Die Auswirkungen des italienischen Haushaltsdefizits

Ethenea: 1,6 Prozent oder 2,6 Prozent? Seit einiger Zeit hat das italienische Haushaltsdefizit für reichlich Schlagzeilen und Spekulationen gesorgt. Seit Freitag steht fest: Die italienische Regierung peilt für die nächsten drei Jahre ein Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an.

Das impliziert, dass sich das strukturelle Defizit in Zukunft verschlechtert und mit einer Schwächung der gesamten Haushaltslage der Regierung gerechnet wird. Die Europäische Kommission dürfte hierzu sicherlich einige Fragen haben. Jedoch fehlen noch immer einige wichtige Details.

Es ist sehr gut möglich, dass einige der zugrundeliegenden Annahmen ein wenig zu optimistisch sind. Die Reaktion des Marktes am Freitag fiel stark aus: Die Kurse italienischer Aktien gingen zurück und besonders Banktitel sind stark gefallen, während die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen ihre jüngsten Hochs von ungefähr 3,2 Prozent zurückerklimmen konnten.

Die Koalition der Fünf-Sterne-Bewegung und der Lega hat eine Mehrheit – sowohl im Unterhaus als auch im Senat, aber es ist nicht selbstverständlich, dass die Regierung die entstehenden Spannungen überstehen wird. Bis zum 15. Oktober muss Italien in Brüssel den Entwurf für seinen Haushaltsplan vorlegen.

Wir denken, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Europäische Kommission den Plan gutheißen wird. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass es in den nächsten Tagen und Wochen zu weiteren negativen Schlagzeilen kommen wird – mit dem Risiko, dass die italienischen Renditen noch weiter steigen.

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