Aktienanalyse: BlackRock – Dividendenerhöhung trotz schlechtem Q4 2018

XTB: Die zu Beginn der Jahrtausendwende begonnen breite Einführung des Internets hat die Finanzmärkte für viele Anleger zugänglicher gemacht. Doch auch trotz dieses erleichterten Zugangs bleiben einige Märkte für Kleinanleger unerreichbar. Hier setzt unsere Aktienanalyse an. Als weltweit größter ETF-Anbieter hilft BlackRock Händlern aus der ganzen Welt, indirekt an den Märkten zu partizipieren, die entweder für reguläre Anleger aufgrund von Regulierungsproblemen nicht zugänglich sind oder zu kostspielig sind, um ein direktes Engagement zu erhalten.

In diesem Bericht werfen wir einen kurzen Blick auf die ersten Jahre des Unternehmens sowie auf die Details zu den Bereichen ETF und aktive Vermögensverwaltung.

 

BlackRock verzeichnete seit Beginn dieses Jahrzehnts ein erfreuliches Wachstumstempo beim verwalteten Vermögen. Man kann feststellen, dass das Aktienportfolio das volatilste Segment ist und die Performance in diesem Bereich den größten Einfluss auf die Form der gesamten Kurve des verwalteten Vermögens hat. Quelle: Bloomberg, XTB Research

Von Anfang an signifikante Mittelzuflüsse
Bevor wir einen Blick auf den aktuellen Zustand von BlackRock werfen, gehen wir kurz durch die Geschichte des Unternehmens: BlackRock wurde 1988 von einer Gruppe ehemaliger Investmentbanker gegründet, die eine Vermögensverwaltungsgesellschaft für institutionelle Kunden gründen wollten, die dem Risikomanagement mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

Das Unternehmen begann schnell Gewinne zu erzielen und lockte damit zusätzliches Kapital an. Innerhalb weniger Monate vervierfachte sich das Vermögen des Unternehmens auf 2,7 Mrd. USD im Jahr 1989. BlackRock konnte in den nächsten Jahren sein starkes Wachstumstempo aufrechterhalten, wobei das verwaltete Vermögen Ende 1992 auf 17 Mrd. USD und Ende 1999 auf 165 Mrd. USD anstieg.

 


 

Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends war geprägt von einer verstärkten Aktivität von BlackRock auf dem M&A-Markt. Das Unternehmen erwarb das Investmentfondsgeschäft von “State Street Research and Management” und fusionierte später mit “Merrill Lynch Investment Managers”.

Die wohl wichtigste Akquisition für das Unternehmen erfolgte jedoch Mitte 2009, als BlackRock das Geschäft von Global Investors von Barclays kaufte, zu denen auch die iShares-ETF-Produktgruppe gehörte.

 

BlackRock ist unbestrittener Marktführer unter den ETF-Anbietern, mit fast 60% mehr verwalteten Vermögen als der zweitplatzierte Vanguard. Man kann jedoch feststellen, dass sich die Wachstumsraten der Vermögenswerte in diesem Jahrzehnt deutlich verlangsamt haben, was darauf hindeuten könnte, dass die anfängliche schnelle Expansion der ETFs bereits vorbei ist. Quelle: etf.com, XTB Research

Schneller Sprung zur führenden Position im ETF-Bereich
Exchange Traded Funds, kurz ETFs, sind relativ neue Finanzinstrumente mit einer Geschichte von weniger als drei Jahrzehnten. Doch trotz einer so kurzen Existenz gewann diese Anlageform bei vielen Investoren an Attraktivität. Seit der Finanzkrise stiegen die von ETFs verwalteten Vermögenswerte von 700 Mrd. USD auf über 5 Bio. USD. Das hervorragende Wachstum wird sich fortsetzen, da Ernst & Young prognostiziert, dass dieser Markt bis 2020 auf 7,6 Bio. USD wächst. Um sich das Ausmaß des Marktes vorzustellen, könnte die Größe Japans, der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt, herangezogen werden, die nach Angaben des Internationalen Währungsfonds im Jahr 2018 5,07 Bio. USD betrug.

Die Entwicklung der ETF-Anleger verheißt für die Zukunft noch bessere Aussichten.

Laut der von Charles Schwab durchgeführten ETF-Investorenstudie 2018 sind sogenannte Millennials (Altersgruppe: 25-37 Jahre) am meisten an ETF-Produkten interessiert. Darüber hinaus bestätigten 56% der Befragten dieser Altersgruppe, dass sie alle Einzelwerte in ihren Portfolios durch ETFs ersetzt haben. In jeder Altersgruppe, die in der Studie untersucht wurde, lag der Anteil der Befragten, die mindestens einen Teil ihrer individuellen Aktienbestände durch ETFs ersetzten, bei über 50%. Von allen Befragten der Studie äußerten 54% den Wunsch, den Anteil der ETFs in ihren Portfolios im nächsten Jahr zu erhöhen.

Andererseits planten nur 4%, den Anteil der ETFs an ihren Investitionen entweder moderat oder deutlich zu verringern.

 


 

Allerdings sieht es so aus, als gäbe es eine vielversprechende Zukunft für die ETF-Industrie, da die Flexibilität der ETFs weiterhin mehr und mehr Kapital für solche Anlageinstrumente anzieht. Unter diesen Umständen kann BlackRock aufgrund seines signifikanten Marktanteils stärker als andere ETF-Anbieter profitieren. Die 10 größten ETF-Anbieter verfügen über ein ETF-Vermögen von rund 3,2 Bio. USD, von denen 1,33 Bio. USD (41,7%) von BlackRock verwaltet werden.

Die Größe einzelner ETFs spielt auch eine Rolle bei der Anlageentscheidung, da Aktien von ETFs mit mehr Vermögen tendenziell liquider sind und die Anleger sie wiederum gegenüber kleineren Wettbewerbern bevorzugen.

Da 19 der 50 größten ETFs aus der iShares-Produktgruppe von BlackRock stammen, ist BlackRock gut positioniert, um der erwarteten weiteren Expansion der Branche gerecht zu werden.

 

Umsatz und Ertrag von BlackRock stiegen im Laufe des Jahres 2009 deutlich an, nachdem der Vermögensverwalter die Kontrolle über die ETF-Produktgruppe iShares übernahm. Seitdem verzeichnete das Unternehmen ein leichtes Gewinnwachstum, aber die Gewinnmarge liegt immer noch im Bereich von 25% bis 35%. Quelle: Bloomberg, XTB Research

Ist aktives Management wirklich so schlecht?
Obwohl ETFs sicherlich ein wichtiger Bestandteil des BlackRock-Geschäfts sind, darf man die anderen vom Unternehmen verwalteten Fonds nicht vergessen. Tatsächlich machen die iShares-ETFs weniger als 30% des verwalteten Gesamtvermögens von BlackRock aus. Der verbleibende Teil – mehr als 4,4 Bio. USD – wird den Investmentfonds zugeschrieben.

Die Popularisierung der passiven Management-Ideologie in z.B. ETFs ließ die Anzahl der Marktteilnehmer die Angemessenheit in Frage stellen, mehr für aktiv verwaltete Fonds zu zahlen, während sie im Durchschnitt dazu neigen, den breiten Markt zu underperformen. Bei Fonds, die von BlackRock-Managern verwaltet werden, ist dies ist jedoch nicht unbedingt der Fall.

Laut Angaben im Unternehmensbericht für das vierte Quartal 2018 konnten die meisten aktiv verwalteten Fonds in den letzten Jahren sogar die Benchmarks übertreffen. Während des Fünfjahreszeitraums zum 31. Dezember 2018 entwickelten sich 78% der aktiv verwalteten BlackRock-Aktienfonds besser als der Markt. Für den drei- sowie einjährigen Zeitraum, der am selben Tag endet, lag dieser Prozentsatz bei 67% bzw. 50%.

Dies ist mehr als erfreulich, da aktiv verwaltete Fonds in der Regel höheren Verwaltungsgebühren unterliegen als ETFs und ihre Outperformance mit einer Erfolgsgebühr belohnt wird (Gebühr basierend auf der Rendite über einem Vergleichswert).

 

Obwohl die Größenordnung der Kursbewegungen von S&P 500 und BlackRock unterschiedlich ist, ist es schwer zu erkennen, wie sich diese beiden Märkte parallel entwickeln. In der Tat lag für den gesamten Zeitraum in der oben dargestellten Grafik der Korrelationskoeffizient bei 78%. Quelle: Bloomberg, XTB Research

 


Beobachten Sie den breiten Markt
Natürlich gibt es, wie bei jeder anderen Investition, Faktoren, die den Kurs der BlackRock-Aktie negativ beeinflussen könnten. Aktien als Kategorie haben den größten Anteil an dem von BlackRock verwalteten Vermögen. Es versteht sich von selbst, warum Aktien in Zeiten signifikanter Marktrückgänge eine schlechte Anlagemöglichkeit darstellen.

Asset-Management-Firmen wie BlackRock dürften zu solchen Zeiten Mittelabflüsse erleiden.

Ein niedrigeres Niveau der Vermögenswerte würde zu geringeren Gebühren führen, die den größten Teil des Umsatzes von BlackRock ausmachen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Aktien des Unternehmens womöglich der breiten Marktentwicklung folgen, und das war auch für den größten Teil des letzten Jahrzehnts der Fall. BlackRock hat aber auch die Möglichkeit, in Zeiten von Börsenrückgängen Geld zu verdienen, um den oben genannten potenziellen Ertragsrückgang zumindest teilweise auszugleichen.

Da es sich bei einem Teil der BlackRock-Fonds um geschlossene Fonds handelt, ist es für das Unternehmen einfach vorherzusagen, wann Aktien benötigt werden, um Rücknahmeanträge zu erfüllen. Als Ersatz für diese Zeiträume steht es dem Unternehmen frei, einen Teil der von seinen Fonds gehaltenen Aktien gegen eine Prämie an Leerverkäufer zu verleihen.

Logischerweise sollte die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen in Zeiten erhöhter Risiken und eines geringeren Appetits auf Aktien steigen.

Leider werden im BlackRock-Finanzbericht die Einnahmen der Securities Lending Unit zusammen mit den Anlageberatungs- und Verwaltungsgebühren dargestellt, so dass die genauen Auswirkungen dieser Aktivitäten auf die Gesamtperformance des Unternehmens schwer einzuschätzen sind.

 

BlackRock zögerte weiterhin, die Dividendenausschüttung auch in Zeiten rückläufiger Erträge zu senken. Während das letzte Quartal des Vorjahres für BlackRock und andere Vermögensverwalter schwierig war, setzte das Unternehmen die Dividendenerhöhung fort. Quelle: Bloomberg, XTB Research

Unternehmen könnte weiter Dividenden ausschütten
BlackRock teilt regelmäßig Gewinne mit seinen Aktionären. Seit 2004 hat das Unternehmen keine einzige Dividendenzahlung ausgelassen. Darüber hinaus hat der Vermögensverwalter im Zeitraum von 2004 bis 2018 die Dividende im Jahr 2009 mehr als einmal erhöht, da er sich von den Folgen der Finanzkrise erholte und eine größere Akquisition des Global Investors-Geschäfts von Barclays tätigte.

 


 

 

Die Ausschüttungsquote in einer Bandbreite von 40% bis 50% könnte es BlackRock ermöglichen, seine Dividendenpolitik auch in turbulenten Zeiten fortzusetzen.

Darüber hinaus ist es von Vorteil, einen angemessenen Teil des Gewinns im Unternehmen zu halten, da es dem Unternehmen liquide Mittel zur Verfügung stellt, die für die weitere Expansion, z.B. durch Akquisitionen, benötigt wird.

Dies scheint für BlackRock zu gelten, da das Unternehmen trotz der Verschlechterung des Geschäfts im letzten Quartal 2018 und des ersten jährlichen Rückgangs der Vermögenswerte in der Geschichte beschlossen hat, die vierteljährliche Dividendenausschüttung von 3,13 auf 3,30 USD zu erhöhen.

 

Die Korrelation zwischen BlackRock und dem marktbreiten S&P 500 zerbrach im dritten Quartal 2018. Zu Beginn des vierten Quartals begannen sich beide Märkte jedoch wieder parallel zu bewegen, als der US-Aktienindex nach den Rekordhochs einbrach. Die laufende Erholung könnte gefährdet sein, falls die Bullen wieder einmal nicht über die Widerstandszone von 436 bis 443 USD hinauskommen. Quelle: xStation 5

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