Daimler AG: Bestwerte bei Absatz, Umsatz und EBIT in einem ersten Quartal

  • Konzernabsatz mit 754.300 Einheiten deutlich über Vorjahr (+10%)
  • Umsatzplus von 11% auf 38,8 Mrd. €
  • Konzern-EBIT mit 4.008 Mio. € 87% über Vorjahreswert
  • Konzernergebnis auf 2.801 Mio. € verdoppelt
  • Free Cash Flow im Industriegeschäft bei 1,9 (i. V. 0,3) Mrd. €
  • Für Gesamtjahr 2017 deutliche Steigerung von Absatz, Umsatz und Konzern-EBIT erwartet

 

Daimler AG: Die Daimler AG hat in den ersten drei Monaten des Jahres 2017 ihren erfolgreichen Wachstumskurs fortgesetzt und die Strategie für eine nachhaltig positive Entwicklung konsequent umgesetzt. Mit 754.300 (i. V. 683.900) verkauften Pkw und Nutzfahrzeugen hat Daimler erneut einen Bestwert beim Konzernabsatz in einem ersten Quartal erzielt. Dazu haben vor allem die jeweiligen Rekordabsätze von Mercedes-Benz Cars mit 568.100 Einheiten (+14%) und Mercedes-Benz Vans mit 86.800 Fahrzeugen (+13%) beigetragen. Der Konzernumsatz belief sich auf 38,8 Mrd. € und lag damit 11% über dem Vorjahreswert. Bereinigt um Wechselkurseffekte stieg der Umsatz um 7%.

 

EBIT nahezu verdoppelt
Der Daimler-Konzern erzielte im ersten Quartal 2017 ein EBIT von 4.008 Mio. € und konnte damit den Vorjahreswert von 2.148 Mio. € deutlich übertreffen. Das Konzernergebnis verdoppelte sich auf 2.801 (i. V. 1.400) Mio. €. Der Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Konzernergebnis stieg auf 2.706 (i. V. 1.353) Mio. €; dies führte zu einem Anstieg des Ergebnisses je Aktie auf 2,53 (i. V. 1,26) €. „Hinter uns liegt ein äußerst erfolgreiches Quartal“, sagte Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars. „Vor uns liegt eine Vielzahl an Möglichkeiten für weiteres profitables Wachstum. Wir haben die richtigen Produkte, um diese Chancen zu nutzen – und die Finanzkraft, die notwendigen Investitionen zu stemmen. Das jüngste Beispiel: unsere neue S-Klasse. Daimler bleibt auf der Überholspur.“

Insbesondere Mercedes-Benz Cars konnte das Ergebnis deutlich verbessern. Der Ergebnisanstieg ist vor allem auf die positive Absatz­entwicklung der neuen E-Klasse und der SUV-Modelle zurückzuführen. Das Geschäftsfeld Daimler Trucks verbesserte im Wesentlichen aufgrund des Verkaufs von Immobilien in Japan das Ergebnis deutlich. Auch Mercedes-Benz Vans und Daimler Buses erzielten ein EBIT deutlich über dem Vorjahreswert. Bei Daimler Financial Services führte insbesondere das gestiegene Vertragsvolumen zu einem deutlichen Anstieg des Ergebnisses. Wechselkurseffekte wirkten sich in allen Geschäftsfeldern positiv auf das operative Ergebnis aus.

„Wir sind sehr gut ins Jahr gestartet und haben im Automobilgeschäft erneut die Zielrendite übertroffen“, sagte Bodo Uebber, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Finance & Controlling und Daimler Financial Services. „Wir sind auch für den Rest des Jahres überaus zuversichtlich, sowohl unsere finanziellen als auch unsere strategischen Ziele zu erreichen. Dabei haben wir stets die politischen und gesamtwirtschaftlichen Herausforde­rungen im Blick und werden weiterhin flexibel und mit Augenmaß agieren.“

 

Free Cash Flow und Netto-Liquidität

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts belief sich im Berichtsquartal auf 1,9 (i. V. 0,3) Mrd. €. Dieser Anstieg war insbesondere auf den positiven Geschäftsverlauf sowie auf die Entwicklung des Working Capital zurück­zuführen. Darin enthalten sind der Erlös aus dem Verkauf von Immobilien am Standort Kawasaki in Japan in Höhe von 0,3 Mrd. € sowie saisonal höhere Lieferantenverbindlichkeiten. Seit dem 31. Dezember 2016 erhöhte sich die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts um 1,3 Mrd. € auf 21,1 Mrd. €. Ursächlich für den Anstieg war insbesondere der positive Free Cash Flow. Gegenläufige Effekte resultierten insbesondere aus der Kapitalerhöhung bei Daimler Financial Services.

 

Der Daimler-Konzern hat sich im ersten Quartal 2017 erneut zu attraktiven Bedingungen auf den internationalen Geld- und Kapitalmärkten refinanziert. In den ersten drei Monaten 2017 sind Daimler aus der Emission von Anleihen liquide Mittel in Höhe von 6,7 (i. V. 7,3) Mrd. € zugeflossen. Aufgrund der Tilgung von Anleihen flossen 4,8 (i. V. 2,6) Mrd. € ab. Ein wesentlicher Teil des Emissionsvolumens wurde in Form sogenannter Benchmark-Anleihen (Anleihen mit hohem Nominalvolumen) begeben. Anfang Januar emittierte die Daimler Finance North America LLC am US-amerikanischen Kapitalmarkt Anleihen mit drei-, fünf- und zehnjähriger Laufzeit mit einem Gesamtvolumen von 3,0 Mrd. US-$. Im Februar begab die Daimler AG im Euromarkt eine achtjährige Anleihe von 1,25 Mrd. €. Darüber hinaus wurden diverse weitere kleinere Begebungen in verschiedenen Ländern vorgenommen. So wurde unter anderem im März eine einjährige Anleihe mit einem Volumen von 3,0 Mrd. RMB im chinesischen Kapitalmarkt durch die Daimler AG begeben.

 

 

Investitionen in die Zukunft
Im ersten Quartal 2017 wurden weltweit 1,3 Mrd. € insbesondere an den Produktions- und Montagestandorten für neue Produkte und Technologien, die Erweiterung der Kapazitäten sowie für Modernisierungsmaßnahmen investiert. Auf die deutschen Standorte entfielen Sachinvestitionen von 0,9 (i. V. 0,9) Mrd. €. Die für Forschungs- und Entwicklungsleistungen erhöhten sich auf 2,1 (i. V. 1,7) Mrd. €.

Ausblick Märkte

Zu Beginn des zweiten Quartals sind die konjunkturellen Perspektiven für die Weltwirtschaft weiterhin günstig, so dass sich das globale Wachstumstempo dieses Jahr leicht beschleunigen könnte. Die aktuellen Prognosen für das Gesamtjahr 2017 bewegen sich am oberen Rand des 2,5-3%-Korridors.

 

Die weltweite Pkw-Nachfrage dürfte nach aktueller Einschätzung im Jahr 2017 von hohem Niveau ausgehend um 1-2% zunehmen. Dabei ist für den chinesischen Gesamtmarkt nur noch ein leichter Anstieg zu erwarten, nachdem die steuerlichen Kaufanreize für Pkw mit kleinen Motoren in diesem Jahr verringert worden sind. Der US-amerikanische Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge sollte das außerordentlich hohe Vorjahresniveau von über 17 Millionen verkauften Einheiten in etwa halten können. Für den europäischen Pkw-Markt ist insgesamt von einem leichten Anstieg auszugehen. Dabei dürfte sich die Nachfrage in Westeuropa nach der kräftigen Erholung der Vorjahre nur noch leicht über dem Niveau von 2016 bewegen. In Russland ist mit einer moderaten Erholung von niedrigem Niveau zu rechnen, was für Osteuropa insgesamt einen leichten Anstieg zur Folge haben dürfte. Für den japanischen Markt rechnet das Unternehmen mit einem Marktvolumen in der Größenordnung des Vorjahrs, für die Nachfrage in Indien mit einem deutlichen Zuwachs.

Bei der Lkw-Nachfrage in der NAFTA-Region wird für das Gesamtjahr mit einer Fortsetzung der zyklischen Marktabschwächung gerechnet. In den Gewichtsklassen 6-8 ist in Summe mit einem Rückgang in der Größen­ordnung von 5% zu rechnen. Im Segment der schweren Lkw (Klasse 8) wird eine noch deutlichere Abschwächung erwartet. Dennoch geht das Unternehmen im Jahresverlauf von einer schrittweisen Stabilisierung des Marktes aus.

EU-Region sollte Absatz halten können
In der Region EU30 geht Daimler davon aus, dass die Nachfrage in etwa das solide Vorjahresniveau halten kann. Auf dem brasilianischen Markt ist anzunehmen, dass die Verkaufszahlen ausgehend von dem äußerst schwachen Vorjahresniveau nochmals leicht zurückgehen werden. In der Türkei ist nach dem dramatischen Einbruch des Vorjahres ein weiterer deutlicher Rückgang zu erwarten. Der russische Markt sollte sich deutlich erholen. In China ist nach dem sehr schwungvollen Jahresauftakt mit einer Normalisierung der Nachfrage zu rechnen, was für das Gesamtjahr einen leichten Marktzuwachs zur Folge haben dürfte. Die für Daimler Trucks wichtigsten asiatischen Märkte dürften sich im Jahr 2017 uneinheitlich entwickeln. In Japan ist für die Nachfrage nach leichten, mittleren und schweren Lkw auf solidem Niveau eine stabile Marktentwicklung wahrscheinlich. Der indonesische Lkw-Gesamtmarkt sollte sich nach mehreren Jahren mit deutlichen Marktrückgängen leicht über dem Vorjahresniveau bewegen. In Indien ist bei mittleren und schweren Lkw von einem leichten Marktanstieg auszugehen.

Für das Jahr 2017 erwartet Daimler in der Region EU30 bei den kleinen Transportern eine stabile Nachfrage und bei den mittelgroßen und großen Transportern ein leichtes Marktwachstum. In den USA dürfte die Nachfrage nach großen Transportern weitgehend stabil bleiben. Dagegen sollte sich der Markt für mittelgroße und große Transporter in Lateinamerika, von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend, im Jahr 2017 wieder deutlich beleben. In China wird ebenfalls mit einer Belebung der Nachfrage im adressierten Markt gerechnet.

Bei den Bussen antizipiert Daimler in der Region EU30 ein leicht ansteigendes Marktvolumen gegenüber dem Vorjahr. Die Marktentwicklung in Lateinamerika wird durch die aktuelle wirtschaftliche Situation in Argentinien und Brasilien weiterhin negativ beeinflusst. Nach den deutlichen Rückgängen in den Vorjahren wird davon ausgegangen, dass die Talsohle im Jahr 2016 erreicht wurde. Insbesondere in Brasilien rechnet das Unternehmen für das Jahr 2017 mit einer deutlichen Erholung auf weiterhin sehr niedrigem Niveau.

Ausblick Daimler
Daimler geht davon aus, dass der Konzernumsatz im Jahr 2017 deutlich zunehmen wird. Auf Basis der deutlichen Absatzsteigerung erwarten die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars und Daimler Buses sowie Daimler Financial Services deutlich höhere Umsatzerlöse. Für das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans erwartet Daimler einen leichten Umsatzanstieg und für das Geschäftsfeld Daimler Trucks rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz in der Größenordnung des Vorjahrs. In regionaler Hinsicht erwartet das Unternehmen für Asien und Europa die höchsten Zuwächse. Auf Basis der erwarteten Marktentwicklung sowie der aktuellen Einschätzungen der Geschäftsfelder geht Daimler nun davon aus, das Konzern-EBIT im Jahr 2017 deutlich zu steigern.

Die einzelnen Geschäftsfelder haben für das Jahr 2017 folgende Erwartungen für das EBIT:

  • Mercedes-Benz Cars: deutlich über Vorjahresniveau
  • Daimler Trucks: leicht unter Vorjahresniveau
  • Mercedes-Benz Vans: leicht unter Vorjahresniveau
  • Daimler Buses: leicht über Vorjahresniveau
  • Daimler Financial Services: leicht über Vorjahresniveau


Die erwartete Ergebnisentwicklung in den Automobilgeschäftsfeldern wird sich auch im Jahr 2017 positiv im Free Cash Flow des Industriegeschäfts niederschlagen. Trotz nochmals höherer Vorleistungen für neue Produkte und Technologien dürfte der Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen und damit die Dividendenausschüttung im Jahr 2017 übertreffen. Vor dem Hintergrund weiterer Effizienzsteigerungen im Rahmen der mittel- und langfristig ausgerichteten Programme zur strukturellen Verbesserung der Geschäftsprozesse geht Daimler davon aus, dass die anspruchsvollen Wachstumsziele mit einem nur leicht wachsenden Personalbestand erreicht werden können.

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