DAX muss sich geschlagen geben – Eine Jahresendrallye sieht anders aus

FXCM: DAX muss sich geschlagen geben – Eine Jahresendrallye sieht anders aus
 
Fast schon mit Ansage verlor der Deutsche Aktienindex heute an Boden und büßte bis kurz vor Handelsschluss mehr als 170 Punkte ein. Mühsam schleppte sich die Wall Street in den vergangenen Tagen von einem Hoch zum nächsten, was den DAX am Nachmittag immer wieder stützte. Die Argumente für den Kauf deutscher Aktien sind schlichtweg nicht vorhanden, eher das Gegenteil ist der Fall. Die Konjunktur in der Eurozone schmiert ab und die Prognosen für das zukünftige Wachstum werden von allen Institutionen reihenweise zurückgenommen.
 

Gleichzeitig droht an den US-Börsen Ungemach, sollten sich Anleger aufgrund der bevorstehenden Zinswende von ihren Papieren trennen. Daher ist zu befürchten, dass das heutige Minus beim DAX noch nicht das Ende, sondern erst der Anfang einer Korrektur ist. Zum Wochenschluss sind durchaus Notierungen unter 9.000 Punkten einzukalkulieren, besonders dann, wenn die Wall Street wie heute als Stütze wegfällt.
 

Jetzt könnte der DAX den Preis für die sehr wackelige 1.000-Punkte-Rallye der vergangenen vier Wochen zahlen. Die niedrigen Umsätze der letzten Tage und Wochen haben gezeigt, dass einzig Spekulanten, die nach der Devise agieren "Die Notenbanken werden es schon richten", den DAX zurück über die 9.000er Marke geschoben haben.
 

Doch diese Aussicht auf mehr Liquidität kann die nicht zu übersehenden konjunkturellen, aber auch geopolitischen Probleme nicht lösen. Und das dämmert den Marktteilnehmern nun. Mit harten Bandagen geführte Kämpfe in der Ost-Ukraine, stetig nach unten revidierte Wachstumsausblicke und eine FED, die sich nun zeitnah mit Zinserhöhungen beschäftigen muss, um ihre Glaubwürdigkeit nicht zu gefährden, schlagen den Marktteilnehmern jetzt auf den Magen.
 

Kann sich der deutsche Leitindex in den kommenden Wochen nicht über 8.900 Punkten halten, heißt es statt einer Jahresendrallye „Kragen hochklappen und einen unangenehmen Herbst bis Weihnachten erleben".

 

 

Von Jens Klatt

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