Auslandsaktien: China beschleunigt Ausbau von Elektroantrieb

Frankfurter Wertpapierbörse: China machte sich als erstes wichtiges Industrieland auf, die Pandemie hinter sich zu lassen und schrittweise zur Normalität zurückzukehren. Seit Mitte März werden die Produktionen wieder hochgefahren.

Damit hat die chinesische Wirtschaft hinsichtlich der Lockerung der Covid-19 Beschränkungen zum Rest der Welt etwa sechs bis acht Wochen Vorsprung.

Festlandaktien halten sich gut

„Diese Erfahrungen sind für andere Länder bestimmt lehrreich“, meint Marc Richter von der Baader Bank. Chinesische Aktien hätten während der Pandemie vergleichsweise moderat an Wert eingebüßt.

Der in Shenzhen notierte Shanghai Composite gab seit dem Hoch im Januar unter größeren Schwankungen von 3.115 auf 2.878 Punkte und damit um 7,6 Prozent nach. „Auf dem Festland ist der Marktzugang eingeschränkt.“ Der internationaler ausgerichtete Hang Seng China Enterprise verlor von 11.174 auf 9.685 Punkte. Das entspricht einem Minus von etwas über 15 Prozent.

 


 

Konsum wird leiden

Die Stimmung chinesischer Unternehmen dreht sich mittlerweile. Drei der vier Einkaufsmanagerindizes tendieren spürbar aufwärts. Auch die Exportzahlen für April überraschten.

Michael Arras von der Oddo Seydler Bank rät Anlegern dennoch zur Vorsicht nicht nur hinsichtlich Daten aus Peking. „Prognosen werden weltweit geschönt“, meint der Händler. Corona-bedingt brächen vielerorts die Absatzmärkte ein. Über 33 Millionen mehr Menschen ohne Arbeit allein in den USA seit Ausbruch der Krise würden sicherlich zunächst erheblich weniger konsumieren.

Dienstleister besonders betroffen

In China befänden sich Dienstleistungen zudem im Keller. Verbraucher hielten sich angesichts der unsicheren Wirtschaftslage stark zurück. Der Konsum laufe schleppend, viele Menschen mieden zum Beispiel nach wie vor öffentliche Verkehrsmittel. „In China gibt es viele Kleinstunternehmer, die anders als bei uns sozial schlecht abgesichert sind“, beschreibt Arras. Insofern sei eine Prognose für die Entwicklung von entsprechenden Aktien sehr schwer.

E-Förderung stützt heimische Autobauer

Der Absatz von Autos in China kann sich im April hingegen sehen lassen. Unternehmen wie Geely Automobile (WKN A0CACX) profitieren davon, so Arras. Seit Jahresbeginn verlor der Wert von 1,80 auf 1,50 Euro und hält sich damit nach Ansicht des Händlers im Vergleich mit anderen Aktien etwa im Mittelfeld.

Dem Autobauer werde potenziell die noch stärkere chinesische Fokussierung auf E-Mobilität aller Voraussicht nach zugutekommen. „In den Jahren 2021 und 2022 setzt Peking für neue E-Autos die Mehrwertsteuer aus.“

Für in China produzierte Stromer bis zu einem Kaufpreis von umgerechnet etwa 40.000 Euro werde die Förderung etwas reduziert bis 2022 verlängert. „Die leergefegten Straßen während der Pandemie haben die Luftqualität in den Ballungsräumen deutlich verbessert.“

BYD gut aufgestellt

Der allgemeinen Marktschwäche kann sich zwar auch die BYD-Aktie (WKN A0M4W9) nicht entziehen. Seit Jahresbeginn steht der Wert des Anbieters von Batterien, Elektroautos, -LKW und -bussen dennoch im Plus. Aktuell notiert die Aktie um 5,23 Euro.

„Build Your Dreams (BYD) ist breit aufgestellt“, begründet Richter. Der Konzern biete in vielen Regionen der Welt unter anderem Elektrobusse und E-Fahrzeuge für die Müllabfuhr. Mit einem E-SUV mit einer Reichweite von 520 Kilometern plane BYD noch in diesem Jahr beginnend mit Norwegen den Marktstart in Europa.

 


 

Stark in Zukunftstechnologien

Mobilität, 5G und Künstliche Intelligenz sind für Richter die ganz großen Entwicklungen der Gegenwart und Zukunft. Als weltgrößter Anbieter von Telekommunikation bringe China Mobile (WKN 909625) die 5G-Infrastruktur etwa für Autonomes Fahren in China entscheidend voran.

Auf China Mobile warte mit der Anbindung der ländlichen Bevölkerung an den neuen Mobilfunk viel Arbeit. Die Bilanz der Aktie überzeuge in den vergangenen fünf Jahren nicht. Das könne sich durchaus ändern.

Mit Spannung erwartet Richter übrigens die Jahres-Geschäftszahlen von Corona-Gewinner Alibaba Health (WKN A12EAP). Die Aktie des Anbieters von Pharmaprodukten medizinischen Geräten markierte mit 2,48 Euro ein neues Allzeithoch.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge