Goldkommentar: US-Staatsschulden könnten eine erneute Krise auslösen
VanEck: Obwohl sich Gold und Goldaktien länger als erwartet schlecht entwickelt hätten, sprechen die potenziellen Risiken an den Finanzmärkten dafür, dass langfristig orientierte Anleger belohnt werden. „Die explodierenden Schulden in den USA könnten eine erneute Krise auslösen.
Vor allem China, der größte Inhaber von US-Treasuries, dürfte davon betroffen sein“, sagt Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold-Fonds von VanEck. Für eine erneute Krise und damit potenziell positive Entwicklung von Gold und Goldaktien sprächen sechs Faktoren:
- Aktuell belaufen sich die staatlich garantierten Studienkredite auf fast 1,4 Billionen US-Dollar, was laut den November-Daten des US-Bildungsministeriums eine Finanzierungslücke von 36 Milliarden US-Dollar ausmacht. Im Jahr zuvor lag die Prognose für das Defizit noch bei 8,4 Milliarden US-Dollar. Für die Steuerzahler stelle dieser Trend laut Foster eine enorme Belastung dar.
- Darüberhinaus werden die Kosten der Sozialversicherung noch im laufenden Jahr die Einnahmen übersteigen, obwohl dies im vergangenen Jahr erst für 2021 erwartet worden sei. „Die verfügbaren Mittel werden vermutlich 2034 aufgebracht sein als noch im vergangenen Jahr prognostiziert“, so der Experte. Auch das Medicare- und das Medicaid-Programm hätten eine ähnliche Verschlechterung ihrer Finanzierungssituation gemeldet.
- Die Schulden im Unternehmenssektor belaufen sich auf 45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dieser Wert sei zuletzt in der Finanzkrise von 2008 verzeichnet worden, und davor beim Platzen der Dotcom-Blase 2001.
- Des Weiteren hat das globale Volumen der Leveraged Loans im letzten Jahr laut Angaben des Wall Street Journals mit 1,6 Billionen US-Dollar einen neuen Höchstwert erreicht, und das Volumen der Neuemissionen überstieg den bisherigen Rekordwert aus 2007.
- Der Grant’s Interest Rate Observer hat im März einen Bericht von Bianco Research zitiert, demzufolge es sich bei 14,6 Prozent der Unternehmen im S&P 1500 um „Zombies“ handelt, bei denen die Gewinne vor Zinsen und Steuern nicht ausreichen, um die bestehenden Zinsverbindlichkeiten zu bedienen“, sagt Foster. Unmittelbar vor der Großen Rezession im 4. Quartal 2007 habe dieser Wert bei 5,7 Prozent gelegen.
- Zusammengefasst liegt das kombinierte Gesamtvolumen der US-amerikanischen Haushalts-, Unternehmens- und Staatsschulden laut Daten von Gluskin Sheff auf dem Höhepunkt von 50 Billionen US-Dollar, was 250 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht und somit 25 Prozent über dem Wert zur Zeit der Kreditblase.
„Derzeit scheint die USA nicht an einer Stabilisierung oder gar Reduzierung des Schuldenwachstums zu arbeiten. Und auch die Wähler ziehen die politischen Entscheidungsträger nicht zur Verantwortung. Sollte diese Entwicklung nicht gestoppt werden, dürfte sie eine erneute Krise auslösen“, erklärt Foster.
Im Vergleich zur Finanzkrise von 2008 läge die Ursache der Krise nicht in Subprime-Krediten, sondern in hohen Staatsschulden. Dennoch zeige die Politik derzeit kein Interesse daran, die Steuern anzuheben oder die Ausgaben zu senken. Dieses Umfeld könne sich langfristig positiv auf die Entwicklung von Gold und Goldaktien auswirken.
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