Commerzbank will die digitale Beratungsbank sein

Bankenverband: Der neue Commerzbank-Chef Manfred Knof setzt neben Einsparungen auf einen klaren Digitalisierungskurs. “Natürlich reicht es nicht, zu schrumpfen und Kosten zu senken. Auch unser Geschäftsmodell stellen wir neu auf: Wir wollen die digitale Beratungsbank für Deutschland sein”, sagte Knof am Donnerstag bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2020 und seiner neuen Strategie.

Er kündigte an, dass trotz der Belastungen durch die Corona-Krise das Betriebsergebnis der Bank dieses Jahr wieder positiv sein und bis 2024 auf 2,7 Milliarden Euro steigen werde. Knof will die Stärken der inzwischen integrierten Online-Tochter Comdirect und die des Mutterkonzerns enger verzahnen. Der Vorstandschef betonte: “Wachstum um jeden Preis ist für die Commerzbank keine Option mehr. Profitabilität geht vor.”

 


 

Der Vorstand will in den nächsten Jahren die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern von 39.500 auf 32.000 verringern, das Filialnetz wird auf 450 Standorte fast halbiert. Knof betonte: “Wir verschlanken in allen Bereichen unsere Strukturen und bauen Hierarchien ab.” Schon im laufenden Jahr werde das Management damit beginnen, “die Zentrale neu zu dimensionieren und deutlich zu verkleinern”.

Der Vorstand werde “alles tun, betriebsbedingte Beendigungskündigungen so weit wie möglich zu vermeiden”, versicherte Finanzvorständin Bettina Orlopp. “Dass dies vollständig gelingen wird, können wir allerdings nicht garantieren.”

Zudem wurde bekannt, dass die Commerzbank sich aus dem Aktienhandel verabschiedet und künftig auch keine eigenen Aktienanalysen mehr anbieten will. Dies wolle die Commerzbank den Kunden durch Kooperationen mit anderen Unternehmen weiter zur Verfügung stellen.

Knof gab auch bekannt, dass der Aufsichtsrat beschlossen habe, keine Boni an die Vorstände für das vergangene Geschäftsjahr zu zahlen. Erste Geschäftszahlen hatte das Institut bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht.

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