DAX tritt auf der Stelle – Geldpolitik und Berichtssaison im Fokus

Mit dem scheinbaren Stillstand in Verhandlungen und Kampfmaßnahmen im Nahen Osten tritt auch der DAX weiter auf der Stelle. Die Umsätze gehen weiter zurück, die täglichen Handelsspannen werden kleiner.

Der Großteil der Anleger wartet ab und fokussiert sich auf nur wenige Unternehmen.

Alles in allem aber überwiegt die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges und stützt die europäischen Aktienmärkte.

 

DAX Chart

Unterdessen entfalten die stark gestiegenen Energiepreise ihre Wirkung und strahlen auf das Konsumentenvertrauen in Europa ab.

Das zeigte sich heute im GfK-Konsumklima für Mai, das seinen Abwärtstrend erneut beschleunigte.

In dieser Woche wird neben der Bank of Japan und der Federal Reserve auch die Europäische Zentralbank ihre Zinssitzung abhalten.

Besonders spannend dürften deren Aussagen zu den gestiegenen Energiepreisen werden, denn die EZB hat in ihren Konjunkturszenarien zuletzt mit einem Preisniveau zwischen 69 und 75 US-Dollar gerechnet.

 

Rohöl Chart

 

Die extrem starken Preisanstiege werden Konsequenzen haben, ob auf der Preis- oder der Konjunkturseite. Die EZB befindet sich damit in einer Pattsituation. Einerseits will und muss sie potenziellen Inflationsgefahren entgegenwirken, andererseits aber besteht die Gefahr, dass die ohnehin fragile Wirtschaftslage in der Eurozone durch ein höheres Zinsniveau zusätzlich belastet würde.

Gerade in dem Fall, wenn die Unternehmen die gestiegenen Kosten nicht direkt an den Endverbraucher weitergeben.

Zusätzlich stellen die Störungen der Lieferketten einen wesentlichen Belastungsfaktor dar.

Die mangelnde Versorgung mit Kerosin und Helium aus dem Nahen Osten kann zu einer Verlängerung der Problemsituation für die europäische Wirtschaft führen.

Immer mehr Fluggesellschaften reagieren auf das grundsätzliche Problem und lassen Flugzeuge am Boden. In dieser Frage erwarten die Investoren ebenfalls Aussagen der EZB und mögliche Reaktionen.

Also, auch wenn die Sitzung in dieser Handelswoche etwas im Schatten der anderen Großereignisse steht, ist sie nicht minder interessant.

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