Alpari: Nikkei ist wieder einen Blick wert; USD/JPY an oberer Dreiecksbegrenzung

Alpari:

 

  • Der gestrige Börsentag war von wenig Bewegung geprägt, da durch den Veterans Day in den USA der Bondmarkt geschlossen war und kaum Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden. Die Aktienmärkte konnten in diesem Umfeld langsam wieder nach oben driften. Der Dow Jones konnte sein Allzeithoch mit +0,14% auf 15.783,10 Punkte weiter ausbauen. Gestützt werden die Börsen nicht nur durch eine unverminderte Liquiditätsflut der großen Notenbanken (FED, EZB, BoE, BoJ), sondern auch durch die guten US-Berichtssaison. Von den bisher 449 veröffentlichten Quartalsergebnissen der S&P 500 Unternehmen haben 75% die Ergebnisschätzungen der Analysten übertroffen. Für das vierte Quartal wird mit einem Ergebniswachstum von 6,2% gerechnet. Bedingt durch die wieder anziehenden US-Anleiherenditen (Rendite auf 10-jährige US-Staatsanleihe bei 2,77%) hat sich die Realzinsdifferenz zum japanischen Yen wieder deutlicher ausgeweitet und zu einem aufwertenden USD/JPY Währungspaar geführt. Wie der Chart zeigt ist der Kursverlauf des Nikkei lediglich eine Funktion des Yen (schwarze Linie). Beide Anlageklassen laufen spitz in ein Dreieck hinein. Sollte der USD im Rahmen der ?Tapering? Diskussion weiter zulegen, dürfte der Yen das eingezeichnete Dreieck nach unten verlassen und den Nikkei in die entgegengesetzte Richtung schieben. Dann wäre zumindest ein erneuter Anlauf an das Jahreshoch bei etwa 16.000 Punkten vorstellbar. 

Chart des Tages: Nikkei ist eine Funktion der Yen-Entwicklung

 

Chart courtesy of StockCharts.com; http://stockcharts.com

Devisen & Edelmetalle: USD/JPY an oberer Dreiecksbegrenzung

 

 

  • EUR/USD: Das Währungspaar konnte sich gestern zunächst stabilisieren und mit +0,35% bei 1,3412 aus dem Handel gehen. Damit bleibt die Marke von 1,33 zunächst als Unterstützung erhalten und das Konsolidierungsszenario wird konkreter. Charttechnisch ist die untere Aufwärtstrendlinie seit Juli diesen Jahres verlassen worden und hat eine negative Weichenstellung vollzogen, aber die äußerst überverkaufte Situation lässt zunächst auf eine Konsolidierung schließen. Ein Blick auf die technischen Indikatoren offenbart, dass die Trendfolger Aroon und MACD bearish positioniert sind und die Abwärtsrisiken hervorheben, während die Oszillatoren schon stark überverkauft sind. Der Stochastik hat sogar ein neues Kaufsignal ausgelöst.  Zwar sind die Abwärtsrisiken nicht gebannt und ein Rückfall bis an die Marken von 1,33 ? 1,32 sollte eingeplant werden, aber Chartbild und Indikatoren sprechen eher für eine Konsolidierungsphase. Unmittelbare Horizontalunterstützungen sind bei 1,3382 sowie 1,3344 vorhanden. Auf der Oberseite liegen die nächsten Widerstände bei 1,3400 und 1,3411. Bei Unterschreitung der Haltezone bei 1,33 erfolgt eine Umstellung auf bearish. Neutral.
  • USD/JPY: Das Währungspaar konnte gestern die Nackenlinie des Doppelbodens 99,00 verteidigen und steigt heute Morgen um +0,55% auf 99,71 an. Damit ist kurzfristig eine positive Weichenstellung vollzogen (sollte es nicht heute noch zu einem Abverkauf kommen). Das Kursziel der Formation liegt bei etwa 101,32 USD/JPY.  Aktuell testet USD/JPY die obere Begrenzung des Dreiecks ausgehend vom Julihoch diesen Jahres. Sollte diese Hürde genommen werden, wäre ein Ausbruch aus der seit Juli verlaufenden Konsolidierung möglich und ein neuer Trendimpuls möglich. Unterstützungen sind bei 99,24 sowie 99,00 vorhanden. Die technischen Indikatoren sind weitestgehend konstruktiv zu werten. Der MACD und Aroon sind positiv zu interpretieren. Bei den Oszillatoren wie beispielsweise dem CCI und RSI sind Überhitzungserscheinungen feststellbar. Zwar ist die obere Dreiecksbegrenzung noch nicht herausgenommen, aber aufgrund der vollzogenen Doppelbodenformation schlägt das Pendel in Richtung Bullen. Bullish.
  • EUR/GBP: Das Währungspaar konnte die Stabilisierung unterhalb der 0,8350 Marke nutzen und einen Konter einleiten, der EUR/GBP wieder über dieses wichtige Level heben konnte. Aktuell befinden sich die Notierungen bei 0,8393. Damit wurde das Bärenszenario zunächst abgewendet und neutralisiert. aber die technischen Indikatoren untermauern noch das schwierige Umfeld. MACD und Aroon sind auf die Verkaufsseite umgeschwenkt. Der Stochastik Oszillator hat aber in der unteren Extremzone ein neues Kaufsignal ausgelöst und unterstreicht die Stabilisierungstendenzen. Auf der Unterseite liegen Unterstützungen im Bereich von 0,8368 und 0,8350. Die nächsten signifikanten Widerstände sind bei 0,8400 und 0,8409 vorzufinden. Druch die Rückeroberung des 0,8350 Levels, erfolgt eine Umstellung auf neutral. Neutral.
  • AUD/USD: Nach Auflösung der bearishen Flaggenformation und dem einhergehenden Verkaufssignal, setzt sich der Abwärtsimpuls fort. Aktuell handelt das Währungspaar bei 0,9327 und damit in Schlagdistanz der wichtigen 0,9300 Unterstützung. Die Bären haben nochmals Unterstützung durch eine enttäuschende NAB Geschäftsklimaumfrage erhalten. Diese ist von einem 3,5 Jahreshoch bei +12 auf +5 im Oktober gefallen ud wird besonders von der RBA als wichtiger Datenpunkt für geldpolitische Entscheidungen herangezogen. Chartechnisch lässt sich ein neuer Abwärtstrendkanal vom Hochpunkt bei einzeichnen 0,9757 und die Weichenstellung ist abwärts gerichtet. Unterstützt ist der Aussie bei 0,9317 und 0,9300. Auf der Oberseite sind die nächsten Widerstände bei 0,9354 und 0,9388 vorzufinden. Auch die Indikatoren zeigen ein eingetrübtes Bild an. MACD und Aroon sind beide bearish positioniert und auch der Stochastik hat ein neues Verkaufssignal ausgelöst. Bearish.
  • Gold: Der Anstieg der US-Anleiherenditen hat die Realzinsdifferenz des US-Dollarraums gegenüber anderen Währungen nochmals verbessern können. Damit steigt der USD und die Vorteile nicht verzinste Anlageklassen zu halten, werden geringer. Somit bleibt der gesamte Edelmetallkomplex unter Druck. Gold verlor gestern -0,61% auf $1.281,10 und setzt direkt auf der nächsten wichtigen Haltezone auf. Ein Schlusskurs unter dieser Marke würde wahrscheinlich das Oktobertief bei $1.260 in den Fokus rücken.  Von Seiten der Indikatoren gibt es noch keine Entspannung. Der Aroon zeigt mittlerweile einen Abwärtstrend an und der MACD hat ein neues Verkaufssignal ausgelöst. die Oszillatoren nähern sich aber verstärkt einer überverkauften Situation an. Auf der Oberseite sind zunächst Anlaufpunkte bei  $1.287 und $1.301 vorhanden. Damit wird die Vollendung einer möglichen inversen SKS-Formation unwahrscheinlicher. Eine Umstellung auf bearish erfolgt bei Unterschreitung des letzten Intraday- Pivottiefpunkts bei $1.250. Neutral. Palladium läuft akut Gefahr einen Fehlausbruch zu generieren. Heute Morgen fällt das Edelmetall unter die obere Begrenzung der Flaggenformation. Sollte diese entwicklung auf Schlusskursbasis bestätigt werden, wäre dies ein Fehlausbruch und weitere Abgaben wären einzuplanen.
Wichtige Wirtschaftstermine
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08:00 Deutschland Verbraucherpreise Oktober y/y 1,20% 1,20% 1,40%
10:30 Großbritannien Hauspreisindex September y/y 4,10% 3,80%
13:30 USA NFIB Small Business Index Oktober 93,50 93,90
14:30 USA Chicago Fed National Activtiy Index Oktober m/m ? 0,14
17:00 EWU Rede von EZB-Mitglied Asmussen und London 0,20% 0,20% -0,30%

Weitere Analysen von Jörg Rohmann finden Sie im Alpari Newsroom.

 

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