Größte Änderung im Deutschen Leitindex seit 1988 steht an

Pepperstone: Der deutsche DAX galt lange Zeit als eines der wichtigsten Instrumente für Indexhändler und erhielt von Privatanlegern oft den größten Anteil an allen europäischen und globalen Indizes.

In letzter Zeit ist die realisierte 10-Tage-Volatilität jedoch auf 5 % und damit auf den niedrigsten Stand seit Mai 2019 gesunken, während die 30-Tage-Volatilität (jetzt 7,11 %) den niedrigsten Wert seit 2017 erreicht hat.

Diese Maße für die Indexvolatilität und -bewegung zeigen auch, dass die Volatilität im deutschen DAX tatsächlich niedriger ist als in jedem anderen wichtigen Aktienindex.

In einer Welt, in der Händler auf der Suche nach Bewegung und überzeugenden Renditeerwartungen sind, ist der DAX relativ gelassen geworden und das Kapital der Aktienindexhändler ist in die US500, US30 und nach Asien, insbesondere in den HK50, geflossen.

Allerdings gilt die Volatilität an diesen Märkten als alles andere als lebhaft.

 

DAX Tageschart; Quelle: Tradingview

DAX Tageschart; Quelle: Tradingview

 

Wir können in die Zukunft blicken, wo die Optionspreise implizite Volatilitätsmaße zeigen, die nicht weit von den mehrjährigen Tiefstständen entfernt sind. Es stellt sich jedoch die Frage, ob diese Volatilität nicht falsch bewertet ist, und angesichts des Risikos von Großereignissen am Horizont ist es nicht schwer, sich eine Welt vorzustellen, in der sich diese Dynamik ändert, die Volatilität ansteigt und der GER30 zu einem der am meisten gehandelten Aktienindizes in unserem Universum von Indexprodukten durch Einzelhändler wird.

 


 

Katalysatoren, die den DAX wieder in Schwung bringen

Die Liste der Volatilitätskatalysatoren wird immer länger, und es bleibt abzuwarten, ob die Händlerströme auf Longs oder Shorts abzielen, aber am 26. September steht eine Wahl an, die chaotisch werden könnte.

Die EZB nähert sich einer Welt, in der sie das Tempo der Ankäufe von Vermögenswerten (im Rahmen ihres PEPP-Programms) verlangsamt, und vor allem gibt es größere Veränderungen in der Zusammensetzung des DAX, die sowohl die Volatilität im Index als auch die Attraktivität des Index und der zugrunde liegenden Bestandteile für ausländische Anleger verändern könnten.

Die wichtigste Änderung sind die 10 neuen Unternehmen, die am 20. September in den Index aufgenommen werden und ihn damit zum DAX 40 machen. Zusammen mit anderen Maßnahmen stellen diese Neuzugänge die größte Veränderung des Aktienindex seit seiner Gründung im Jahr 1988 dar.

Zu den neu aufgenommenen Unternehmen gehören Airbus, Siemens Healthineers, Porsche, Puma, Zalando, Symrise, Sartorius, Hellofresh, Brenntag und Qiagen.

Airbus ist mit einer Marktkapitalisierung von 89,9 Mrd. Euro der größte Wert im Index, während Siemens Healthineers mit einer Marktkapitalisierung von 66 Mrd. Euro der nächstgrößte Wert ist.

Was die Zusammensetzung des Index betrifft, so verringert sich durch die Aufnahme von 10 neuen Werten das Konzentrationsrisiko, das wir bei 30 Titeln sehen, und durch die Erhöhung der Marktkapitalisierung um mehr als 350 Mrd. Euro verringert sich durch die Diversifizierung theoretisch die Varianz.

Die Hinzufügungen stellen jedoch die Art und Weise, wie Anleger den deutschen DAX betrachten, in Frage – bedenken Sie, dass 40% der Indexbestandteile eine erwartete Dividendenrendite von über 3% zahlen und einen Einfluss auf den breiteren Index haben können, da der DAX als Total Return Index notiert ist – d. h. der von Ihnen gehandelte Kurs spiegelt sowohl die Kursentwicklung der zugrunde liegenden Aktien als auch die Dividendenrendite wider.

Durch die Verwässerung der Gewichtung einiger dividendenstarker Aktien und die stärkere Gewichtung von Wachstumswerten könnte der Index ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und ein höheres Beta im Vergleich zu anderen Märkten aufweisen, was eine höhere Volatilität zur Folge hätte.

Dies könnte sogar dazu führen, dass sich internationale Anleger den Index zweimal ansehen und der deutsche DAX wieder zu einem wichtigen Instrument für Händler wird.

 

Der DAX als Antwort auf das globale Wachstum

Wir sehen, dass der Index eine starke Gewichtung internationaler zyklischer Werte beibehalten wird, mit einer Neigung zu Chemie-, Industrie- und Technologieunternehmen.

Mehr als 75 % der Unternehmen erzielen ihre Umsätze außerhalb Deutschlands, und man könnte argumentieren, dass die Neuzugänge das globale internationale Engagement, insbesondere in Europa und China, erhöhen.

Nach der Aufnahme reagiert der DAX sogar noch empfindlicher auf den Welthandel als der S&P500, der FTSE100 und andere große EU-Börsen und weist das höchste Beta der Aktienrenditen gegenüber dem Welthandel auf – das bedeutet, dass der DAX, wenn das globale Wachstum nachhaltiger in Frage gestellt wird, was meiner Meinung nach derzeit der Fall ist, unterdurchschnittlich abschneiden und mehr Interesse an Leerverkäufen auf sich ziehen könnte.

All dies deutet auf ein lebhafteres Umfeld in den kommenden Monaten hin.

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