Deutsche Aktien – beständige Rendite für geduldige Investoren

GAM: Die plötzliche Rückkehr von heftigen Volatilitätsausbrüchen an den Aktienmärkten Anfang Februar 2018 hat Anlegern einmal mehr vor Augen geführt, dass es an den Kapitalmärkten keinen Anlass zur Selbstzufriedenheit gibt.

Die starken Renditen vom Januar 2018 lösten sich innerhalb kurzer Zeit wieder in Luft auf. Oliver Maslowski, Fondsmanager bei GAM, über die Vorteile langer Anlagehorizonte am Beispiel des deutschen Aktienmarktes.

Historische Anleihenhausse
Während sich die letzten vier Jahrzehnte als Triumph für Anleiheanleger erwiesen, die von der längsten je dagewesenen Hausse profitieren konnten, erlebten Aktienanleger, wie die Renditen zunehmend geringer ausfielen, während die in den Jahren 2000–2002 und 2008–2009 aufgetretenen Wertverluste die der vorangegangen Jahrzehnte vollständig in den Schatten gestellt haben.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das traditionelle Konzept von „Buy and Hold“ ausgedient hat, denn aktienbasiertes Anlegen profitiert stets von langfristigen Zeithorizonten. Dies scheint insbesondere für den deutschen Aktienmarkt zu gelten, der ein aussergewöhnlich interessantes und wiederkehrendes Muster aufweist.

Durch eine Anlage in den DAX konnten Investoren ihr eingesetztes Kapital auf einer ziemlich konstanten Basis alle zehn Jahre mindestens verdoppeln.

Alle 10 Jahre Kapital verdoppelt
Die Tatsache, dass Anleger in der Lage waren, ihr eingesetztes Kapital seit 1975 alle zehn Jahre zu verdoppeln, wenn sie in deutschen Aktien investiert waren, scheint wie eine Art feste Belohnung für ihre über ein Jahrzehnt hinweg bewiesene Geduld und Widerstandsfähigkeit zu sein.

Diese Regelmässigkeit ist verblüffend und keineswegs selbstverständlich. Kurzfristig orientierte Anleger müssten demnach über aussergewöhnliche Market-Timing-Fähigkeiten verfügen, um vergleichbare Renditen zu erzielen.

So wurden Anleger beispielsweise in den Jahren 1976 bis 1983 überhaupt nicht dafür belohnt, wenn sie das Marktrisiko auf sich nahmen. Doch dann zog der Markt schlagartig an und ermöglichte ihnen – wie nachfolgend dargestellt – innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren eine Verdoppelung des Kapitals.

Trendphasen mit Crash
Das nächste Jahrzehnt zeigte eine ziemlich konstante Aufwärtsbewegung, die 1987 von einem heftigen Crash (Black Monday, an dem der Dow Jones an einem einzigen Tag 22,6% verlor und alle wichtigen Weltmärkte ebenfalls dramatisch einbrachen) und in den 1990er Jahren durch eine Rezession unterbrochen wurde.

Für diese beiden substanziellen Rückschläge innerhalb eines Jahrzehnts wurden Investoren im DAX mit mehr als einer Verdoppelung ihres investierten Kapitals belohnt.

Im darauffolgenden Jahrzehnt kam es am deutschen Aktienmarkt zu einer regelrechten Achterbahnfahrt; zunächst konnte sich der Kurs des DAX bis zum Jahr 2000 mehr als verdreifachen, bedingt durch die exzessive Spekulation mit internetbasierten Unternehmen, der sogenannten Dotcom-Blase, welche anschliessend im grossen Kollaps endete.

Nach drei Verlustjahren schaffte der deutsche Aktienmarkt 2003 die Wende und profitierte von positiven Impulsen, was unter dem Strich zu einer Verdoppelung des Index über die beiden folgenden Jahre führte.

Finanzkrise und Eurokrise
Die letzte Periode, die hier betrachtet wird, war durch zwei markante Phasen gekennzeichnet. Ein positiver Start wurde durch die Finanzkrise im Jahr 2008, mit massiven Kreditausfällen und Bankpleiten, abrupt unterbrochen.

Die Massnahmen der Notenbanken und Regierungen gegen die Bankenkrise lösten eine V-förmige Aktienmarktwende aus und schliesslich konnte sich das im DAX investierte Kapital über die gesamte Dekade mehr als verdoppeln

Langer Atem zahlt sich aus
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass ein langer Anlagehorizont die Wahrscheinlichkeit erhöht, Gewinne mit Aktien zu erzielen. Die Marktturbulenzen von Anfang Februar 2018 erinnern uns daran, dass steigende Preise Korrekturen auslösen können, die gegen kurzfristige Spekulationen am Aktienmarkt sprechen.

In solchen Phasen ist es für Investoren nicht immer einfach, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn viele kopflos agieren. Die historischen Kursverläufe zeigen, dass der deutsche Aktienmarkt wesentliches Aufwärtspotenzial in sich birgt, so dass eine optimistische Grundhaltung langfristig gerechtfertigt erscheint.

In der Tat konnten Anleger, die deutsche Aktien hielten, ihr Kapital alle zehn Jahre mindestens verdoppeln und das über einen Zeitraum von vier aufeinanderfolgenden Dekaden.

 

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