Deutsche Bank will mit Google Finanzprodukte anbieten

Bankenverband: Die Deutsche Bank geht eine strategische Partnerschaft mit der Alphabet-Tochter Google ein. Die Unternehmen wollen gemeinsam Finanzdienstleistungen entwickeln und anbieten, teilte das Geldhaus heute in Frankfurt mit. “Beide Parteien haben eine Absichtserklärung (Letter of Intent) unterzeichnet und planen, in den nächsten Monaten einen Vertrag mit mehrjähriger Laufzeit zu vereinbaren”, hieß es. Die Bank sichert sich damit auch den Zugang zu den Cloud-Dienstleistungen von Google.

Nach Insiderinformationen rechnet das Institut über einen Zeitraum von zehn Jahren mit einen kumulierten Gewinn vor Zinsen und Steuern von mehr als einer Milliarde Euro aus der Partnerschaft. Konzernchef Christian Sewing erhofft sich zudem einen großen Schub für den laufenden Umbau des Geldhauses. “Wir zeigen damit, dass wir entschlossen sind, in unsere Technologie zu investieren – denn unsere Zukunft ist eng verbunden mit unserem Erfolg bei der Digitalisierung”, betonte er.

Bernd Leukert, im Vorstand für Technologie, Daten und Innovation verantwortlich, sieht in der Zusammenarbeit mit Google einen bedeutenden Schritt in der Technologiestrategie des Instituts.

 


 

Zu den Fortschritten beim Umbau sagte Sewing heute: “Natürlich macht die Pandemie alles schwieriger.”

Aber das Geldhaus liege zumindest im Rahmen der internen Planungen, zum Teil sogar besser. Nach einem überraschend guten ersten Quartal habe sich der positive Trend im zweiten Quartal fortgesetzt, vor allem in der Investmentbank. Der Konzernchef rechnet aber mit einer gewissen Abkühlung im zweiten Halbjahr. Er sei jedoch zuversichtlich, die zuletzt hinzugekommenen Marktanteile verteidigen zu können.

Auf die Frage nach einem möglichen Kauf von Teilen des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard sagte Sewing, Zahlungstechnologie sei für das Institut als eine der weltweit führenden Banken im Zahlungsverkehr immer interessant. “Wenn es dann eine potenzielle Gelegenheit gibt, sich mit Technologie zu befassen, bewerten wir das natürlich.“ Zukäufe müssten aber stets für die Aktionäre einen Wert darstellen. Insbesondere sollten die neuen Teile besser sein als das eigene Angebot. “Das ist eine hohe Hürde”, betonte Sewing.

Das Geldhaus sei unter anderem in Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden und dem vorläufigen Wirecard-Insolvenzverwalter, “um zu prüfen, ob es eine Rolle zur Stabilisierung der Situation geben könnte und ob für die Deutsche Bank eine Chance besteht”.

Mehr lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht dazu sagen, ergänzte der Konzernchef.

 

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