Kein Grund zu übertriebenem Pessimismus für 2019

Ethenea: Wohin zieht es die Aktienmärkte nächstes Jahr? Sowohl für eine optimistisch, als auch für eine pessimistische Prognose finden sich derzeit jeweils gute Gründe.

„Der Brexit, der italienische Haushaltsstreit, der Handelskonflikt, der Rückgang der Wachstumsraten und die Straffung der Geldpolitik dürften den Markt auch im kommenden Jahr belasten“, sagt Christian Schmitt, Portfolio Manager bei Ethenea. „Allerdings sprechen einige Faktoren für steigende Kurse: Wir haben eine intakte Wirtschaft, niedrige Zinsen, anhaltendes Gewinnwachstum und weitere fiskalische Stimuli für 2019 sind nicht unwahrscheinlich.“

Damit hielten sich negative und positive Aspekte einigermaßen die Waage. „2018 hat sich bereits früh als das Jahr der wiedererwachten Volatilität entpuppt. Damit müssen wir auch im Jahre 2019 leben“, sagt der Portfolio Manager.

 

 

Für Schmitt ist klar, dass die drei größten Wirtschaftsregionen der Welt – USA, Asien und Europa – ihre Probleme in den Griff bekommen müssen, damit es an den Aktienmärkten wieder bergauf geht.

„Im Vergleich zur Finanzkrise, die vor gut zehn Jahren ausbrach, oder zur Dotcom-Krise im März 2000 sind die gegenwärtigen Probleme eher politischer denn wirtschaftlicher Natur. Viele dieser Unsicherheiten beruhen auf der Machtpolitik populistischer Politiker oder Regierungen, die ihre Grenzen austesten wollen“, erläutert Schmitt.

Wenn es den Beteiligten gelänge, die Situation wieder zu stabilisieren, würde das viele Probleme entschärfen. „Daher ist nicht der Zeitpunkt, dem Jahr 2019 allzu pessimistisch entgegen zu sehen.“

 

 

Rotation an den Aktienmärkten
Im Moment werde einer möglichen Rotation an den Aktienmärkten viel Aufmerksamkeit gewidmet. Dies gelte insbesondere für den Technologiesektor in den USA, der zwar seit etwa einem Jahrzehnt eine enorme Kursentwicklung verzeichnet, aber in den vergangenen Monaten geschwächelt habe.

„Die Bewertungen waren zwischenzeitlich recht hoch. Die Situation hat sich durch die Kursrückgänge im zweiten Halbjahr 2018 wieder normalisiert, so dass wir für 2019 keine signifikante Underperformance der US-Tech-Aktien erwarten“, sagt Schmitt.

Andererseits sei es eindeutig an der Zeit, die Aktienportfolios defensiver zu gestalten. Zyklische Aktien hätten seit Mitte 2016 eine beachtliche Outperformance abgeliefert. Diese Phase sei jedoch im Februar 2018 zu Ende gegangen.

 

 

„Seitdem entwickeln sich klar defensive Werte besser. Da wir uns in einer späten Phase des Konjunkturzyklus befinden, dürfte es künftig für zyklische Aktien schwieriger werden, die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich zu ziehen“, sagt der Experte.

In den defensiven Branchen ließen sich hingegen sehr attraktive Titel finden. „Zur Gruppe der defensiven, nicht-zyklischen Werte gehören auch Versorger und Telekommunikationsunternehmen – für diese sind wir aber nicht so positiv gestimmt, da viele von ihnen hoch verschuldet sind“, sagt Schmitt.

Letztlich lohne es sich immer, einzelne, qualitativ hochwertige Unternehmen zu fairen Preisen zu suchen. „Solche Titel bieten mittelfristig ein attraktives Risiko-Ertrags-Profil und Anleger sind weniger abhängig von wirtschaftlichen Entwicklungen und Erwartungen.“

 

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