Alpari: Aktien weiter auf Rekordjagd; Euro auf 23-Monatshoch

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  •  Die amerikanischen Aktienmärkte setzen ihre Aufwärtsbewegung unbehindert fort. Der S&P 500 Index stieg gestern um 0,33% oder 5,69 Punkte und schloss bei 1.752,07 Punkten und damit lediglich 7 Punkte unter dem Allzeithoch. Der Nasdaq Composite Index beendete den Handel mit 3.928,96 Punkten und damit 0,56% oder 21,89 Punkte höher als beim Handelende am Mittwoch. Der Dow Jones Index konnte 95,88 Punkte oder 0,62% zulegen und liegt mit einem Schlusskurs von 15.509,21 Punkten 200 Zähler unter dem bisherigen Allzeithoch aus September. Zahlen zum Arbeitsmarkt, die gestern veröffentlicht wurden, zeigten einen leichten Rückgang Erstmeldungen von 362.000 auf 350.000 Anträge, allerdings hatten Analysten mit einem Rückgang auf 340.000 Anträge gerechnet. Die Anzahl der Langzeit-Arbeitslosen fiel von 2,88 Millionen auf 2,87 Millionen und lag damit innerhalb der Erwartungen. Die vorläufigen Daten zum Einkaufsmanager-Index wiesen einen leichten Rückgang von 52,8 auf 51,1 auf. Die Märkte in Europa zeigten ebenfalls weiterhin Stärke. Der DAX legte und 60,77 Punkte oder 0,68% auf einen Endstand auf 8.980,63 zu. Die Aktienmärkte in Mailand und Madrid erholten sich von den Gewinnmitnahmen am Mittwoch und schlossen +1,28% und +0,89%. Nachrichten aus Frankreich, dass sie Zahl der Erwerbslosen im September wieder gestiegen war, drückte die Stimmung ein wenig. Frankreich hat erst kürzlich den Sprung aus der Rezession geschafft. Offenbar ist die gestiegene Wirtschaftsleistung aber noch zu schwach, um für eine Wende am Arbeitsmarkt zu sorgen. Die Anzahl der Erwerbslosen stieg um 1,9%. Für das dritte Quartal wurde eine Arbeitslosenquote in Höhe von 11% gemeldet, der höchste Stand seit 16 Jahren. Der CAC 40 legte trotzdem um 0,35% zu.
  • An den Devisenmärkten halt die US Dollar Schwäche weiter an. Der Euro erreichte gestern erstmals nach 23 Monaten wieder die Marke von 1,38 und ist damit seit Juli dieses Jahres um 10 Cent oder 8% gegenüber dem US Dollar gestiegen. Wie gestern berichtet, haben viele institutionelle Investoren die seit drei Monate anhaltende Rally verpasst. Grund zur Beunruhigung besteht momentan in dem extrem geringen Volumen, welches sich seit Juli halbiert hat. Es handelt sich auch nicht um eine Euro Rally, sondern eher um eine breite US Dollar Schwäche. Gegenüber dem Schweizer Franken verlor der US Dollar über 8 Prozent im gleichen Zeitraum, das Britische Pfund konnte über 13% zulegen. Händler schauen momentan auf das Pfund und die Wirtschaftszahlen, die heute um 10:30 Uhr veröffentlicht werden. Das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal wird laut Analysten mit einem Zuwachs von 1,5% im Jahresvergleich und +0,8% im Quartalsvergleich erwartet. Sollten die Zahlen bestätigt werden, wäre das die höchste Steigerung der britischen Wirtschaftsleistung seit drei Jahren.
  • Die Aktien in Asien notieren insgesamt schwächer. Der Hang Seng Index in Hong Kong verliert 0,51%, der Shanghai Composite 1,56%. Der Nikkei 225 führt die Liste der Verlierer mit einem Minus in Höhe von 2,75% an. Zahlen zur Inflation in Japan zeigten einen Zuwachs in Höhe von 1,1% annualisiert für September. Ohne Lebensmittel und Energie ergab sich ein Wert von 0,0%, dem höchsten Wert seit 2008. Die Regierung Japans hatte in den letzten Monaten verkündet, dass die Zahlen zur Inflation, inklusive Energie, ein deutlicher Beweis für den Erfolg der Strategie sei, die Inflationsrate auf einen Wert von 2% zu bringen und damit die Jahre anhaltenden Deflation in Japan zu beenden. Wenn man den Wertverlust des Japanischen Yen berücksichtigt, handelt es sich aber eher um importierte Inflation. Energiepreise, Elektronikartikel oder importierte Bekleidung ist im letzten Jahr um 10% gestiegen, während Mieten oder lokal produzierte Güter eher im Preis gefallen sind.  
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