Lombardkredit: Zinsgünstige Kurzfrist-Finanzierung für Wertpapieranleger



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Im Zusammenhang mit Wertpapiergeschäften ist zuweilen von so genannten „Lombardkrediten“ die Rede – ein Begriff, der vielen Verbrauchern kaum bekannt ist.


Was ist ein Lombardkredit?

Als Lombardkredite werden Kredite bezeichnet, die mit Pfändern – etwa in Form von Wertpapieren oder Edelmetallen – besichert werden. Entstanden ist der Begriff in Anlehnung an die italienische Region Lombardei, wo im Mittelalter erstmals in Europa Geld gegen die Hinterlegung eines Pfandes verliehen wurde.

Im Geschäft mit privaten Bankkunden sind heute vor allem Effekten-Lombardkredite gängig. Hierbei stellt der Kreditnehmer der Bank als Sicherheit seine im Wertpapierdepot befindlichen Aktien, Anleihen oder Fondsanteile zur Verfügung.

Allerdings entspricht die maximale Kreditsumme nicht in voller Höhe dem aktuellen Kurswert der Papiere, da die Bank im Regelfall bei deren Bewertung einen Sicherheitsabschlag vornimmt. Wie hoch dieser Abschlag ausfällt, hängt vom Kursrisiko der Wertpapiere ab. So werden ausländische Aktien meist nur zu 50 Prozent als Sicherheit anerkannt, bei inländischen Standardwerten steigt die Beleihungsgrenze oft auf 60 Prozent des Kurswertes. Anleihen von Emittenten mit guter Bonität können hingegen bis zu einer Höhe von 80 Prozent des Nennwertes als Sicherheit dienen.

Je nach Vertragsgestaltung werden Lombardkredite als Kredite mit fester Laufzeit oder – ähnlich wie der Dispokredit auf dem
Girokonto
– in Form eines Kreditrahmens angeboten. Vorteil im Vergleich zum Dispokredit ist der deutlich niedrigere Zinssatz, weil die Bank aufgrund der hinterlegten Sicherheiten mit geringeren Risikokosten kalkulieren kann.


Für welche Zwecke eignen sich Lombardkredite?

Der Lombardkreditrahmen wird ohne Verwendungszweckvorgabe eingeräumt – der Kauf weiterer Wertpapiere ist damit ebenso möglich wie die Finanzierung der nächsten Urlaubsreise oder des neues Autos.


Beispiel:

Ein leitender Angestellter erwartet in zwei Monaten eine bereits zugesagte Bonuszahlung in Höhe von 10.000. Das Geld möchte er heute schon für einen Autokauf verwenden, dabei jedoch einen Verkauf von Wertpapieren aus dem Depot vermeiden. Die Zwischenfinanzierung über einen Lombardkredit ist dann deutlich zinsgünstiger als die Inanspruchnahme des Dispokredites auf dem Girokonto. Darüber hinaus verbleiben die Wertpapiere im Depot, so dass keine Verluste dadurch entstehen, dass Papiere zunächst verkauft und kurze Zeit später zu einem womöglich höheren Kurs wieder neu gekauft werden müssen.



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