Gold: Ende der Euphorie?

Nachdem im November die Euphorie am Goldmarkt fast keine Grenzen mehr kannte, kehrte in der vergangenen Handelswoche die Realität zurück an den Goldmarkt. Nach den Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt setzte bereits in der Vorwoche eine Erholung ein, die sich auch in der vergangenen Woche weiter fortsetzte. Zum Wochenschluss lag der Preis für eine Feinunze bei 1115, 28US-$ und damit über 100$ niedriger als das bisherige Allzeithoch.

Die treibende Kraft in dieser Erholung war weiterhin die Unsicherheit der Investoren über den zukünftigen Weg der Zentralbanken und insbesondere de Fed. Volkswirte halten es für möglich, dass die Fed nicht nur eher als erwartet, sondern sogar eher als die EZB eine deutliche Wende in der Geldpolitik einleiten könnte. Dementsprechend große Beachtung fand unter den Marktteilnehmern am Montagabend die Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke vor dem Wirtschaftsclub in Washington. Bernanke wiederholte die Aussagen, die er auch schon in der jüngsten Vergangenheit gemacht hatte. Er warnte vor einer weiterhin hohen Arbeitslosigkeit und einer schwachen Kreditvergabe des Bankensektors. Damit machte er auch klar, dass eine Zinsanhebung für die Fed erst in Frage kommt, wenn man sicher gehen kann, dass der Aufschwung selbst tragend sei.

Daneben spielte in der vergangenen Woche auch die Erholung des Dollars eine gewichtige Rolle für den Goldpreis. An den Rohstoffmärkten war die Entwicklung des Greenbacks zuletzt mit Argusaugen verfolgt worden.

Einige Analysten sahen den Goldmarkt in den letzten Wochen von der technischen Seite stark überkauft und eine Erholung als längst überfällig an. Die spekulativen Investoren wie zum Beispiel Hedge Funds zogen sich nach den ersten Rücksetzter auch schnell aus dem Markt um Gewinne mitzunehmen. Dies löste weitere Verkäufe aus und die Abwärtsbewegung gewann an Dynamik.

Wie könnte es beim Gold weiter gehen?

Der Aufwärtstrend des Goldkurses ist im Tageschart weiterhin intakt. Die seit August bestehende Trendlinie verläuft aktuell bei 1094,61US-$. Zum Zeitpunkt der Analyse kostet die Feinunze 1115,28US-$.

Knapp unter der Aufwärtstrendlinie im Bereich bei 1075US-$ besteht der erste Widerstandsbereich. Die nächsten Unterstützungsbereiche liegen dann bei 1022US-$ und bei 985US-$. Sollte die Aufwärtstrendlinie aber auf Schlusskursbasis gebrochen werden, müsste sich der Trader weiter auf fallende Kurse einstellen.

Der Goldkurs steckt nun in einer Erholung. Aktuell generiert Gold folgende Fibonacci-Marken vom

Tief vom 28.10: 0% – 1226,10 / 38,2% – 1149,11 / 50% – 1124,68 / 61,8% – 1101.19 / 76,2% – 1072,06 /100% – 1028,44.

Aktuell liegt der Kurs also nur knapp, über dem 61,8er-Niveau. Gerade zu Beginn der kommenden Handelswoche sollten Trader verstärkt ein Auge auf die Entwicklung haben.

Der RSI notiert bei 39,09 Punkten im neutralen Bereich.

Der MACD hat am 4.12. ein Short-signal generiert, welches immer noch intakt ist.

In der kommenden Woche wird sich entscheiden, ob der Aufwärtstrend erstmal gebrochen wird, oder ob der Goldkurs in der letzten kompletten Handelswoche des Jahres den Aufwärtstrend wieder aufnehmen kann. Sollte der Kurs im Bereich der Aufwärtstrendlinie oder dem oben bereits erwähnten Fibonacci Retracement Unterstützung finden, wird Tradern empfohlen sich long im Markt zu positionieren.

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