Generationengerechtigkeit: Wirtschaftlich nachhaltige Rente finden wenig Zustimmung in Deutschland
Die Bevölkerung in Deutschland lehnt Reformen mehrheitlich ab, die die Nachhaltigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung stärken würden.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des ifo Instituts.
„Eine Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung und eine stärkere Begrenzung der Rentenanstiege sind notwendig, aber nicht sehr populär“, sagt ifo-Forscher Mathias Dolls.
„Zudem unterschätzen die Befragten die ungleiche Altersstruktur der Wahlberechtigten in Deutschland. Diese ist durch einen hohen Anteil älterer Wählerinnen und Wähler gekennzeichnet. Dadurch drohen die Interessen der jungen Generation im politischen Prozess zu wenig Beachtung zu finden.“
Die Teilnehmenden der Umfrage wurden nach ihrer Zustimmung zu zwei Reformoptionen befragt: Erstens ein an die Lebenserwartung gekoppeltes Rentenalter und zweitens eine Reduzierung der Rentenanstiege, so dass diese weniger stark steigen als Löhne und Gehälter.
Auf einer Skala von 0 (stimme gar nicht zu) bis 10 (stimme voll zu) liegen die durchschnittlichen Zustimmungswerte für die beiden präsentierten Reformmaßnahmen zwischen zwei und drei.
Gleichzeitig sollten die Befragten schätzen, wie viele Wahlberechtigte 55 Jahre oder älter bzw. 25 Jahre oder jünger sind.
„Die Befragten schätzen den Unterschied zwischen den über 55-Jährigen und den unter 25-Jährigen auf etwa 25 Prozentpunkte. Tatsächlich sind es 38 Prozentpunkte“, sagt Lisa Windsteiger, Professorin an der Universität Salzburg und Forschungsdirektorin am ifo Institut.
Diese Information wurde ergänzt um den Hinweis, dass ein hoher Anteil älterer Wahlberechtigter dazu führen kann, dass die Anliegen der jungen sowie zukünftiger Generationen von der Politik nicht ausreichend Gehör finden.
„Unsere Studie zeigt ein ernüchterndes Bild: Allein die Bereitstellung von Fakten reicht nicht aus, um die Akzeptanz von Reformmaßnahmen zu erhöhen“, sagt ifo-Forscherin Julia Baarck.
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