FXCM: Vorsicht, Zinswende in den USA! – Druck auf Euro und Aktien

FXCM: Vorsicht, Zinswende in den USA! – Druck auf Euro und Aktien

 

Nach den US-Arbeitsmarktzahlen aus der vergangenen Woche haben die Spekulationen über eine bevorstehende Zinswende in den USA wieder neue Nahrung erhalten. Auch haben wir erfahren, dass die Europäische Zentralbank entgegen ihrer amerikanischen Kollegen die Vorbereitungen für neue Asset-Backed-Securities (ABS)-Käufe intensiviert. Während also die Zinsen in der Eurozone noch für sehr lange Zeit auf dem historischen niedrigen Niveau verweilen werden, dreht sich die Schraube in den USA vielleicht schneller als gedacht in die andere Richtung.

Das bedeutet zum einen weiteren Druck auf den Euro gegenüber dem US-Dollar. Zum anderen wäre es falsch zu glauben, eine expansiv ausgerichtete EZB könnte die europäischen Aktienmärkte vor einer Korrektur bewahren, die von den US-Börsen ausgeht. Denn diese würden mit der Aussicht auf eine baldige Zinswende in den USA wohl erst einmal den Rückwärtsgang einlegen und damit EuroStoxx und DAX nicht verschonen. Es kommt also auf die nächsten Konjunkturdaten vor allem aus den USA an, die entweder den schwachen Trend aus dem ersten Quartal wieder bestätigen oder die positive Tendenz vom Arbeitsmarkt in die allgemeine Konjunkturentwicklung übernehmen werden.
 

Während die Federal Reserve langsam bremst, bleibt die EZB auf dem Gas

Mit Blick auf die Fed werden positive Konjunkturzahlen Marktteilnehmer dazu bewegen,   eine Leitzinserhöhung verstärkt vorweg zu nehmen und in den Rentenmärkten, Devisenpaaren und den Aktienmärkten zunehmend einzupreisen. Einer der bedeutenden und tragenden Säulen der Hausse in den Aktienmärkten würde mit einer Zinswende in den USA wegfallen. Korrekturen in diesen Märkten wären dann realistisch. Die Haltung der EZB dagegen lässt sich auch bereits vorweg nehmen. Sie nimmt weiterhin eine expansivere Haltung ein, indem sie unkonventionelle Lockerungsmaßnahmen fortsetzen wird und lässt auch keine Absichten erkennen, diese Politik innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate zu ändern. Mit dem gedämpften  Inflationsausblick für die Eurozone bleibt dem EZB-Rat auch keinerlei Spielraum, um schnell vom  Pfad einer expansiven Geldpolitik abzuweichen.


Winter-Quartal in den USA gut weggesteckt

Die Arbeitslosenquote in den USA fiel im Juni überraschend 6,1 Prozent zurück. Auch die neugeschaffenen Stellen von 288.000 lagen deutlich über dem bisherigen monatlichen Durchschnitt von 231.000. Der positive Arbeitsmarkt ließ trotz der Schattenseite gesunkener Vollzeit- und gestiegener Teilzeitarbeitskräfte Marktteilnehmer über den Ausblick der im ersten Quartal deutlich geschrumpften US-Wirtschaft hinweg sehen. Es mehren sich damit die Anzeichen, dass der Jahresauftakt der US-Wirtschaft ein Ausreißer war und mit dem Winter auch die Eintrübung der Wirtschaftsleistung verschwand. Das erhöht die Erwartungshaltung an kommende Wirtschaftsdaten aus den USA. Auch in der Mitschrift der letzten Fed-Zinsentscheidung, die am Mittwoch veröffentlicht wird, könnten sich Hinweise einer früheren Zinswende finden lassen.


Profis bauen Positionierung gegen den Euro weiter aus

In der vergangenen Woche festigten Großinvestoren ihre pessimistische Einstellung für (oder besser gegen) den Euro. Um 3.273 Kontrakte fiel die Netto-Position im Vergleich zur Vorwoche, d.h., die Wetten auf eine fallende Kursentwicklung nahmen erneut zu. Damit sind Großspekulanten mit  minus 60.776 Kontrakten (Netto-Größe) weiterhin mehrheitlich Short positioniert (setzen also auf einen fallenden Kurs). Infolge der Konjunkturdaten und der Ergebnisse der EZB-Sitzung testete der EUR/USD die 1,36er Marke. Der erfolgte Bruch des Levels lässt die Abwärtsstruktur im EUR/USD  wieder präsent erscheinen und könnte auf das Juni-Tief bei 1,35 und das Jahrestief bei 1,3476 abzielen. Sollte die EZB weitere unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen ergreifen und sich eine frühere Zinswende in den USA abzeichnen, sind für die kommenden Monate Rückgange an die 1,33 und dann folgend 1,30 EUR/USD denkbar.

 

 

Von Niall Delventhal

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