwächer werdenden Dollar, sehen die Chinesen nun den Wert ihrer Devisenreserven schwinden und üben schon seit längerem Druck auf die USA aus. Ziel ist es vor allem die Rolle des Dollars als Weltleitwährung aufzulösen. Auch Japan sieht dem Verfall des Dollars mit Argwohn, sitzen auch die Japaner auf horrenden Devisenreserven in US-$. Japans Notenbankchef Masaaki Shirakawa kritisierte die US-Geldpolitik zu Beginn der Woche scharf. Er befürchtet zum einen, dass die Inflationserwartungen in Amerika den Dollar Verfall weiter anheizen und zum anderen warnte er vor finanziellen Turbulenzen in Schwellenländern. Diese würden derzeit aufgrund der attraktiven Zinssätze mit Kapital überflutet. Eine Verschlechterung der Zinsdifferenz zum Dollar könnte massive Kapitalabflüsse für diese Schwellenländern bedeuten und fatale wirtschaftliche Folgen haben. Zu Beginn der 90er Jahre waren die Länder Lateinamerikas schon einmal in einer ähnlichen Situation, die zu Währungskrisen führten. Die bekanntesten Beispiele sind Brasilien und Argentinien.

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Am Montag sorgte auch die Rede von Fed-Chef Bernanke kurzzeitig für einen stärkeren Dollar. Marktbeobachter werteten die Äußerungen Bernankes als Versuch den Dollar zu stützen, um den Druck, insbesondere aus den asiatischen Ländern nicht allzu groß werden zu lassen. Ein weiteres Absacken des Dollars kann aber ebenso wenig im Interesse der Amerikaner liegen. Denn auch wenn die Sparquote des amerikanischen Haushalts seit der Krise gestiegen ist, bewegt sie sich immer noch aus sehr niedrigem Niveau. Somit sind die USA weiterhin darauf angewiesen, dass der Rest der Welt im Dollarraum investiert.

Wie könnte es bei USD/JPY in der nächsten Woche weiter gehen?

Der Dollar befindet sich weiterhin in einem intakten Abwärtstrend. Zum Zeitpunkt der Analyse liegt der Kurs bei 88,75 USD/JPY.

Die Erholung im Oktober wurde schon fast vollständig egalisiertKlicken Sie hier, um eine grafische Darstellung zu erhalten:

Die Erholung im Oktober wurde schon fast vollständig egalisiert

Die seit August bestehende Abwärtstrendlinie verläuft derzeit im Bereich von 90,50 USD/JPY. Unterstützung erhält der Dollar derzeit nur im Bereich von 88,40. Auf dem Weg nach oben hätte der Dollar einige Widerstände zu brechen. Der erste kleinere Widerstand liegt bereits im Bereich von 89,30. Darüber liegen Widerstände bei 89,70 und 90,40. Werden auch diese Widerstände gebrochen besteht weiteres Erholungspotential bis in den Bereich um 91,50.

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Der RSI liegt mit einem Wert von 37,07 im neutralen Bereich.

Der MACD zeigt ebenfalls einen soliden Abwärtstrend an.

Trader sollten den Druck der derzeit auf dem Dollar lastet für sich nutzen und auf eine Trendfortsetzung spekulieren. Der Stopp sollte knapp hinter dem Widerstandbereich bei 89,30 platziert werden.

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