Verhaltener Optimismus in Frankfurt – Quoten-Hoffnung bei Erdöl

Bernstein Bank: Weiter rätseln die Anleger, wie es im Zollstreit zwischen China und den USA weitergeht. Am Morgen traf immerhin eine positive News aus Peking ein. Zuvor hatten Industriedaten aus Deutschland die Kauflaune gedämpft. Nun richten sich die Blicke auf den Jobbericht aus den USA am Nachmittag.

 

Moderates Plus für den DAX
Der deutsche Börsenindikator hielt sich zuletzt 0,2 Prozent im Plus bei 13.083 Zählern. Vorbörslich hatte es besser ausgesehen, doch dann liefen die Zahlen zur deutschen Industrieproduktion ein. Die Firmen hierzulande drosselten ihre Produktion im Oktober überraschend den zweiten Monat in Folge.

Alles in allem stellten Industrie, Bau und Energieversorger 1,7 Prozent weniger her als im Vormonat. Umgehend kursierten wieder Rezessionsängste.

 

Gute Geste aus Peking
China sandte unterdessen ein Signal der Entspannung aus. Am Freitagmorgen meldete Reuters, dass Peking die Aufhebung einiger Importzölle auf Soja- und Schweinefleisch aus den USA angekündigt hat. Die Entscheidung basiere auf Anträgen einzelner US-Firmen, wie das Finanzministerium mitteilte.

Allerdings gab es keine Aussage über das Volumen der Importe.

 


 

Soja und Schweinebäuche im Fokus
Überhaupt sollten sich Trader auf Soja und Schweinefleisch konzentrieren – denn die stehen im Auge des Zoll-Sturms. Am Donnerstag hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, dass Agrar-Importe der Knackpunkt der Verhandlungen seien. US-Präsident Donald Trump erwarte von Peking zeitnah eine Order in Höhe von 40 bis 50 Milliarden Dollar bei US-Farmern.

Im vorigen Jahr hatte China aber nur Güter im Wert von 8,6 Milliarden Dollar eingekauft.

Zudem müsse laut Insidern die chinesische Führung diese Einkäufe öffentlich bekanntgeben, ohne jegliche Ausflucht unter Hinweis auf die Marktlage oder sonstige Handelsverpflichtungen. Trump will China also festnageln – wir sind gespannt.

 

Steigende Kurse in Asien
Die Anleger in China glauben offenbar an eine Einigung vor der Deadline 15. Dezember, wenn die neuen US-Zölle auf chinesische Produkte greifen sollen. So legten die Red Chips im CSI-300 um 0,6 Prozent zu auf 3.902 Zähler. Der Nikkei ging mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 23.354 Punkten ins Wochenende. Das ist ein Wochengewinn von 0,3 Prozent.

 

New York hält sich stabil
Die Anleger in den USA hatten sich am Donnerstag ebenfalls moderat optimistisch gezeigt. Der Dow Jones Industrial rettete 0,1 Prozent Gewinn über die Ziellinie und schloss bei 27.678 Punkten. Das jüngst gerissene Abwärtsgap im Dow ist nun wie erwartet fast komplett geschlossen.

 


 

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sehr man sich auf die Basics der Chartanalyse verlassen kann. Übrigens lockt nun von unten die 50-Tage-Linie, die bei 27.243 Punkten verläuft.

Der S&P 500 schloss gestern 0,12 Prozent fester bei 3.117 Punkten und der Nasdaq 100 gewann 0,1 Prozent auf 8.308 Stellen.

 

Quoten-Hoffnung bei Erdöl
Derweil sollten Sie bei Erdöl die regelmäßigen Marktupdates im Auge und den Marktzugang offen halten. Im Raum steht eine weitere Förderkürzung. Russische Quellen sagten der Nachrichtenagentur Tass, dass es im ersten Quartal 2020 eine weitere Förderkürzung geben soll. Die Kappung soll von 1,2 Millionen Barrel auf 1,7 Millionen Barrel angehoben werden.

Nun soll es bilaterale Gespräche darüber geben – und wohl auch über die Frage, ob sich die Schummler auch an ihre Quoten halten werden.

Wir sind gespannt.

Der Markt traut dem angeblichen Deal offenbar nicht, WTI gab 0,1 Prozent nach auf 58,37 Dollar, Brent wechselte unverändert für 63,38 Dollar den Besitzer.

 

Das bringt der Tag
Der Kalender am Freitag ist recht gut gefüllt.

Der wichtigste Termin wird um 14.30 Uhr der US-Arbeitsmarktbericht für November.

Um 16.00 Uhr folgt das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan.

Zeitgleich laufen die Lagerbestände des Großhandels ein.

 


 

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