Klassischen Krisensymptome vage im Ansatz erkennbar…

Targobank: Die Unruhe an den Finanzmärkten ist weiterhin ungebrochen groß. Es gibt bereits die ersten Hedgefonds, die sich auf eine massive Aktienkurskorrektur von ca. 50% vorbereiten. Grundsätzlich kann man nichts ausschließen. Aber wie wahrscheinlich ist dieses Szenario?

Fast wie eine Daumenregel fungiert die Beobachtung, dass immer dann die Wahrscheinlichkeit für einen herben Aktieneinbruch groß ist, wenn die Zinsstrukturkurve ausgesprochen flach ist und die Aktienvolatilität stark ansteigt. Eine hohe Volatilität spricht für Aufgeregtheit an den Finanzmärkten; eine flache Zinsstrukturkurve steht für einen erwarteten massiven Konjunkturabschwung, wobei die Renditestrukturkurve die Differenz zwischen den Renditen von Anleihen mit einer langen Laufzeit und denjenigen mit einer kurzen darstellt.

Das Schaubild zeigt den Zusammenhang. Es zeigt die Volatilität für US-Aktien und die US-Zinsstrukturkurve. Klar ist zu erkennen, dass Aktienschwankungsbreite bei Ausbruch der Dot-Com- bzw. der Finanzmarktkrise in 2000 bzw. 2007 jeweils sehr hoch und die Zinsstrukturkurve sehr flach waren (diese ist im Chart invers eingezeichnet: die hohen Werte sind unten und die niedrigen oben). Am aktuellen Rand ist jetzt wieder eine Verflachung der Zinsstrukturkurve auszumachen. Auch ist die Volatilität deutlich gestiegen. Wirklich vergleichbar mit der Situation in 2000 und 2007 ist die aktuelle Situation aber nicht wirklich, wenngleich die Entwicklung tendenziell in diese Richtung weist.

Konsequenz für die Anlageentscheidung
Gegen einen Crash spricht aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit für einen globalen Handelskrieg geringer geworden ist; auch die mögliche Annäherung zwischen den USA und Nordkorea ist positiv zu werten. Dagegen mehren sich die Anzeichen, dass der Konjunkturaufschwung, ausgehend vom Euroraum, sich allmählich abschwächt. Solange aber die Gewinnerwartungen weltweit eher nach oben als nach unten geschraubt werden, ist auch diese Entwicklung nicht beunruhigend.

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