Wochenausblick: DAX nach kurzfristigem Dämpfer wieder erholt

LYNX Broker: In der neuen Handelswoche stehen neben einer Reihe von Einkaufsmanagerindizes auch US-Immobiliendaten, der deutsche ifo-Index und das alljährlich in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming stattfindende Symposium der Zentralbanker an.

 

Ausblick auf die Fundamentaldaten: US-Märkte mit wenig Bewegung

Der deutsche Leitindex DAX bleibt trotz Rückschlägen noch in Reichweite zu seinem Jahreshoch bei 10.802,32 Punkten. Nach einem kurzen Rücksetzer bis auf 10.490,96 Punkte am Freitag rund um den Verfall von Optionen auf den DAX, konnte er sich bis zum Handelsschluss stabilisieren. Die US-Märkte bewegten sich wenig und bleiben weiter in Schlagdistanz zu ihren jeweiligen Rekordhochs.

Am Freitag ging der DAX mit einem Tagesminus von 0,55 Prozent bei 10.544,36 Indexpunkten aus dem Xetra-Handel. Der XDAX notierte um 22:15 Uhr bei 10.570,23 Punkten. An der Wall Street beendete der Dow Jones den Handelstag mit 18.552,57 Punkten, die Rekordmarke liegt hier bei 18.668,44 Punkten. Der NASDAQ 100 notierte zum Handelsschluss bei 4.806,138 Punkten, die Rekordmarke liegt bei 4.837,67 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 schloss mit 2.183,87 Zählern, der Rekord beträgt 2.193,81 Punkte.

Der Euro notierte nach US-Börsenschluss bei 1,1325 US-Dollar. Eine Feinunze Gold war am Spotmarkt für 1.341,47 US-Dollar zu haben, Rohöl der Nordseesorte Brent kostete zum US-Handelsschluss im Oktober-Kontrakt 50,88 US-Dollar das Fass. Der Euro-Bund-Future notierte am Freitag an der EUREX mit einem Schlusskurs von 167,01 Zählern. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen liegt aktuell bei -0,04 Prozent. Bundeswertpapiere bis zu einer vierzehnjährigen Laufzeit rentieren mit einem Negativzins. Der Spread zwischen zehnjährigen deutschen Bunds und zehnjährigen US-Staatsanleihen (1,58 Prozent Rendite) liegt damit bei 162 Basispunkten.

In der neuen Handelswoche begibt die Finanzagentur des Bundes am 22.08.2016 Geldmarktinstrumente (Bubill) mit einer zweijährigen Laufzeit und einem Emissionsvolumen von 1,5 Mrd. Euro (Neuemission) und am 24.08.2016 Kapitalmarktinstrumente (Bobl) mit einer fünfjährigen Laufzeit und einem Emissionsvolumen von 4,0 Mrd. Euro (Aufstockung).

 

Gold auf dem Weg zu neuen Jahreshochs

"Es gibt mehrere Gründe für einen stabilen bis weiter anziehenden Goldpreis ", erläutert Dirk Friczewsky, Finanzanalyst bei LYNX Broker. "Einer davon ist die globale Unsicherheit, die die Anlage in Gold als sicherem Hafen fördert. Noch wichtiger sind jedoch die über 3 Billionen US-Dollar an Anleihen mit Negativzins. Hinzu kommen bevorstehende saisonale Feste in Indien und China, die den Preis je Feinunze weiter antreiben könnten. Die nächsten technischen Zielmarken sind 1.400, 1.415 und 1.485 US-Dollar je Feinunze", führt Friczewsky aus.

 

Volkswirtschaftliche Daten und Unternehmensnachrichten

Montag: Die europäische Handelszeit am Montag beginnt um 09:00 Uhr mit den französischen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie dem Gesamtindex (Composite) für den August. Die Pendants für Deutschland stehen um 09:30 Uhr zur Bewertung an, die für die Eurozone um 10:00 Uhr. Um 12:00 Uhr wird die Trendumfrage zu den Auftragseingängen der britischen Industrie im August publiziert. Um 14:30 Uhr werden der kanadische Großhandelsumsatz im Juni und der Chicago Fed National Activity Index für den Juli ausgegeben. Markit veröffentlicht um 15:45 Uhr die US-Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe, den Dienstleistungssektor und den Gesamtindex (Composite) für den August. Zeitgleich weist die EZB ihre Ankaufvolumina für Staats- und Unternehmensanleihen, Pfandbriefe und ABS aus. Den Leitindex des Conference Boards für Australien im Juni gilt es um 16:30 Uhr zu beurteilen. Rund 100 Unternehmen berichten von ihren aktuellen Quartalszahlen und Jahresergebnissen, darunter Hitachi-Maxwell (J), Alno (D) und Big Lots (USA).

 

Dienstag: Am Dienstag wird um 01:05 Uhr das britische Konsumklima für den August der GfK ausgewiesen. Um 04:00 Uhr publiziert Nikkei seinen japanischen Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes für den August. Um 08:00 Uhr folgt die Schweizer Handelsbilanz für den Juli. Die britischen BBA-Hypothekengenehmigungen für den Juli werden um 10:30 Uhr ausgewiesen und um 11:00 Uhr ist die Anhörung der Bank of England zum Inflationsbericht von Interesse. Der Nachmittag beginnt mit den US-Aufträgen langlebiger Wirtschaftsgüter für den Juli um 14:30 Uhr und setzt sich um 14:55 Uhr mit den US-Redbook-Einzelhandelsumsätzen der Woche fort. Der Leitindex des Conference Boards für China im Juli kommt um 15:00 Uhr. Die Verkäufe neuer US-Häuser im Juli und das Verbrauchervertrauen der Eurozone im August stehen um 16:00 Uhr auf der Agenda der Händler. Nach US-Börsenschluss werden um 22:30 Uhr die API-Rohöllagerbestandsdaten veröffentlicht. Über 100 Konzerne veröffentlichen Finanzberichte, darunter Toll Brothers (USA), Best Buy (USA), Vienna Insurance Group (A), Emmi (CH), Bank of Montreal (CA) und Yingli Green Energy Holding (USA).

 

Mittwoch: Die neuseeländische Juli-Handelsbilanz steht am Mittwoch um 00:45 Uhr auf der Agenda. Die japanischen Dienstleistungspreise für den Juni folgen um 01:50 Uhr und die australische Bauleistung im zweiten Quartal um 03:30 Uhr. Die europäische Handelszeit läuten um 08:00 Uhr der Schweizer UBS-Konsumindikator für den Juli und die deutschen BIP-Daten für das zweite Quartal ein. Die Umfrage zu den in Großbritannien im August realisierten Absätzen wird um 12:00 Uhr veröffentlicht. Mit den MBA-Hypothekenanträgen der Woche laufen um 13:00 Uhr die ersten US-Daten über die Ticker. Der US-Hauspreisindex für den Juni wird um 15:00 Uhr und die US-Verkäufe bestehender Häuser im Juli werden um 16:00 Uhr veröffentlicht. Um 16:30 Uhr werden die US-EIA-Rohöllagerbestandsdaten der Woche ausgegeben. Über 100 Unternehmen legen Zahlen vor, darunter windeln.de (D), Datagroup (D), Glencore (JE), Royal Bank of Canada (CA), Flughafen Zürich (CH), Schoeller-Bleckmann (A), Royal Unibrew (DK), Hewlett-Packard (USA) und Guess (USA).

 

Donnerstag: Am Donnerstag werden um 01:50 Uhr die japanischen Wertpapiertransaktionsstatistiken der Woche und um 03:30 Uhr die australischen privaten Kapitalausgaben für das zweite Quartal ausgewiesen. Die deutschen Importpreise im Juli und der britische nationale Hauspreisindex für den August werden um 08:00 Uhr veröffentlicht. Die Schweizer Industrieproduktion im zweiten Quartal gilt es um 09:15 Uhr zu beurteilen. Ein Highlight des Handelstages ist der deutsche ifo-Index für den August um 10:00 Uhr. Geschäftsaussichten, Geschäftsklimaindex und aktuelle Lagebeurteilung stehen im Fokus der Anleger. Die italienischen Einzelhandelsumsätze für den Juni folgen um 11:00 Uhr. Um 14:30 Uhr werden die Erstanträge und fortgesetzten Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe publiziert, um 17:00 Uhr der Kansas Fed Index für das verarbeitende Gewerbe im August.

Rund 150 Konzerne berichten von ihren aktuellen Quartals und Jahresergebnissen, darunter Autodesk (USA), Dollar General (USA), Tiffany & Co (USA), Jimmy Choo (GB), Seadrill (NO), Douglas Holding (D), Fielmann (D), CTS Eventim (D), Vivendi (F), RTL Group (LU) und Sears Holdings (USA). In Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming findet von Donnerstag bis Samstag (25. bis 27. August) das alljährliche Symposium der Zentralbanker statt. Möglicherweise sind dort richtungsweisende Aussagen von Fed-Chefin Yellen und ihren Kollegen zu erwarten.

 

Freitag: Die japanischen nationalen Verbraucherpreise für den Juli und die Verbraucherpreise für den Großraum Tokio im August stehen am Freitag als erstes auf der Agenda. Um 08:00 Uhr folgt das deutsche Gfk-Konsumklima für den September. Die Privatkredite in der Eurozone für den Juli und die EZB-Geldmenge M3 im Juli werden um 10:00 Uhr ausgewiesen. Das britische BIP für das zweite Quartal, der Dienstleistungsindex im Dreimonatsdurchschnitt per Juni und die Gesamtinvestitionen von Firmen in Großbritannien im zweiten Quartal werden um 10:30 Uhr publiziert. Um 11:00 Uhr folgen die italienischen Verbraucherpreise im August. Um 14:30 Uhr werden das US-BIP und die US-Kernausgaben für den persönlichen Konsum im zweiten Quartal ausgewiesen. Der Markit-Einkaufsmanagerindex August für den US-Dienstleistungssektor ist um 15:45 Uhr zu bewerten. Das Konsumklima August von Reuters und University of Michigan wird um 16:00 Uhr publiziert. Um 19:00 Uhr wird der Baker-Hughes Rig Count ausgegeben. Kurz vor US-Börsenschluss um 21:30 Uhr schließt der CoT-Bericht der CFTC die Handelswoche ab. Die grafisch aufbereiteten Daten bekommen Anleger auf der Seite Commitments of Traders Report von LYNX tagesaktuell zur Verfügung gestellt. Rund 90 Konzerne berichten von ihren Ergebnissen, darunter Marshalls (GB), Einhell Germany (D), Adesso (D) und C.A.T. Oil (A).

 

Charttechnischer Ausblick – Märkte zwischen aufwärts und seitwärts

DAX-Future (Kontrakt 09-16)

Am Montag der vergangenen Handelswoche erreichte der DAX-Future noch ein neues Hoch, bevor es in den folgenden Tagen etwas abwärts ging. Das Wochentief wurde am Freitag knapp unter 10.500 Punkten markiert. Die angepeilten Käufe konnten trotzdem mit leichten Gewinnen geschlossen werden. Der Schlusskurs von Freitagabend lag im Bereich 10.550 Punkte. Weiterhin könnte der Handelsvorteil in den kommenden Tagen auf der Long-Seite liegen. Kurse oberhalb von 10.500 Punkten wären somit interessant für Kaufideen. Erneut wäre das Ziel 10.700 Punkte durchaus als realistisch zu werten. Ein Absacken unter die Unterstützung bei 10.500 Punkten sollte zu einer erhöhten Vorsicht bei Käufen sorgen, da das charttechnische Bild für die Käuferseite etwas unsauberer wird.

 

Chart

 

EUR/USD Wechselkurs 

Die schon in den letzten Wochen immer wieder angepeilte Long-Bewegung des EUR.USD wurde in der vergangenen Handelswoche endlich durch den Markt umgesetzt. Direkt ab Montag tendierte das Währungspaar nach oben und Käufe wurden zunehmend interessant. Das Wochenhoch lag wie vermutet knapp über 1,1350 und der Schlusskurs ebenfalls recht stark im Bereich 1,1330. Es wird interessant, wie sich der Markt in den kommenden Handelstagen entscheidet. Im Bereich 1,1400 zeigt sich ein etwas stärkerer Widerstand, welcher im ersten Anlauf wahrscheinlich nur mit enormer Stärke nachhaltig überwunden werden kann. Dieser Punkt sollte in Handelsüberlegungen auf jeden Fall mit einfließen. Bis hinab zur Marke 1,1250 sollte der aktuelle Long-Vorteil jedoch nicht an Relevanz verlieren. Die Abwärtsseite ist aktuell noch nicht interessant.

 

Chart

 

Bund-Future (Kontrakt 09-16)

Die Seitwärtsphase des Bund Future setzte sich auch in der vergangenen Handelswoche fort und die angemahnte Vorsicht hat sich bezahlt gemacht. Durch den gleich am Montag begonnenen Marsch nach unten war auch die aggressive Idee des antizipierten Ausbruchs nach oben passé. Zu beobachten ist, dass weiterhin die Schwankungsamplitude enger wird und sich die Seitwärtsphase immer weiter zuzieht. Der Schlusskurs von Freitagabend lag im Bereich 167,00 Punkte. Wie schon in der vergangenen Woche sind Kurse zwischen 166,75 und 168,00 Punkten für Handlungen eher uninteressant, da ein nennenswerter, brauchbarer Handelsvorteil nur schwer zu finden ist. Interessant wären eventuelle Ausbrüche nach oben oder unten, welche durchaus für etwas intensivere Bewegungen sorgen könnten. Nach oben wäre dann ein Ziel von 168,75 Punkten durchaus realistisch und nach unten von 166,00 Punkten.

 

Chart

 

S&P-Future (Kontrakt 09-16)

Direkt am Montag wurde das angepeilte Wochenziel von 2.190 Punkten erreicht und auch im Laufe der Handelswoche konnten Käufe an Unterstützungen in gewinnbringende Trades umgewandelt werden. Ein nennenswerter Durchbruch nach oben konnte jedoch nicht verzeichnet werden und der Markt kippt langsam etwas in eine Seitwärtsbewegung. Der Wochenschlusskurs lag nahe 2.181 Punkten. Oberhalb von 2.168 Punkten sollte long auch weiterhin die vorteilbehaftete Seite sein, wobei der Markt für stärkere Bewegungen einen neuen Anschub benötigt. Aus charttechnischer Sicht wäre eine deutlichere Abwärtsbewegung nicht auszuschließen, wobei Trades in diese Richtung nur bei stärker aufkommendem Abwärtsmomentum eine ausnutzbare Relevanz bekommen sollten. Short-Trades sind somit vorerst noch keine Option. Ein neues Hoch dagegen wäre aktuell nicht auszuschließen.

 

Chart

 

Disclaimer

CFD sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 66% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

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