Bodenbildung beim Goldpreis: Steht die nächste Rallye an, oder droht der Absturz?
Gold nach der Rallye: Korrektur, Konsolidierung – und was jetzt kommt
Edelmetalle und insbesondere Gold zogen Anfang dieses Jahres die Blicke der Anleger auf sich, als der normalerweise nur langsam steigende Wert innerhalb von nur einem Jahr um fast 100 % zulegte.
Wenig überraschend führte dies schließlich zu einer recht beträchtlichen Korrektur, als die fundamentalen Faktoren, die zum anfänglichen Bullenzyklus geführt hatten, allmählich nachließen.
Am 16. April notiert Gold bei 4.835,60 $ pro Feinunze (Troy Ounce) und liegt damit fast 14 % unter seinem Januar-Allzeithoch (ATH) von 5.589,38 $.
Zuvor war das Metall Ende März unter 4.500 $ gefallen, bevor es im April in eine Seitwärtsbewegung überging.
Gold Chart
Nimmt man dazu noch die anhaltenden Großeinkäufe der Zentralbanken, die hartnäckige Inflation und die allgemeine Flucht aus dem US-Dollar, ist der hohe Stellenwert von Gold absolut nachvollziehbar.
Was Anleger jedoch vor allem wissen möchten, ist, wie sich diese Faktoren in der zweiten Jahreshälfte weiterentwickeln könnten und was das für die Preise bedeuten wird.
Düstere makroökonomische Kräfte
Wie bereits erwähnt, haben die Goldpreise in den letzten Handelsperioden trotz anhaltender geopolitischer Spannungen nachgegeben. Dies unterstreicht, in welchem Ausmaß makroökonomische Kräfte derzeit den Markt antreiben. Während das gelbe Metall nun im Bereich von 4.800 bis 4.830 $ konsolidiert, bleiben die realen US-Renditen über 2 %, und die Anleger haben ihre Erwartungen an eine baldige geldpolitische Lockerung durch die Federal Reserve zurückgeschraubt.
Trotz der Ernennung von Trumps Vertrautem Kevin Warsh haben die politischen Entscheidungsträger weiterhin eine „Higher-for-longer“-Haltung signalisiert (längerfristig hohe Zinsen) und auf das Risiko verwiesen, dass die Inflation neu entfacht wird. Dies hat die Renditen von US-Staatsanleihen auf hohem Niveau gehalten; die 10-jährige Rendite notiert zwischen 4,2 % und 4,3 %, was die Opportunitätskosten für das Halten von renditelosen Vermögenswerten wie Gold erhöht.
Gleichzeitig hat sich der US-Dollar nahe seiner mehrmonatigen Höchststände behauptet, gestützt durch Renditedifferenzen und anhaltende Kapitalzuflüsse in US-Vermögenswerte. Das macht das Edelmetall für Nicht-US-Käufer teurer. In Kombination mit einem nach wie vor robusten globalen Wachstumsumfeld – insbesondere in den USA, wo das BIP-Wachstum bislang über dem Trend lag – haben diese Faktoren eine Umschichtung in Aktien und festverzinsliche Wertpapiere gefördert.
Folglich reicht die Nachfrage nach sicheren Häfen derzeit nicht aus, um den makroökonomischen Gegenwind auszugleichen.
Die jüngsten Rückgänge des Preisdrucks in Richtung des 2-%-Ziels der Fed haben zudem die Dringlichkeit für Anleger verringert, Gold als Absicherung zu halten, zumal keine unmittelbaren Zinssenkungen anstehen.
Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) für März von +3,3 % könnte jedoch zu erneuten Käufen führen, falls die aktuelle Ölpreiskrise nicht bald entschärft wird.
Die Unsicherheitsprämie
Auch wenn das breitere wirtschaftliche Umfeld in letzter Zeit für Risikoanlagen günstiger war, findet Gold weiterhin Unterstützung durch strukturelle und risikobezogene Treiber, die Abwärtsbewegungen begrenzen. Anhaltende geopolitische Spannungen und Handelsunsicherheiten untermauern seine Rolle als einen der wichtigsten defensiven Vermögenswerte, auch wenn ein Großteil dieses Risikos mittlerweile eingepreist ist.
Eine noch wichtigere Stütze ist jedoch die historisch hohe und anhaltende Nachfrage der Zentralbanken. Die Käufe des offiziellen Sektors beliefen sich im Jahr 2025 auf rund 863 Tonnen, nachdem in den Jahren 2023 und 2024 Rekordkäufe von jeweils über 1.000 Tonnen verzeichnet worden waren. Dieses anhaltend hohe Tempo, das weit über dem langfristigen Durchschnitt von 400 bis 500 Tonnen pro Jahr liegt, spiegelt eine strukturelle Verschiebung im Reservemanagement wider. Wichtige Käufer wie die Polnische Nationalbank, die im vergangenen Jahr mehr als 100 Tonnen kaufte, und die People’s Bank of China, die ihre Bestände stetig auf über 2.300 Tonnen aufgestockt hat, diversifizieren weiterhin weg von auf Dollar lautenden Vermögenswerten.
Mit Blick auf die Zukunft wird der Ausblick für Gold maßgeblich vom Zeitpunkt der Zinssenkungen und der Entwicklung des Dollars abhängen. Eine Wende hin zu Zinssenkungen und niedrigeren realen Renditen könnte erneute Zuflüsse begünstigen, während eine längere Phase hoher Zinsen die Preise in einer Handelsspanne halten dürfte. Dabei würde die Nachfrage der Zentralbanken eher als stabilisierende Kraft denn als Katalysator für anhaltende Gewinne wirken.
Natürlich bleiben geopolitische Konflikte ein bedeutender Unsicherheitsfaktor (Wildcard), und jede Eskalation im Nahen Osten könnte jederzeit zu einer massiven Bullenrallye führen.
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