Auslandsaktien: Minenunternehmen mit Kursvervierfachung – Höhenflug der Tech-Werte trotz starker Nvidia-Zahlen vorbei
Nvidia hat den Markt abermals nicht enttäuscht: Im vierten Quartal des Ende Januar zu Ende gegangenen Geschäftsjahres stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 73 Prozent auf 68 Milliarden US-Dollar, wie der Chipkonzern am Mittwoch bekannt gab.
Auch die Prognose für das laufende Quartal lag über den Erwartungen. Die Aktie (US67066G1040) legte zu. Mit 168 Euro am Donnerstagmorgen liegt der Kurs aber noch unter dem Allzeithoch von 183 Euro aus dem November.
Höhenflug der Tech-Werte vorbei
Immer weiter nach oben geht es unterdessen für den südkoreanischen Halbleiterhersteller SK Hynix (US78392B1070), der auch ganz oben auf der Top-20-Umsatzliste steht. Dessen Kurs hat sich auf Zwölfmonatssicht mehr als verdreifacht.
Auch die anderen umsatzstarken Halbleitertitel legen immer weiter zu: US-Speicherchip-Hersteller Micron Technology (US5951121038), ASML aus den Niederlanden (NL0010273215) und Taiwan Semiconductor (US8740391003).
Minenunternehmen: Kursvervierfachung in drei Jahren
Eher ungewöhnlich: der rege Handel von Minenunternehmen, vor allem Pan American Silver (CA6979001089) und Barrick Mining (CA06849F1080). Hintergrund sind die extremen Preisbewegungen von Gold und Silber.
Der Silberpreis – 2025 noch im Durchschnitt bei 40 US-Dollar – war Ende Januar auf fast 122 US-Dollar gestiegen. Dem folgt ein jäher Absturz, am Freitagabend sind es fast 93 US-Dollar. Der Goldpreis erreichte Ende Januar 5.570 US-Dollar, jetzt sind es 5.246 US-Dollar.
Auch die Kurse der Gold- und Silberförderer schossen in die Höhe. Auffällig: Viele Kurse machten den Preisrückgang der Edelmetalle nicht mit. Die Aktie des kanadischen Konzerns Pan American Silver wird mit aktuell 55 Euro nur knapp unter dem Allzeithoch gehandelt. Auf Zwölfmonatssicht hat sich der Kurs des schwerpunktmäßig in der Silberproduktion tätigen Unternehmens mehr als verdoppelt, auf Dreijahressicht fast vervierfacht. Bei Barrick Mining, dem größten Goldbergbauunternehmen der Welt, sieht es ähnlich aus.
Pan American Silver Aktie Chart
„Silber fragiler als Gold“
Die US-Bank JP Morgan hat ihre Silberpreisprognose für 2026 und 2027 kürzlich um 44 und 45 Prozent angehoben. Sie rechnet jetzt mit einem durchschnittlichen Preis von 81 und 85,5 US-Dollar. „Die industriellen Anwendungen von Silber sind ein wichtiger Nachfragetreiber“, erklärt die US-Bank. Steigende Kosten könnten diese Nachfrage allerdings langfristig schwächen und zu größeren Preisschwankungen führen.
Auch die Deutsche Bank sieht Risiken: „Silber wirkt fragiler als Gold, da spekulative Übertreibungen abgebaut werden und die Fundamentaldaten bereits angespannt sind“, erklärt die Bank.
Silber Chart
„Treibende Kräfte für Gold intakt“
Nach Einschätzung der Commerzbank dürfte eine Eskalation des Konflikts zwischen USA und Iran grundsätzlich preisstützend wirken. Bei den Ukraine-Friedensgespräche habe es zudem keine spürbaren Fortschritte gegeben. „Vor diesem Hintergrund dürften sichere Häfen gefragt und der Goldpreis entsprechend gut unterstützt bleiben.“
Gold Chart
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