Marktkommentar: Ausmaß der US-Zinssenkungen entscheidend

XTB: Eine Mischung aus Erwartungen an eine dovische Fed sowie wiederbelebte Hoffnungen beim anhaltenden Handelsstreit zwischen den USA und China verhalf der Wall Street am Dienstag zu deutlich höheren Kursen. Erstere wurden durch die gestern von EZB-Präsident Mario Draghi signalisierte Handlungsbereitschaft bekräftigt. Eine Zinssenkung könnte laut drei Beamten der Zentralbank als erste geldpolitische Veränderung erfolgen, um die Inflation anzukurbeln.

“Die Markterwartungen für eine dovische Verlagerung sind fast universell, die einzige Frage scheint das Ausmaß zu sein”, sagte Blake Gwinn, Leiter der Front-End Rates bei NatWest Markets.

Sollte die Fed den hohen Erwartungen nicht nachkommen, könnte die Enttäuschung nach bereits viel eingepreistem Optimismus groß sein.

Bis Juli wird eine vollständige Zinssenkung erwartet, während die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Anpassung bis Dezember bei 60% liegt.

 


 

Des Weiteren sorgte US-Präsident Donald Trump für positive Nachrichten, nachdem er über ein „sehr gutes” Telefonat mit Chinas Präsident Xi Jinping berichtete. Trump twitterte über ein „erweitertes Treffen” bei dem nächste Woche im japanischen Osaka anstehenden G20-Gipfel. „Unsere jeweiligen Teams werden vor unserem Treffen Gespräche aufnehmen”, hieß es.

Der marktbreite S&P 500 nahm gestern mit einem Anstieg von fast 1% weiter Kurs auf sein Allzeithoch auf. Der Leitindex Dow Jones und der technologische NASDAQ outperformten mit Zuwächsen von jeweils knapp 1,4%. Die Märkte werden klar von Schlagzeilen getrieben, sodass abzuwarten bleibt, was die Fed heute Abend (Zinsentscheid, 20:00 Uhr und Pressekonferenz, 20:30 Uhr) präsentiert und wie das Trump-Xi-Treffen (28. Und 29. Juni) verläuft.

Weltweit scheinen große Zentralbanken ihre Geldpolitik zu lockern, sodass Devisenhändler gespannt auf die nächsten Ankündigungen warten. Bei USD-gebundenen Währungspaaren ist nach dem heutigen Update der Fed mit einer erhöhten Volatilität zu rechnen. Der EURUSD wurde gestern durch die dovischen Kommentare von Draghi zurückgeworfen und notiert im heutigen frühen Handel etwas unterhalb der 1,12er-Marke.

Seit Mitte April steckt das Paar in einer Konsolidierung zwischen 1,11 und 1,1320 fest, sodass heute ein Test der Ober- oder Unterseite erfolgen könnte.

GBPUSD versuchte sich gestern wiederum von den jüngsten Rückgängen zu erholen, nachdem das Paar nach gescheiterten Tests an der 1,2750er-Marke bis auf 1,2505 gefallen war. Am Mittwochmorgen notiert das Paar bei 1,2554.

 


 

Die Stimmung bei den deutschen institutionellen Anlegern verschlechterte sich im Juni deutlich. Der gestern veröffentlichte Index zu den Konjunkturerwartungen verfehlte mit einem Rückgang von -2,1 auf -21,1 Punkte deutlich die Erwartungen (-5,7 Punkte) und fiel auf den tiefsten Stand seit November 2018. Bis auf die 3,1 Punkte im April waren seit April 2018 ausschließlich Werte im negativen Bereich zu beobachten.

Anleger am deutschen Aktienmarkt ignorierten dieses Daten-Update und konzentrierten sich mehr auf die Kommentare von Draghi. Der DE30 wurde innerhalb eine Handelsspanne von 375 Punkten gehandelt und schloss nahe seines Tageshochs.

Mit den Zuwächsen konnten die Bullen den Kurs wieder in den Aufwärtstrendkanal der Rallye von 2019 bringen. Die Jahreshochs sind in Reichweite, wobei technisch gesehen Korrekturbedarf besteht.

 


 

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