DAX kämpft mit 10.000 – versöhnlicher Wochenschluss?

FXCM:
Der DAX zeigt sich weiter sehr schwankungsfreudig, konnte sich am Mittwoch zunächst über 10.000 Punkten stabilisieren. Zuvor hat der chinesische Aktienmarkt „nur“ Abschläge von rund einem Prozent in der Nacht auf Schlusskursbasis gesehen, allerdings unter enormen Schwankungen. Am Vorabend hatte der Dow Jones der Wallstreet nach passablem Handel in der letzten Handelsstunde rund 600 Punkte verloren und somit so signifikante Abschläge wie zuletzt im Sommer 2008 als Lehman Brothers unterging.

 

Festzuhalten bleibt: diese Entwicklungen an den globalen Aktienmärkten zeigen, dass die Unsicherheit am Markt weiter enorm hoch ist, das Vertrauen in die Notenbanken nach Geldgeschenken in Höhe von Billionen Euro, USD und Yuan in den Jahren nach der Finanzkrise stark erschüttert zu sein scheint.

 

Starker Pessimus vertreten…

Das mangelnde Vertrauen ist in meinen Augen auch sehr gut nachvollziehbar, denn die Feuerkraft seitens der EZB oder auch FED dürfte stark beschränkt sein, selbst wenn sie aktiv würden. Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Capital, ein Hedge Fonds, der mehr als 150 Mrd. USD verwaltet, meldete sich bereits zu Wort und sagte, dass der nächste größere Schritt der FED nicht wie erwartet eine Zinsanhebung sein würde. Stattdessen sollte man ein noch breiter angelegtes Anleiheaufkaufprogramm seitens der FED erwarten, ein QE 4.

 

Doch was wäre für den Fall eines solchen Schritts seitens der FED langfristig zu erwarten?

„Nichts gutes“ würde ich sagen. Aktien blieben zwar alternativlos und dürften sich über kurz oder lang sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks zu neuen Allzeithochs aufschwingen. Doch was man tatsächlich täte ist, man versuchte den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Die Zeitspanne bis es zu den nächsten Verwerfungen an den globalen Aktienmärkten würde sich deutlich verkürzen. Und dass die global agierenden Notenbanken, allen voran die FED und EZB ähnliche Entwicklungen wie in China zu erwarten hätten, wäre eine ausgemachte Sache.

 

Chinesischer Crash zieht um sich

Die Turbulenzen am chinesischen Finanzplatz zeigen nämlich, dass selbst eine Notenbank nicht größer als der Markt ist. Früher oder später käme es zu einer Bewegung zurück auf ein realwirtschaftlich gerechtfertigtes Niveau. Und desto weiter man sich vorher durch weitere Geldgeschenke auf der Oberseite von der Realität entfernt hat, umso schmerzhafter und tiefer würde der anschließende Fall. Ich hoffe demnach, dass es keine weiteren Geldgeschenke seitens der globalen Notenbanken gibt. Der Kater, wacht der Markt aus seinem Liquiditätsrausch eines Tages auf, wird zwar unangenehm. Langfristig handelt es sich aber um die bessere Lösung.

 

Kurzfristig und bis zum Wochenschluss bleibt es im DAX dabei, dass ich bei Rückläufen und einem Schlusskurs über der 10.100er Marke eine Fortführung der Korrektur in den Bereich um 10.650 vorstellen könnte, erst mit einem Fall unter 9.300 Punkten wären erneute Turbulenzen, Ziel dann um 8.350 Punkte, zu erwarten.

 

Von Jens Klatt

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