HypoVereinsbank onemarkets: TUI Konzernchef gibt neue Route vor

HypoVereinsbank onemarkets: Der neue Vorstandsvorsitzende der TUI AG Friedrich Joussen nimmt im Unternehmen massive Umstrukturierungen vor. Bei Analysten kommt sein Maßnahmenpaket gut an.

Auf Reisen zu gehen und die Welt zu entdecken ist für viele Deutsche selbstverständlich geworden. 63 Milliarden Euro haben Bundesbürger im vergangenen Jahr für Urlaube ausgegeben, die mindestens fünf Tage dauerten – ein Rekord. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Steigerung von 5 Prozent, wie eine Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) ergab. Der Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen. Laut FUR gaben lediglich 12 Prozent der Befragten an, dass sie definitiv nicht in diesem Jahr verreisen wollten. Damit das Touristikunternehmen TUI AG von der Reisefreude profitiert, hat Friedrich Joussen, der seit Februar dieses Jahres im Amt ist, ein ambitioniertes Maßnahmenpaket aufgesetzt, das dem Konzern Wachstum bescheren soll.

Enge Kooperation der Bereiche

Pünktlich zu seinem 100-tägigen Dienstjubiläum stellte der frühere Vodafone-Vorsitzende "oneTUI" vor. Grob zusammengefasst, besteht das Programm aus drei Säulen: Erstens sollen die einzelnen Tochterunternehmen effizienter zusammenarbeiten, zweitens werden bestimmte Sparten umstrukturiert und drittens die Kosten der Konzernzentrale deutlich reduziert. Dass in einer engeren Verzahnung viel Potenzial steckt, zeigt die aktuelle Aufteilung der Einnahmen: Auf der einen Seite steht der Reiseveranstalter TUI Travel, der Reisen verkauft und mit 30 Millionen Kunden pro Jahr für 85 Prozent der Cashflow-Beiträge der TUI AG sorgt. Auf der anderen Seite stehen die Bereiche TUI Hotels & Resorts, dem beispielsweise die Hotelmarke Robinson Club und die spanische Hotelkette RIU angehören, sowie die Kreuzfahrtgeschäfte des Konzerns.

Die TUI AG nennt diese Bereiche "Content". Sie generieren 15 Prozent der Cashflow-Beiträge. oneTUI sieht vor, diese Einnahmen an die Einnahmen des Reiseveranstalters TUI Travel nahezu anzugleichen. Der Vertriebsbereich soll künftig 55 Prozent des Cashflow-Beitrags ausmachen, der Content, zu dem Joussen beispielsweise die Übernachtungen vor Ort zählt, 45 Prozent. Durch die engere Zusammenarbeit sollen sich die Zahlungen der einzelnen Sparten an die TUI AG von 100 Millionen im Geschäftsjahr 2011/2012 auf 180 bis 220 Millionen bis 2014/2015 ungefähr verdoppeln. Joussen glaubt, dass er dieses Ziel erreichen wird. Denn: Genau wie für Medien gilt auch für Reisen „Content ist King“. Laut Unternehmensangaben hängt der Net Promoter Score – also die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eine Reise weiterempfehlen würde – zu 60 Prozent vom Hotel ab. Aus diesem Ergebnis möchte er Kapital schlagen, indem er die Marke TUI beispielsweise bei Unterkünften stärker in den Vordergrund bringt. „Content in Verbindung mit einer starken Marke führt zu Differenzierung. Differenzierte und exklusive Produkte sind der Garant für höhere Durchschnittspreise und verbesserte Margen“, so der Vorstandsvorsitzende in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Mithilfe einer stärkeren Fokussierung auf inhaltliche Aspekte wolle er sich stärker von reinen Internetanbietern wie Expedia abheben.

Wie die Optimierung der Cashflow-Beiträge der Hotel- und Kreuzfahrtgeschäfte konkret aussehen soll, hält das Maßnahmenprogramm oneTUI in der zweiten Säule fest. In der Sparte Kreuzfahrten beispielsweise möchte der Konzern weiter wachsen. Die Aussichten sind gut: Laut einer Studie der Cruise Lines International Association (CLIA) sind Kreuzfahrten so beliebt wie nie. Im vergangenen Jahr erreichte die Teilnehmerzahl mit 6,14 Millionen Europäern einen neuen Rekord. Damit hat sich der Kreuzfahrtmarkt innerhalb von acht Jahren verdoppelt.

Wachstum bei Kreuzfahrten

Auch der Touristikkonzern profitierte: In den ersten sechs Monaten des aktuellen TUI-Geschäftsjahres erreichte die Sparte, die aus TUICruises und Hapag-Lloyd Kreuzfahrten besteht, einen Umsatz von 188 Millionen Euro. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht das einer Steigerung von 16 Prozent. Während TUICruises an seinen Wachstumskurs aus dem Vorjahr anknüpfen konnte, ist Hapag-Lloyd Kreuzfahrten ein Sorgenkind des Konzerns. „Leider stimmt es zurzeit mit der Rentabilität nicht. Darum kümmern wir uns“, so Joussen gegenüber der FAZ. oneTUI sieht vor, Personal- und Betriebskosten zu senken. Des Weiteren sollen Vertriebsmaßnahmen dafür sorgen, dass die Flotten besser ausgelastet sind. Falls die Maßnahmen nicht ausreichen sollten, hat Joussen keine Scheu, den Bereich zu verkaufen. Er kündigte an zu überprüfen, ob TUI der richtige Eigentümer sei. Die Hapag-Lloyd-Containerreederei, an der der TUI-Konzern noch eine Restbeteiligung hat, soll definitiv verkauft werden. Joussen verspürt allerdings keinen Zeitdruck. „Der Anteilsverkauf ist in unserem Strategieprogramm nirgendwo verarbeitet. Ein etwaiger Erlös käme also obendrauf“, erläutert der Vorstandsvorsitzende. Des Weiteren plant Joussen, das Hotel und Unterkunftsportfolio des Konzerns umzustrukturieren beziehungsweise zu bereinigen. Das italienische Feriendorf Castelfalfi etwa – ein einstiges Prestigeprojekt von TUI, dessen Bau 250 Millionen Euro kostete – wird durchleuchtet. 2011 hatte das Unternehmen begonnen, das fast verlassene Dorf in der Toskana in einen Ferienort mit Wohnungen, Villen und einem Golfplatz umzubauen. Mit der Eurokrise, die auch Italien getroffen hat, verliefen die Verkäufe der Ferienimmobilien nur noch schleppend. „Castelfalfi ist ein fantastisches Projekt, mit dem wir weitermachen werden“, sagte Joussen gegenüber der FAZ. Sein Grundsatz sei: Wenn etwas nicht optimal laufe, werde es in Ordnung gebracht.

Schlankere Zentrale

Für die Umsetzung der dritten Säule des Strategieprogramms kehrt Joussen vor seiner eigenen Tür und hat Sparmaßnahmen für das Headquarter in Hannover verkündet. „Wir werden den Konzern mit einer deutlich schlankeren Zentrale steuern“, sagte er. Im Geschäftsjahr 2011/2012 verursachte diese Kosten in Höhe von 73 Millionen Euro. Mittelfristig sollen sie auf 45 Millionen Euro sinken. Dieses Ziel erreicht der Konzern, indem er beispielsweise den Sponsoringvertrag mit dem Bundesligisten Hannover 96 kündigte. Außerdem wird sich die Zahl der Arbeitsplätze von rund 200 auf 90 ab Sommer 2014 reduzieren. Ein weiterer Kostenpunkt sind die Zinsaufwendungen für den verschuldeten Konzern. Verläuft die Rückzahlung planmäßig, könnten die Zinsen von 160 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2011/2012 mittelfristig auf 45 bis 65 Millionen Euro sinken. Joussens Maßnahmen sind ehrgeizig, doch er verfolgt ein klares Ziel: In zwei Jahren möchte der Konzern den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (EBITA) von 745,6 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2011/2012 auf rund eine Milliarde Euro erhöhen. Die heute negative Cash-Bilanz soll auf 100 Millionen Euro steigen. Davon sollen unter anderem Anteilseigner profitieren. Etwa die Hälfte der Cash-Bilanz plant Joussen als Dividende auszuschütten. „Das ist unser Versprechen an die Aktionäre“, betonte er im FAZ-Interview. Bei Analysten kommt oneTUI gut an. Kepler Cheuvreux beispielsweise stuft die Aktie mit „Kaufen“ ein. Die Experten schätzen, dass der Kurs von 9,16 Euro bis auf 10,70 Euro steigen könnte (Stand: 20. September 2013).

Turbo für Reisekonzern

Wer glaubt, die Aktie des Unternehmens könnte sich in den kommenden Monaten deutlich positiv entwickeln, für den könnte ein Turbo Bull Open End Zertifikat auf die Aktie der TUI AG interessant sein. Das Wertpapier bietet Anlegern die Chance, überproportional von einem Kursanstieg des zugrunde liegenden Basiswertes zu profitieren. Der Einsatz ist im Vergleich zu einem Direktinvestment deutlich geringer. Die Laufzeit des Produktes ist unbegrenzt. Allerdings verfügen Turbo-Bull-Open-End-Zertifikate über eine Knock-out-Barriere. Wird diese berührt oder unterschritten, verfällt das Produkt wertlos und es kommt zu einem Totalverlust. Anders als bei klassischen Optionsscheinen hat die implizite Volatilität kaum Einfluss auf die Preisbildung. Diese hängt fast ausschließlich von der Kursveränderung des Basiswertes ab. Anleger sollten beachten, dass die Emittentin bei Turbo-Bull-Open-End-Zertifikaten ein Kündigungsrecht hat.

Anleger, die davon ausgehen, dass der Aktienkurs lediglich moderat steigen oder seitwärts tendieren könnte, sollten sich Aktienanleihen auf die Aktie der TUI AG anschauen. Unabhängig von der Entwicklung der Aktie bekommen Anleger eine jährliche fixe Zinszahlung. Außerdem erhalten Investoren am Laufzeitende 100 Prozent des Nominalbetrages, wenn die Aktie am Bewertungstag auf oder oberhalb des Basispreises notiert. Sollte der Kurs zu diesem Zeitpunkt unter dieser Schwelle liegen, erfolgt die Rückzahlung in Form von Aktien. Für Anleger bedeutet das in der Regel einen Verlust. Investoren sollten bedenken, dass Aktienanleihen und Turbo-Bull-Open- End-Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen sind. Bei Insolvenz der Emittentin droht ein Verlust bis hin zum Totalverlust.

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