Anleihen: Juni als Zinssenkungsmonat?

Börse Frankfurt: Die Zinssenkungen kommen, wenn auch nicht ganz so schnell wie vor Wochen erwartet.

Im Frühsommer soll es nun so weit sein – so der Tenor am Markt.

„Unserer Meinung nach wird es die erste Zinssenkung im Euroraum im Juni geben, denn die Lohnentwicklung spielt für die EZB eine wichtige Rolle, und Daten zum ersten Quartal liegen erst ab Mitte April vor“, meint etwa Analyst Ralf Umlauf von der Helaba.

 

Am Donnerstag hat die EZB – wie erwartet – die Füße stillgehalten.

Notenbankchefin Lagarde verwies zwar auf die Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung.

Man sei aber noch nicht „ausreichend sicher”. „Wir brauchen eindeutig mehr Beweise, mehr Details”, erklärte Lagarde.

Im Juni werde man mehr Informationen haben.

Größere Marktbewegungen blieben nach der EZB-Sitzung aus.

Im Wochenvergleich sind die Renditen aber gesunken: Zehnjährige Bundesanleihen rentierten am Freitagmorgen mit 2,27 Prozent, vor einer Woche waren es 2,45 Prozent.

Zehnjährige US-Treasuries rentieren aktuell mit 4,07 Prozent nach 4,19 Prozent vergangenen Freitag.

Auch die US-Notenbank hat diese Woche die Zinssenkungsspekulationen angefeuert.

Notenbankchef Jerome Powell deutete vor dem Kongress eine baldige eine Zinswende an.

 

„Im Schatten von DAX, Bitcoin und Gold“

Im Handel mit Unternehmensanleihen fehlt derzeit der klare Trend.

„Anleihen stehen im Moment im Schatten von DAX, Bitcoin und Gold, die alle neue Allzeithochs erreicht haben“, bemerkt Arthur Brunner von der ICF Bank.

Sehr gut nachgefragt ist laut Brunner die bis 2027 laufende Mutares-Anleihe (NO0012530965), die mittlerweile zu 106 Prozent gehandelt wird. Das ergibt eine Rendite von 10,6 Prozent.

Die Beteiligungsgesellschaft gab diese Woche den Verkauf eines weiteren Portfoliounternehmens bekannt.

Steil nach oben ging es für die Anleihe des Windparkbetreibers Encavis (DE000A3MQE86), und zwar von 81 auf 88,5 Prozent.

„Der US-Finanzinvestor KKR steigt ein, es wird nun erwartet, dass die Wandelanleihe vorzeitig zurückgezahlt wird“, erklärt Brunner.

 

„Es ist ein gemischtes Bild mit Käufen und Verkäufen und ganz unterschiedlichen Schuldnern“, berichtet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank.

 

Gute Umsätze meldet Agon Alihajdari von der Steubing AG für US-Dollar-Bonds von John Deere mit 4,7 Prozent bis 2039 (US24422EWZ86) und Anleihen von VW mit Laufzeit bis 2031 (XS2694874533) und SAP bis 2027 (DE000A13SL34).

Die Renditen liegen aktuell bei 4,55 Prozent, 3,69 Prozent und 2,45 Prozent.

 

Aufatmen bezüglich Depfa

Erholt haben sich die Papiere der Deutsche Pfandbriefbank (Depfa), wie Daniel berichtet, besonders die Hybridanleihe (XS1808862657).

Die Depfa will zwar keine Dividende zahlen, wie sie am gestrigen Donnerstag meldete.

Die Hybridanleihe soll aber bedient werden.

Auch andere Depfa-Anleihen (XS1637926137, DE000A2DASM5) profitieren, wie Rainer Petz von Oddo BHF  feststellt.

Um rund 10 Prozentpunkte verlor laut Brunner hingegen die Anleihe des Gewerbeimmobilieninvestors Publity (DE000A254RV3).

Der Grund: ein Jahresfehlbetrag von 237 Millionen Euro für 2023.

„Diese Woche kamen eine ganze Menge von Neuemissionen, die meisten aber mit 100.000 Euro-Stückelung“, stellt Daniel außerdem fest.

Eine Stückelung von 1.000 Euro hat hingegen der neue Floater von Rheinland-Pfalz.

Der läuft bis 2026 und bietet einen Kupon von 3,879 Prozent (DE000RLP1460).

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