Alpari: Deflatorischer Druck durch sinkende Rohstoffpreise; EUR/USD setzt Konsolidierung fort

AlpariMarktkommentar: Deflatorischer Druck durch sinkende Rohstoffpreise

  • Einer der wesentlichen Gründe der US-Notenbank das QE3-Programm nicht zu reduzieren, war die sehr geringe Inflationsrate. Diese pendelt seit geraumer Zeit um die 1%. Da aufgrund des geringen Wachstums in der westlichen Welt kaum Inflationstendenzen aufkommen können, versuchen die Notenbanken die Rohstoffpreise und andere Anlageklassen durch Geldmengenwachstum aufzublähen. Seit 2011 gelingt dies aber nur bedingt. Lediglich Rohöl hält sich auf vergleichsweise hohem Niveau. Alle anderen Rohstoffe haben teils deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Der breitgefasste Rohstoffindex CRB ist mit -2,7% seit Jahresanfang im Minus. Ohne die starke Rohölgewichtung wäre ein weitaus niedriger Wert ausweisbar. Vor dem Hintergrund besserer chinesischer, amerikanischer und europäischer Wirtschaftsdaten sowie Rekordstimulus der Notenbanken ist  diese Entwicklung sehr ungewöhnlich. Dem Industriemetall ?Dr. Copper? wird in diesem Zusammenhang besondere Bedeutung zugemessen, da es Gradmesser für die Industrieproduktion und letztendlich Inflation gilt. Aktuell konsolidiert Kupfer etwa zwischen $3,00 und $3,40 (siehe Chart des Tages). Sollte ein Ausbruch über das Widerstandsbündel zwischen $3,40 und $3,45 gelingen, wäre dies ein klares Zeichen für einen inflationären Trend mit positiven Rückkopplungseffekten auf die Aktien- und Rohstoffmärkte. Edelmetalle dürften dann auch wieder in den Fokus rücken. Eine Verletzung der unteren Begrenzung müßte als starkes deflatorisches Signal gewertet werden. In diesem Fall kann man rezessive Tendenzen nicht ausschließen.

Chart des Tages: Kupfer Spot in möglicher Bodenbildung oder Fortsetzung des Abwärtstrends?

Chart courtesy of StockCharts.com; http://stockcharts.com


Devisen & Edelmetalle: EUR/USD setzt Konsolidierung fort

  • EUR/USD: Trotz überwiegend guter Wirtschaftsdaten aus der Eurozone (Gesamteinkaufsmanagerindex für die Eurozone kletterte mit 52,1 Punkten auf ein 27-Monatshoch und signalisiert Wachstum), musste der Euro leichte Verluste von -0,24% auf 1,3493 hinnehmen. Aktuell erobert das Währungspaar die ursprüngliche Konsolidierungsspanne zwischen 1,35 und 1,3550 zurück und handelt bei  1,3511. Grundsätzlich ist der Ausbruch aus der großen Dreiecksformation (ausgehend vom Novembertief 2012 und dem Jahreshoch von Februar 2013) immer noch intakt. Daraus lässt sich ein kalkulatorisches Kurspotenzial bis in den Bereich von 1,4450 ableiten.  Die trendfolgenden Indikatoren gestalten sich für eine weitere Aufwärtsbewegung noch konstruktiv. Der MACD ist bullish ausgerichtet, während der Aroon keinen Aufwärtstrend mehr anzeigt. Bei den Oszillatoren hat der Stochastik ein Verkaufssignal in der oberen Extremzone bestätigt. Darüber hinaus weist der CCI eine negative Divergenz aus und mahnt vor Abwärtsrisiken. Zunächst ist von einer Fortsetzung der Konsolidierung nach dem Aufwärtsimpuls auszugehen. Auf der Oberseite liegen die nächsten Widerstände bei 1,3550 und 1,3595. Direkte Unterstützungen sind bei 1,35 und 1,3475 vorzufinden. Bullish.
  • USD/JPY: Kaum Bewegung ist in diesem Währungspaar feststellbar. Nachdem gestern ein erneuter Versuch scheiterte, die 99,50 Marke zu überwinden, erfolgte Intraday ein Rückfall an die Haltemarke bei 98,65. Zwar ist der  Ausbruchsversuch aus der Dreiecksformation formal immer noch intakt, aber die Zeichen stehen weiter auf Konsolidierung. Das Kurspotential des Dreiecks lässt sich vom noch gültigen Ausbruch auf fast 109 USD/JPY taxieren. Ein Rückfall unter die obere Dreiecksbegrenzung würde einem Fehlausbruch gleichkommen und die Aufwärtsambitionen endgültig  scheitern lassen. Ein neues Kaufsignal würde bei Überschreitung des 100,50 USD/JPY Levels entstehen. Nächste Zielmarken auf der Oberseite liegen in diesem Fall bei 100,86 und 101,52. Unmittelbare Widerstände liegen bei 99,50 und 99,90. Unterstützungen sind im Bereich von 99,00 und 98,65 zu finden. Die Indikatoren sind gemischt zu interpretieren. Der trendfolgende MACD ist bearish ausgerichtet. Der Aroon hat sich von seinem angezeigten Abwärtstrend etwas lösen können. Der Stochastik Oszillator hat ein neues Kaufsignal ausgelöst. Neutral.
  • EUR/GBP:  Mit dem Ergebnis der Bundestagswahl im Rücken versuchte das Währungspaar gestern die signifikante Hürde bei 0,8450 zu durchbrechen. Kurz nach Beginn des Handels setzten sich jedoch die Verkäufer durch und es mußten Abgaben von -0,44% auf 0,8412 verzeichnet werden. Als Candlestick hat sich ein ?Bearish Engulfing? Muster gebildet, dass kurzfristig negativ zu interpretieren ist.  Heute Morgen erfolgt eine Gegenbewegung, aber ein neues Einstiegssignal würde erst mit Überwindung des letzten Pivothochpunkts bei 0,8465 entstehen. Dennoch ist der Fehlausbruch unter die Nackenlinie des Doppeltops bei 0,84 weiterhin intakt und könnte eine Short-Covering Rally auslösen. Von Seiten der Indikatoren ist dies nicht ganz unrealistisch. Die trendfolgenden Indikatoren MACD und Aroon sind beide bullish ausgerichtet.  Die Oszillatoren haben bereits in den vergangenen Tagen auf eine Aufhellung hingedeutet. Der CCI hat eine positive Divergenz ausgebildet. Beim Stochastik Oszillator  wurde ein Verkaufssignal ausgelöst  und könnte auf eine bevorstehende Konsolidierung hinweisen.  Auf der Oberseite sind die nächsten Widerstände bei 0,8465 und 0,8473 vorzufinden. Auf der Unterseite finden sich Unterstützungen im Bereich von 0,84 und 0,8370. Es erfolgt eine Umstellung auf bullish bei Herausnahme des 0,8465 Widerstands. Neutral.
  • AUD/USD: Nachdem  es an der 0,95 Marke zu einer heftigen Umkehr kam, setzt sich die Konsolidierung im Währungspaar fort. Aktuell handelt AUD/USD bei 0,9419 und damit direkt unter dem 0,9430 Widerstand. Die Bodenbildung und der einhergehende Aufwärtsimpuls sind nach wie vor intakt.  Das Kursziel ist bei  0,9756 angesiedelt.  Auf der Oberseite sind die nächsten Widerstände bei 0,9430 und 0,9480 vorzufinden. Die technischen Indikatoren haben sich eingetrübt und sprechen ebenfalls für eine Konsolidierung. Der MACD ist zwar noch bullish ausgerichtet, aber die Oszillatoren geben Warnhinweise. Der Stochastik hat ein neues Verkaufssignal ausgelöst und der CCI weist eine leichte negative Divergenz aus. Nächste Unterstützungszonen auf der Unterseite liegen an den Haltezonen 0,9357 und 0,9320. Bullish.
  • Gold: Das Edelmetall verlor leicht -0,23% auf $1.322,50  und kann sich über der runden Unterstützung bei $1.300 stabilisieren. Die April-/Maitiefs bei $1.335 fungieren wieder als Widerstände. Perspektivisch ergibt sich weiterhin die Möglichkeit ein zweites höheres Tief um die Marke von $1.300 auszubilden. Sollte diese Haltezone nach unten verlassen werden, dürfte sich der Aufwärtstrend seit Ende Juni als eine Gegenbewegung in einem übergeordneten Abwärtstrend herausstellen. Auf der Oberseite liegen die nächsten Widerstände bei $1.335 und $1.355. Unterstützungen liegen bei $1.291 und $1.281. Der MACD ist nach wie vor bearish ausgerichtet, während beim Aroon sich die Signallinien überkreuzen. Bei den Oszillatoren hat der Stochastik ebenfalls ein Verkaufssignal ausgelöst. Erst bei Überschreitung des Goldpreises von $1.420 erfolgt eine Umstellung auf bullish. Ein Blick auf den XAU-Goldminenindex spricht noch für keine Entwarnung.  Gestern waren Abgaben von -1,75% auf 94,07 Punkte zu beobachten. SDamit stellt sich der Aufwärtsimpuls von Freitag nicht nur als ?Dead Cat Bounce? heraus, sondern der mittelfristige Aufwärtstrend seit Ende Juni wieder nach unten verlassen. Für den Goldpreis ergeben sich hier keine positiven Intermarketbewegungen. Für den Goldpreis bleibt die Bewertung zunächst auf: Neutral. 
Wichtige Wirtschaftstermine
Uhrzeit
Land
Indikator
Aktuell Prognose Zuletzt
10:00 Deutschland ifo-Geschäftsklimaindex September 108,00 107,50
15:00 USA Case Shiller Hauspreisindex Juli y/y 12,50 12,07
15:00 USA FHFA Hauspreisindex Juli m/m 0,90 0,70
16:00 USA Verbrauchervertrauen Conference Board September 80,70 81,50
16:00 USA Richmond Manufacturing Index September 17,00 14,00

 

Chart courtesy of StockCharts.com; http://stockcharts.com
Weitere Analysen von Florian Eberhard finden Sie im Alpari Newsroom

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge