DAX schleicht sich ins Wochenende – Zwischenstopp Jackson Hole

FXCM?Der Deutsche Aktienmarkt wird nach dem Schock vom vergangenen Freitag nach der wahrscheinlichen „Ente“ eines Angriffs auf einen russischen Militärkonvoi durch die ukrainische Armee diese Woche wohl relativ ruhig und unauffällig mit einem positiven Vorzeichen beenden. Der Sprung über die 9.400 Punkte kurz nach Handelsbeginn allerdings könnte zu Beginn der kommenden Woche den Test der 200-Tage-Linie bei rund 9.500 Punkten zur Folge haben, vorausgesetzt die Geldpolitik macht den Börsen über das Wochenende keinen Strich durch die Rechnung.?
 

Denn andere Termine sind heute Mangelware, einzig allein das Treffen der Notenbanker in Jackson Hole könnte die Märkte zum Wochenschluss noch etwas in Bewegung versetzen. Voraussetzung dafür wären allerdings Überraschungen und dadurch mögliche neue Spekulationen über einen genauen Zeitpunkt der Zinswende in den USA, wovon eher nicht auszugehen ist. Denn die Chefin der US-Notenbank Yellen um 16 Uhr wird sich ihre Worte genau überlegen. Welches Gewicht diese aber auf die Goldwaage des einen oder anderen Investors bringen, ist am Ende dann doch immer wieder überraschend. Ein bisschen Spannung bleibt also doch noch vor dem Wochenende.

Geöffnet wurde die Box der Pandora in Sachen Geldpolitik ja schon am Mittwoch dieser Woche ein wenig. Hier wurde klar, dass die Federal Reserve in Bezug auf die Lage am Arbeitsmarkt etwas optimistischer ist und ihren Inflationsausblick angehoben hat, die US-Konjunktur offenbar doch auf einem robusteren Fundament steht und keine so aggressiven geldpolitischen Maßnahmen mehr von Nöten sind. Und da genau liegt das Problem. Denn der einzige Grund, warum die geopolitischen Spannungen in der Ukraine, im Irak und im Gaza-Streifen noch zu keinen wirklich signifikanten Einbrüchen an den Aktienmärkten geführt haben, ist das billige Geld der Notenbanken. Sobald dieses teurer wird, wird dies auch vor allem an den heiß gelaufenen US-Börsen nicht spurlos vorübergehen. Legt die Wall Street den Rückwärtsgang ein, folgt ihr der DAX auf dem Fuße, was für das dritte Quartal neue Jahrestiefs sehr wahrscheinlich macht.
 

Dass Chairwoman Yellen heute rhetorisch überrascht ist unwahrscheinlich. Dass sie zum expansiv-geldpolitischen Rundumschlag ausholt, darf auch bezweifelt werden. Zwar besteht die Möglichkeit, dass sie für einen restriktiveren geldpolitischen Kurs eine Arbeitslosenquote im Bereich zwischen 5,3 und 5,5 Prozent benötigt, die US-Inflation tatsächlich signifikant anzieht und wirkliche Anzeichen einer Beschleunigung aufzeigt. Allerdings wäre dies weit über das hinausgehend, was Yellen seit ihrem Amtsantritt kommuniziert hat. Die Tatsache, dass sich die Arbeitslosenquote deutlich reduziert hat, die Anzahl neu geschaffener Stellen mittlerweile die Anzahl der Jobs auf das Vor-Finanzkrisen-Niveau gehievt hat, lässt einen solch aggressiven Unterton kaum zu. Wahrscheinlicher ist dann schon, dass Yellen den leicht hawkishen Unterton der FED-Minutes vom Mittwoch fortführt, den Markt auf eine sanfte Landung vorbereitet und alles daran setzen wird, erratische Kursbewegungen an den Aktien-, aber auch Zinsmärkten zu vermeiden.

 

Von Jens Klatt

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