BaFin-Chef Hufeld erwartet Anfang 2021 erste Welle an Kreditausfällen

Bankenverband:Angesichts der Corona-Krise, die für viele Unternehmen existenzbedrohend ist, rechnet BaFin-Chef Felix Hufeld mit einer schwierigeren Lage der Banken im kommenden Jahr.

Es sei zu erwarten, dass auf die Geldhäuser mehrere Wellen von Kreditausfällen zukommen, warnte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in einem Interview. “Die erste könnte es Anfang 2021 geben, wenn die Insolvenzantragspflicht wieder voll greift.”

Im Gegensatz zur Finanzkrise 2008 hätten viele Institute aber stärkere Kapitalpuffer. Deshalb sei das Finanzsystem als Ganzes robust, betonte Hufeld. “Einige der schwächsten Banken werden die Krise aber vermutlich nicht überstehen und aus dem Markt ausscheiden.”

 


 

Auch die US-Ratingagentur Moody’s prognostizierte in ihrem jüngsten Bericht den Finanzinstituten in Europa negative Aussichten für das kommende Jahr. Es sei damit zu rechnen, dass sich die Kreditgrundlagen der Geldhäuser nach der Coronavirus-Pandemie verschlechtern würden, erklärte Carola Schuler, Geschäftsführende Direktorin auf dem Gebiet Bankgeschäfte bei Moody’s Investors Service.

“Im gesamten Euroraum wird sich die Kreditleistung abschwächen, während die schwache Rentabilität aufgrund chronischer Ineffizienz durch steigende Zahlungsausfälle und sinkende Nettozinsmargen noch verstärkt wird”, heißt es in der Prognose der Agentur.

Als Folge werden sich Kostensenkungen, digitale Investitionen und Konsolidierung fortsetzen. Die Banken hätten noch bis Ende 2022 mit den Corona-Auswirkungen zu kämpfen, so das Fazit.

 

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