Wochenendkommentar: DAX ist im Frühsommer 2015 ein Tradingmarkt

Ayondo Markets: Gegen die Update-Meldungen zu Griechenland ist die Twitter-Tacktung eines Sascha Lobo geradezu langweilig. Förmlich im Halbstundentakt hat irgendjemand mit irgendeinem Griechen gesprochen und verkündet wechselweise Durchbruch, Abbruch oder Aufschub. Die griechische Tragödie hat mittlerweile eine Überlänge, die selbst geduldige Zuschauer dieses Schauspiels ermüdet. Für den DAX jedoch bedeutet es, dass er so wie am Donnerstag mitunter binnen Sekunden um 50 oder gar 100 Punkte aufwärts oder abwärts geschickt wird, Bewegungen aus dem Nichts entstehen.

Tradingmarkt DAX
Dies strahlt auch auf Bund-Future – den Zinsmarkt also – und die Währungen aus und so ergibt sich für Investoren mittlerweile ein recht chaotisches Bild. Der DAX ist im Frühsommer 2015 zu einem Tradingmarkt geworden, den man je nach Nachrichtenlage short oder long handeln kann. Die Verweildauer der Großinvestoren beträgt mitunter nur wenige Tage oder Stunden auf der einen oder anderen Seite. Mit dem Sprung zurück über die 11.000er-Marke hat der DAX immerhin seine Ampel auf gelb belassen, noch ist die Warnfarbe nicht rot. Doch abseits der Griechen häufen sich die Warnsignale.

Die Zinslandschaft sorgt für Unruhe, der S&P500 verweigert eine deutliche Korrektur in einem Maße, dass man nur in den 50er- und 90er-Jahren je einmal zu verzeichnen hatte. Die Tätigkeit im M&A-Sektor bei Übernahmen nimmt zu und viele Bewertungsindikatoren funken SOS. Sorglosigkeit ist also nicht angebracht, doch immerhin stimmen die Wachstumsdaten in Europa und den USA. Die Notenbank von Atlanta hat just ihre Schätzung für das US-BIP erhöht, auch in Europa kommen einige Staaten ins Laufen. Dieses Gesamtbild rechtfertigt, dass der DAX sich um die 11.000er-Marke erst einmal sammelt.

Sollte sich final zu Griechenland doch ein Ende mit Schrecken ergeben und die Notenbanken weiter stillhalten, dann könnte es mit der Korrektur in zwei Phasen in der Tat getan sein und der Markt im Sommer neuen Schwung holen. Neue Sorgen sollten aber nicht dazukommen.
 

Von Sarah Brylewski

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