DDV – Lars Brandau: Mehrwert durch mehr Werte

DDV: Der Volksmund irrt selten. Niemand glaubt ernsthaft an die Existenz von Nutztieren, die sowohl Eier legen, als auch Milch geben und Wolle liefern. Kurz: Die eierlegende Wollmilchsau ist ein Hybridwesen, das es nicht gibt. Eine Wahrheit, die sich auch eins zu eins auf die Geldanlage übertragen lässt. Ein risikoloses, renditestarkes und zugleich ständig veräußerbares Finanzprodukt mag ein legitimer Wunsch jeden Investors sein. Nur umsetzbar ist er nicht. Abhilfe lässt sich für Anleger lediglich mit Hilfe von Streuung schaffen. Um die Risiken zu verteilen, abzusichern und dennoch eine positive Rendite zu erwirtschaften, braucht es verschiedene Finanzprodukte im eigenen Depot. Hierzu gehören Aktien, Fonds, Anleihen und auch strukturierte Wertpapiere wie Zertifikate.

Wieviel Platz Zertifikate dabei genau in einem ausgewogenen Depot eines mittel- bis langfristig orientierten Anlegers einnehmen sollten, das wollte der DDV in seiner aktuellen Online-Umfrage in Erfahrung bringen. Teilgenommen haben daran mehr als 3.100 Personen auf mehreren großen Finanzportalen. Zumeist handelt es sich dabei um gut informierte, online-affine Anleger, die als Selbstentscheider ohne Berater investieren.

Rund die Hälfte der Befragten hält einen Zertifikate-Anteil von mehr als 10 Prozent im Wertpapier-Depot für sinnvoll. Ein Viertel der Teilnehmer befürwortet einen Anteil zwischen 10 und 20 Prozent. Für jeden Zehnten enthält ein optimales Depot zwischen 20 und 30 Prozent Zertifikate und für 16 Prozent sogar mehr als 30 Prozent.

Eines zeigen die Ergebnisse deutlich: Zertifikate gehören nach Ansicht aufgeklärter Anleger in jedes erfolgreiche Depot. Gerade im derzeitigen Niedrigzinsumfeld brauchen Privatanleger für ihren langfristigen Vermögensaufbau Finanzprodukte mit überschaubaren Risiken und Renditen oberhalb der Inflationsrate.

Immer stärker macht sich jedoch ein bedauerlicher Trend bemerkbar:
Viele Anlageberater bevorzugen aufgrund immenser Haftungsrisiken und Dokumentationsauflagen häufig nahezu risikolose, jedoch auch renditearme Produkte. Das kann nicht im Sinne der Beratungskunden sein. Hier geht der Anlegerschutz eindeutig in die falsche Richtung. Auch politische Entscheider kommen an der Realität des Zielkonflikts zwischen Sicherheit, Ertrag und Liquidität einer Geldanlage nicht vorbei. Ein Vermögenserhalt ist nur mit möglichst hohen, regelmäßigen und stabilen Erträgen möglich. Das ist jedoch in der Regel mit einem entsprechenden Anlagerisiko verbunden. Natürlich müssen hier Anleger vor Risiken geschützt werden, die sie nicht erkennen können und dementsprechend beim Kauf eines Finanzprodukts nicht freiwillig übernehmen. Hier muss es aber dann darum gehen, Informationsdefizite durch Transparenz zu beheben. Falsch ist es jedoch, Privatanleger per se am Eingehen bestimmter Risiken hindern zu wollen.

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