Aktie im Fokus: Fielmann mit 3,6% Dividendenrendite – Analysten sehen über 60% Kurspotential

Die Aktie des SDAX-Konzerns Fielmann notierte am 11. Juli 2025 via Xetra auf einem hier für die Analyse relevanten Zwischenhoch von 58,80 Euro. Seitdem korrigierte das Wertpapier bis auf ein Zwischentief vom 21. Juli 2026 auf 37,95 Euro.

Zuletzt handelte die Fielmann Aktie im Bereich rund um die 39,10 Euro Marke.

Aufgrund dieses Kursverlaufs wären die nächsten Ziele auf der Ober- und Unterseite näher abzuleiten.

  • Die Widerstände kämen bei 42,87 Euro, 45,92 Euro, 48,38 Euro, 50,84 Euro, 53,88 Euro, 58,80 Euro und 63,72 Euro in Betracht.
  • Die Unterstützungen wären bei 37,95 Euro, 34,90 Euro und 33,02 Euro auszumachen.

 

Fielmann Chart

 

Fielmann Kursziele

Die Experten von Deutsche Bank Research vergaben ein Ziel von 63,00 Euro. Dieses Ziel wäre mit dem hier technisch ermittelten Widerstand von 63,72 Euro noch ansatzweise zu erklären. Beim Erreichen des Widerstands wäre das Ziel ohnehin als abgearbeitet zu betrachten.

 

Fielmann Chart

 

Analyse der Broker-Test.de Redaktion

Fielmann: die Fundamentaldaten

Fielmann weist eine Dividendenrendite von 3,6% auf und positioniert sich damit als ausschüttungsorientierter Titel. Bemerkenswert ist die Kombination mit einer Ausschüttungsquote von lediglich 2,3%. Diese beiden Werte stehen rechnerisch in einem ungewöhnlichen Verhältnis zueinander, da eine Ausschüttungsquote in dieser Größenordnung normalerweise auf eine sehr geringe Dividende im Verhältnis zum Gewinn hindeutet. Sollte die Ausschüttungsquote in der vorliegenden Form korrekt sein, würde dies bedeuten, dass die Dividende nur zu einem kleinen Teil aus dem laufenden Gewinn finanziert wird und entsprechend hohe Spielräume verbleiben. Für Anleger, die auf laufende Erträge achten, ist dieser Aspekt der zentrale Punkt bei der Einordnung des Titels.

Die Ertragskraft des Unternehmens zeigt sich in einer Eigenkapitalrendite von 20,1%, die auf eine effiziente Verwendung des eingesetzten Kapitals hindeutet. Die operative Marge liegt bei 13,9%, was auf eine solide, wenn auch nicht übermäßig hohe operative Profitabilität hinweist. Das Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahresquartal fällt mit +1,9% moderat aus und signalisiert eine eher gemächliche Geschäftsentwicklung im betrachteten Zeitraum.

Bei der Bewertung zeigt sich ein gemischtes Bild: Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,6 steigt auf einen erwarteten Wert von 19,8, was auf einen erwarteten Rückgang des Gewinns oder eine steigende Bewertung hindeutet. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 3,0 zeigt, dass der Markt das Unternehmen deutlich über seinem bilanziellen Eigenkapital bewertet. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA liegt bei 6,5 und rundet das Bewertungsbild ab, ohne dass hierzu Vergleichswerte vorliegen, die eine weitergehende Einordnung erlauben würden.

 

Fielmann – Kennzahlen im Überblick
Bewertung und Ertragskraft auf einen Blick
15,6×
Kurs-Gewinn-Verhältnis (aktuell)
19,8×
Kurs-Gewinn-Verhältnis (erwartet)
3,6%
Dividendenrendite
2,3%
Ausschüttungsquote
Quelle: Broker-Test.de

 

Nächster Quartalstermin: 5. November 2026.

Fielmann: Fazit für Anlegertypen

Für risikoaverse Anleger könnte Fielmann aufgrund der fundamentalen Substanz interessant sein: Die Eigenkapitalrendite von 20,1% und die Dividendenrendite von 3,6% signalisieren ein solides, ertragsstarkes Geschäftsmodell, das zusätzlich laufende Erträge liefert. Allerdings fällt auf, dass die Ausschüttungsquote mit lediglich 2,3% angegeben ist, was im Verhältnis zur genannten Dividendenrendite ungewöhnlich niedrig wirkt und die Datenlage an dieser Stelle nicht ganz stimmig erscheint – ein Punkt, den vorsichtige Anleger vor einer Entscheidung genauer prüfen sollten. Das mit 15,6 moderate aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis steigt zudem auf erwartete 19,8, was auf nachlassende Gewinndynamik hindeutet und die Bewertung weniger günstig erscheinen lässt, als der aktuelle Wert suggeriert.

Für risikoaffine Anleger könnte der Reiz vor allem im charttechnisch ausgewiesenen Kurspotential von +63% bis zum höchsten Widerstand liegen, das sich mit dem von der Deutschen Bank Research genannten Kursziel von 63,00 Euro nahezu deckt. Diese Übereinstimmung zwischen technischer und fundamentaler Einschätzung könnte als Bestätigung gelesen werden, doch relativiert sich die Chance dadurch, dass das Analystenziel beim Erreichen des Widerstands als abgearbeitet zu betrachten wäre – Luft nach oben über dieses Szenario hinaus liefern die vorliegenden Daten also nicht. Das mit 3,0 recht hohe Kurs-Buchwert-Verhältnis sowie das nur schwache Umsatzwachstum von +1,9% gegenüber dem Vorjahresquartal mahnen zudem zur Vorsicht, dass ein Kursanstieg dieser Größenordnung fundamental nicht zwingend unterlegt wäre.

Kurzfristig orientierte Anleger könnten sich an der klaren charttechnischen Marke von 63,72 Euro orientieren, die zugleich als Zielbereich der Analysten fungiert und somit einen konkreten Referenzpunkt für die nähere Zukunft liefert. Die Diskrepanz zwischen dem soliden aktuellen KGV von 15,6 und dem deutlich höheren erwarteten Wert von 19,8 spricht jedoch dafür, dass kurzfristige Kursbewegungen eher von der technischen Marke als von fundamentaler Neubewertung getrieben sein könnten.

Langfristig orientierte Anleger könnten sich stärker an der operativen Marge von 13,9%, der Eigenkapitalrendite von 20,1% und dem Unternehmenswert-EBITDA-Verhältnis von 6,5 orientieren, die insgesamt für eine solide operative Basis sprechen. Das schwache Umsatzwachstum von +1,9% dürfte allerdings die Frage aufwerfen, ob sich diese Ertragsstärke auch künftig in nennenswertem Wachstum niederschlägt, zumal das steigende erwartete KGV bereits eine gewisse Skepsis des Marktes hinsichtlich der kurzfristigen Gewinnentwicklung andeutet.

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