Anleihen versus Aktien – welche Anlageklasse hat das größere Potenzial?

Ethenea: In den vergangenen 24 Monaten sind die Zinssätze in den USA stark angestiegen, weshalb US-amerikanische Unternehmens- und Staatsanleihen erheblich an Wert verloren haben. „Aufgrund der starken Konjunktur und der Stellungnahmen der Fed rechnen die Marktteilnehmer mit einem weiteren Zinsanstieg“, sagt Harald Berres, Portfolio Manager bei Ethenea. „Zusammen mit sehr niedrigen Credit Spreads könnten diese Erwartungen zu einer erneuten Schwächung des Anleihemarktes führen.“

In Europa sei eine etwas andere Situation vorzufinden. „Der europäische Konjunkturzyklus ist im Vergleich zu dem der USA nicht so weit fortgeschritten, weshalb die Zinsen wesentlich niedriger sind“, erklärt Berres. „Im Einklang mit einer starken Wirtschaft sollte der zugrundeliegende Trend steigender Zinsen auch bei einem niedrigeren Zinsniveau gleich bleiben.“ Auch die Credit Spreads in Europa befänden sich auf einem mehrjährigen Tief, was das gesunde wirtschaftliche Umfeld widerspiegele. „Was können wir von einem solchen Markt erwarten? Die Antwort dürfte wohl lauten, dass das Umfeld für den Rentenmarkt weiterhin schwierig bleiben wird“, sagt Berres.

„Die Chancen für Aktien stehen eindeutig besser“

Der Aktienmarkt hingegen sehe nach der Korrektur von Anfang Februar aktuell recht attraktiv aus, so Berres. „Während in den letzten zehn Jahren US-Wachstumsaktien das Feld dominiert haben, gab es zuletzt viele Anzeichen dafür, dass sich die Stimmung ändert“, sagt der Experte. „Weltweit sind sich Politiker darüber im Klaren, dass einige dieser Unternehmen möglicherweise zu groß werden und ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchen könnten, wie der Datenskandal von Facebook zeigt.“

Regulierungsbehörden würden diese Entwicklungen aufmerksam beobachten. Weitere regulatorische Maßnahmen könnten folgen.

 

 

„Zusammen mit der hohen Bewertung einzelner Titel könnte sich dies als giftiger Cocktail erweisen“, so Berres. „Wachstumsaktien stehen unter Druck, während europäische Aktien zunehmend attraktiver erscheinen.“ Im Vergleich zum Anleihemarkt mit seinen extrem niedrigen Renditen, insbesondere in Europa, schienen Aktien die besseren Zukunftsinvestments zu sein. Der Euro Stoxx 50 weist 2018 aktuell ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13,7 sowie eine Dividendenrendite von 3,7 % auf.

„Die Gewinnrendite, der Kehrwert des KGV, liegt derzeit bei 7,3 %“, sagt Berres. „Sowohl die Gewinnrendite als auch die Dividendenrendite bieten den Anlegern wesentlich mehr Ertrag als die Anleiherenditen.Die Chancen für Aktien stehen eindeutig besser.“

 

 

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