Wochenvorschau: Notenbanken bestimmen die Richtung an den Finanzmärkten
Die kommende Handelswoche dürfte ganz im Zeichen der internationalen Notenbanken stehen. Nach den jüngsten Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank und die australische Notenbank aufgrund des wieder zunehmenden Inflationsdrucks richten Anleger ihren Blick nun auf weitere wichtige Zinsentscheidungen.
Insbesondere die Sitzungen der Bank of Japan, der US-Notenbank Fed und der Bank of England könnten für erhebliche Bewegungen an den Aktien-, Anleihe- und Devisenmärkten sorgen.
Zinsentscheid der japanischen Notenbank.
Dieser Schritt gilt jedoch weitgehend als eingepreist. Entscheidend wird daher weniger die eigentliche Entscheidung sein als vielmehr die zukünftige Ausrichtung der japanischen Geldpolitik.
Bereits seit der Sitzung im April hat die Notenbank einen zunehmend restriktiven Ton angeschlagen und die Risiken einer anhaltend hohen Inflation stärker hervorgehoben.
Äußerungen von Notenbankchef Kazuo Ueda und weiteren Ratsmitgliedern deuten darauf hin, dass die Inflationsentwicklung inzwischen als breiter und nachhaltiger angesehen wird.
Anleger werden daher genau darauf achten, ob weitere Zinserhöhungen für die kommenden Monate signalisiert werden.

Mit Blick auf das Währungspaar USDJPY bleibt es weiter sehr spannend. Das wichtige Widerstandslevel um die Marke von 160,00 JPY hat weiterhin Bestand.
Sollte es hier dazu kommen, dass der Markt wieder abprallt, dürften kurzfristige Trader den Fokus auf einen deutlichen Move in Richtung von 155,00 JPY legen.
Konjunkturdaten aus Deutschland
Ebenfalls am Dienstag stehen die deutschen Konjunkturerwartungen für den Monat Juni auf der Agenda.
Nachdem der entsprechende Index zuletzt bei minus 10,2 Punkten lag, wird sich zeigen, ob die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland erste Anzeichen einer Stabilisierung erkennen lässt.

Negative Nachrichten dürften für den deutschen Leitindex eher wieder zu einer Bewährungsprobe der jüngsten Erholung werden und den Fokus auf 25.600 Punkte legen. Bleibt die Stimmung allerdings etwas positiver, dann dürfte der Fokus relativ schnell auf die Thematik der Ausbruchsszenarien aus der korrektiven Flagge im großen übergeordneten Aufwärtstrend des Tages in den Fokus der Traderinnen und Trader kommen.
Kursziele, in diesem Fall das Schwunglevel um die Marke von 25.000 Punkten und danach rückt der Preisbereich um die 25.350 Punkte Marke in den Fokus.
DAX Chart
U.S. Notenbank und Bank of England
Auch in Großbritannien werden am Mittwoch die aktuellen Verbraucherpreisdaten veröffentlicht. Sie gelten als wichtiger Gradmesser für die geldpolitischen Entscheidungen der Bank of England, die am Donnerstag ihren Zinsentscheid bekannt geben wird. Aktuell rechnen viele Marktteilnehmer damit, dass auch die britische Notenbank ihren restriktiven Kurs fortsetzt.
Das wichtigste Ereignis der Woche dürfte jedoch die Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwochabend sein. Zwar wird derzeit nicht erwartet, dass der Leitzins verändert wird. Doch die Aussagen der Notenbank dürften erhebliche Auswirkungen auf die Märkte haben. Besonders im Fokus stehen die aktualisierten Wirtschaftsprognosen sowie der sogenannte Dot Plot, in dem die Mitglieder des Offenmarktausschusses ihre Erwartungen für die zukünftige Zinsentwicklung veröffentlichen.
Die Herausforderung für die Fed besteht darin, einerseits die weiterhin erhöhte Inflation ernst zu nehmen und andererseits die Kapitalmärkte nicht zu verunsichern. Zuletzt waren die Renditen amerikanischer Staatsanleihen rückläufig. Sollte die Fed jedoch einen deutlich restriktiveren Ton anschlagen, könnten die Renditen wieder anziehen und insbesondere zinssensitive Wachstumswerte unter Druck geraten. Der Mittwochabend dürfte daher zu einem der wichtigsten Termine des Monats werden.
Abseits der Notenbanken bleibt die Berichtssaison vergleichsweise ruhig. Der US-Hausbauer Lennar veröffentlichte Zahlen im Rahmen der Erwartungen und konnte auf bereinigter Basis sogar positiv überraschen. Die Prognosen für die Auslieferungen wurden allerdings leicht gesenkt, was die weiterhin bestehende Unsicherheit am US-Immobilienmarkt unterstreicht. Gleichzeitig zeigen Unternehmen wie RH aus dem Luxusmöbelsektor, dass sich die Nachfrage in einigen Konsumbereichen weiterhin robust entwickelt.
Am Donnerstag richtet sich der Blick erneut auf den US-Arbeitsmarkt. Nach der Zinsentscheidung der Bank of England werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Sie liefern wichtige Hinweise auf die Stabilität des amerikanischen Arbeitsmarktes und damit auf den zukünftigen geldpolitischen Spielraum der Fed.
Ölmarkt und Geopolitik
Ein weiterer wichtiger Faktor bleibt der Ölmarkt.
Zuletzt sorgten Hoffnungen auf eine diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran für Entspannung.
Sollte es tatsächlich zu einer Vereinbarung kommen, steigen die Chancen auf weiter fallende Ölpreise.

Eine erneute Verschärfung der geopolitischen Lage würde dagegen das Potential für einen Anstieg bei WTI in Richtung 92 bis 94 US-Dollar eröffnen.
Für Anleger bleibt der Ölpreis damit auch in der kommenden Woche ein zentraler Indikator für Inflationserwartungen und Marktstimmung.
WTI Öl Chart
Fazit
Insgesamt erwartet die Finanzmärkte eine Woche voller wichtiger Entscheidungen.
Vor allem die Aussagen der großen Notenbanken dürften darüber entscheiden, ob die zuletzt freundliche Stimmung an den Börsen Bestand hat oder ob neue Unsicherheiten aufkommen.
Disclaimer & Risikohinweis
72% der Privatanleger-Konten verlieren Geld beim Handel mit CFDs bei Tickmill Europe Ltd.
CFDs sind komplexe Instrumente und bergen ein hohes Risiko. Durch Leverage kann Kapital schnell verloren werden. Überlegen Sie sich, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Verlustrisiko einzugehen.
Futures und Optionen: Der Handel mit Futures und Optionen auf Margin ist mit einem hohen Risiko verbunden und kann zu Verlusten führen, die Ihre ursprüngliche Investition übersteigen. Diese Produkte sind nicht für alle Anleger geeignet. Vergewissern Sie sich, dass Sie die Risiken vollständig verstehen und Ihr Risiko angemessen steuern.
Haftungsausschluss: Das bereitgestellte Material dient nur zu Informationszwecken und sollte nicht als Anlageberatung betrachtet werden. Die im Text geäußerten Ansichten, Informationen oder Meinungen gehören ausschließlich dem Autor und nicht dem Arbeitgeber, der Organisation, dem Ausschuss oder einer anderen Gruppe oder Einzelperson oder Firma des Autors.
Themen im Artikel
Infos über Tickmill
Tickmill ist ein weltweit tätiger Forex- und CFD-Broker mit Non-Dealing-Desk-Ausführung, der Orders direkt über den Interbankenmarkt ohne Requotes verarbeitet. Das kommt aktiven und kostenbewussten Tradern zugute, weil Spreads oft eng sind und Ausführungen automatisiert erfolgen. Ergänzend bie...
Tickmill Nachrichten
-
Gold im Fokus: Kurzfristig Erholung – Mittelfristig weiter abwärts
Der Goldpreis befindet sich bereits seit geraumer Zeit in einer intakten Abwärtsbewegung. Die zuletzt identifizierten Kursziele auf der Unterseite wurden inzwischen erreicht, wodurch sich die...
-
Wochenausblick: DAX verliert an Stärke – Wallstreet vor wichtiger Bewährungsprobe
Die vergangene Handelswoche hat an den internationalen Aktienmärkten einige interessante Entwicklungen hervorgebracht. Während sich die großen US-Indizes weiterhin in der Nähe ihrer Rekordstände bewegen, zeigt...
-
USD/JPY an entscheidender Widerstandszone
Während viele Marktteilnehmer ihren Fokus derzeit auf DAX, Nasdaq oder den Nikkei richten, entwickelt sich im Währungspaar USD/JPY eine hochinteressante charttechnische Situation. Der US-Dollar gegenüber...
-
WTI: Geopolitik treibt den Ölpreis –zwei Setups sind jetzt besonders interessant
Zum Wochenstart lohnt sich für aktive Traderinnen und Trader ein genauer Blick auf den Ölmarkt. Der WTI-Ölpreis startet mit Rückenwind in die neue Handelswoche. Auslöser...
-
Wochenausblick: Jetzt wird es für DAX, Nasdaq und Nvidia spannend!
Die vergangene Handelswoche hatte es in sich. Vor allem die großen US-Indizes präsentierten sich erneut in starker Verfassung. Während der S&P 500 und auch der...







