Geldvermögen in Deutschland steigt

Bankenverband: Gegen den weltweiten Trend haben Menschen in Deutschland einer Allianz-Studie zufolge im vergangenen Jahr ihr Geldvermögen in der Summe gesteigert – trotz Zinsflaute und Kursverlusten an den Aktienmärkten.

“Die Deutschen sparen mit Macht gegen die Dürre bei Zinsen und Kapitalerträgen an”, sagte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise am Mittwoch in Frankfurt bei der Vorstellung des “Global Wealth Reports”.

In Deutschland wuchs das Bruttogeldvermögen 2018 trotz der Kurseinbrüche an den Aktienmärkten um 2,2 Prozent auf 6,2 Billionen Euro. Mit der Rekordsumme von 244 Milliarden Euro an Ersparnissen wurden die Verluste an den Börsen von etwa 110 Milliarden Euro der Allianz zufolge mehr als wettgemacht.

Damit gehört Deutschland zu den wenigen europäischen Ländern, die trotz der anhaltenden Zinsflaute einen Zuwachs erzielten. Weltweit betrachtet sank das Bruttogeldvermögen hingegen erstmals seit der Finanzkrise 2008 um 0,1 Prozent auf 172,5 Billionen Euro. Global hatten die Aktienkurse 2018 um etwa 12 Prozent nachgegeben, der Dax büßte mehr als 18 Prozent ein.

Der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Ungewissheiten des Brexit und geopolitische Spannungen trübten die Stimmung der Anleger. “Die zunehmende Unsicherheit fordert ihren Tribut”, erklärte Heise.

Abzüglich von Schulden sank das Geldvermögen in den 53 untersuchten Staaten insgesamt um 1,9 Prozent auf 129,8 Billionen Euro. Angesichts der Erholung an den Aktienmärkten im ersten Halbjahr 2019 rechnet die Allianz für das laufende Gesamtjahr weltweit mit einem Anstieg des Bruttogeldvermögens um knapp 7 Prozent.

Unverändert an der Spitze der globalen Vermögensskala stehen die Schweizer: Dort verfügte jeder Bürger im vergangenen Jahr im Schnitt brutto über ein Geldvermögen von 266.320 Euro, gefolgt von den US-Amerikanern und den Dänen. Deutschland rangierte mit einem Bruttogeldvermögen von 74.620 Euro pro Kopf auf Platz 19.

 


Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge