Deutsche Refinanzierung: Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe steigt auf 15-Jahreshoch
Die Aussicht auf steigende Zinsen und höhere Ölpreise haben die Renditen deutscher Staatsanleihen heute auf neue Hochstände getrieben.
Unter Druck standen auch französische Staatsanleihen, deren Renditen nahe ihrer 18-Jahres-Hochs verharrten.
Der Risikoaufschlag französischer zehnjähriger Papiere gegenüber deutschen Bundesanleihen lag bei 84,30 Basispunkten. Anleger blicken mit Sorge auf den bevorstehenden schwierigen Haushaltsstreit in Paris. Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr hatte die international steigenden Renditen zuletzt schon als Warnsignal bezeichnet. Dadurch verteuere sich die Aufnahme neuer Schulden an den Rentenmärkten, während zugleich die Gefahr einer größeren globalen Staatsschuldenkrise zunehme.
Sorgen wegen Turbulenzen am US-Anleihemarkt
US-Finanzminister Scott Bessent versuchte heute unterdessen, Sorgen hinsichtlich der jüngsten Turbulenzen am US-Staatsanleihemarkt zu entkräften. „Zunächst einmal ist mir nicht klar, wo es Turbulenzen am Anleihemarkt geben soll“, sagte Bessent heute vor dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Staaten in Asheville im Bundesstaat North Carolina. Er verwies darauf, dass es am US-Anleihemarkt in diesem Jahr im Vergleich zu den Bondmärkten anderer Industrieländer am besten gelaufen sei.
Zudem befänden sich die USA in einer stärkeren Position als viele andere Staaten, da das Land trotz hoher Haushaltsdefizite weiter wirtschaftlich zulege:
„Entscheidend ist auch, dass wir wachsen.“
Mitte August waren die Renditen 30-jähriger US-Anleihen mit 5,337 Prozent auf den höchsten Stand seit der heraufziehenden Finanzkrise von 2007 gestiegen. Mittlerweile sind die Renditen zwar etwas gesunken. Mit 5,21 Prozent liegen sie aber immer noch auf einem relativ hohen Niveau.
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