MunichRe: Geschäft brummt – Dividende angehoben


Munich Re

hat 2015 trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit einem Konzernergebnis von 3,1 Mrd. € das sehr gute Vorjahresniveau von 3,2 Mrd. € fast wieder erreicht. Im 4. Quartal betrug der Gewinn nach vorläufigen Berechnungen 0,7 (Vorjahr: 0,7) Mrd. €. Am Erfolg des vergangenen Geschäftsjahres sollen die Aktionäre über eine deutlich höhere Dividende teilhaben: Vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats und der Hauptversammlung soll die Dividende auf 8,25 (7,75) € pro Aktie steigen.


Finanzvorstand Jörg Schneider sagte:

„Das Ergebnis 2015 ist angesichts des sehr anspruchsvollen Umfelds erfreulich. Auch wenn wir zufallsbedingt weniger Belastungen aus Großschäden zu verzeichnen hatten, so verdanken wir das gute Resultat vor allem unserer operativen Ertragsstärke und stocksoliden Bilanz.“ Im Ergebnis überlagerten sich verschiedene Sonderfaktoren, die per saldo positiv wirkten. Schneider verwies darauf, dass sich das Kapitalanlageergebnis trotz niedriger Zinsen und einer zunehmenden Volatilität an den Finanzmärkten erneut robust zeigte.

Das Niedrigzinsumfeld drückt die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen und sorgt für unverändert starken Wettbewerb auf dem Rückversicherungsmarkt. „Immerhin deutet sich durch die Leitzinserhöhung der US-Notenbank zum Jahresende eine allmähliche Zinswende an. Es wird aber – auch abhängig von geopolitischen Entwicklungen – noch lange dauern, bis sich das Zinsumfeld nur annähernd normalisieren wird“, so Schneider.

„Die nochmals kräftig erhöhte Dividende ist Ergebnis unseres Vertrauens in die nachhaltige Ertragskraft von Munich Re“, sagte Schneider. Zudem setzte Munich Re den

Aktienrückkauf

fort: Im Rahmen des seit der Hauptversammlung im April 2015 laufenden Aktienrückkaufprogramms wurden bisher Aktien im Wert von rund 800 Mio. € erworben, bis zur nächsten Hauptversammlung am 27. April 2016 sollen es insgesamt Aktien im Wert von 1 Mrd. € werden.


Wesentliche Entwicklungen im Geschäftsjahr 2015

  • Für die Vermögens- und Ertragsentwicklung der Gruppe waren 2015 folgende Entwicklungen ausschlaggebend, wobei sie nur teilweise ihren Niederschlag in den ausgewiesenen IFRS-Resultaten gefunden haben:
  • Hohe Volatilität an den Kapitalmärkten – MEAG mit besonders aktivem Asset Management
  • Zinsniveaus Ende 2015 in etwa auf dem Niveau von Ende 2014, mit etwas höheren Risikozuschlägen
  • Aktienkurse Ende 2015 in den USA auf Vorjahresniveau, in anderen Regionen überwiegend leicht gestiegen
  • Wertverluste des Euro gegenüber den meisten für Munich Re wichtigen Fremdwährungen
  • In der Rückversicherung niedrige Belastung durch Großschäden aus Naturkatastrophen, hohe Auflösungen bei Rückstellungen für Basisschäden früherer Jahre
  • Bei ERGO und bei Munich Health Belastungen aus nicht nachhaltigen Sonderfaktoren, u. a. aus der Abschreibung von Firmenwerten
  • Niedrige Steuerbelastung wegen Anpassungen für frühere Jahre



Zusammenfassung der vorläufigen Zahlen des Geschäftsjahres 2015

Die Gruppe erzielte 2015 ein sehr erfreuliches operatives Ergebnis von 4,8 (4,0) Mrd. €, davon 1,4 (0,7) Mrd. € im 4. Quartal. Währungseinflüsse wirkten sich 2015 erneut auf das sonstige nicht operative Ergebnis mit -0,2 (-0,1) Mrd. € negativ aus; im 4. Quartal positiv mit 0,1 Mrd. €. Das Konzernergebnis der Gruppe war wie in den Vorjahren durch gegenläufig wirkende Effekte geprägt: In Summe belastend wirkten die Wertentwicklung der derivativen Finanzinstrumente und negative Währungseinflüsse sowie Goodwill-Abschreibungen im Geschäftsfeld ERGO. Dem stand insbesondere das sehr gute Ergebnis in der Schaden- und Unfallrückversicherung gegenüber.

Auch eine vergleichsweise niedrige Steuerbelastung aufgrund von Anpassungen für frühere Jahre wirkte sich positiv aus. Das Eigenkapital stieg 2015 um rund 0,7 Mrd. € auf 31,0 Mrd. € (31.12.2014: 30,3 Mrd. €); davon allein im 4. Quartal um mehr als 0,9 Mrd. €. Erfreulich war erneut die risikoadjustierte Eigenkapitalrendite (Return on Risk adjusted Capital, RoRaC), die zentrale Erfolgsgröße für die Ertragskraft gemessen am Risikokapitalbedarf: Sie lag bei 11,5 (13,2) %, die Rendite auf das gesamte Eigenkapital (RoE) bei 10,0 (11,3) %. Im 4. Quartal wurde ein annualisierter RoRaC von 10,8 (12,2) % und ein RoE von 9,6 (9,8) % erzielt. Die gebuchten Bruttobeiträge der Gruppe stiegen aufgrund von Währungseinflüssen im Geschäftsjahr 2015 auf 50,4 (48,8) Mrd. €.


Überdurchschnittliche Renditen

Der Bestand an Kapitalanlagen (ohne Kapitalanlagen mit Versicherungsbezug) fiel zum 31.12.2015 im Vergleich zum Jahresende 2014 zu Buchwerten auf 215,1 (218,9) Mrd. € (zu Marktwerten: 230,5 Mrd. €; Vorjahreswert: 235,8 Mrd. €). Das Kapitalanlageergebnis der Gruppe (ohne Kapitalanlagen mit Versicherungsbezug) fiel auf 7,5 (8,0) Mrd. €. Wertveränderungen von Derivaten wirkten sich im Gesamtjahr mit -1,2 Mrd. € negativ aus, im 4. Quartal ebenfalls negativ mit -0,2 Mrd. €.

Bei den Zu-/Abschreibungen auf nichtderivative Kapitalanlagen verzeichnete Munich Re im Gesamtjahr per saldo Abschreibungen von -0,8 (-0,2) Mrd. €, (4. Quartal: -0,1 Mrd. €). Der Saldo von Veräußerungsgewinnen und -verlusten ohne Derivate war hingegen mit 2,7 Mrd. € positiv (4. Quartal: +0,4 Mrd. €). Das Kapitalanlageergebnis entspricht insgesamt einer – angesichts des Kapitalmarktumfelds – eher hohen Rendite von 3,2 %, bezogen auf den durchschnittlichen Marktwert des Portfolios.


Rückversicherung: Ergebnis von 3,3 Mrd. €

Das Geschäftsfeld Rückversicherung steuerte zum Konzernergebnis beachtliche 3,3 (2,9) Mrd. € bei. Das operative Ergebnis stieg um 0,9 Mrd. € auf 4,1 Mrd. €. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen auf 28,2 (26,8) Mrd. €. Die Wechselkursentwicklung des Euro gegenüber anderen Währungen beeinflusste die Beitragsentwicklung (+5,4 %) deutlich. Das Lebens-Rückversicherungsgeschäft trug zum Konzernergebnis 0,3 (0,4) Mrd. € bei. Das versicherungstechnische Ergebnis lag mit 0,34 (0,28) Mrd. € etwas unter den angestrebten 0,4 Mrd. €; im 4. Quartal waren es 0,09 (0,01) Mrd. €. Negativ wirkten sich zwei Todesfälle aus, bei denen Munich Re jeweils einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag auszahlte. In den USA und Australien entwickelte sich das Geschäft nach der Ergebnisbelastung im Vorjahr in 2015 weitgehend wie erwartet.


Hevorragende Ergebnisse erzielt

Die Schaden- und Unfallrückversicherung erzielte im Gesamtjahr einen erneut herausragenden Ergebnisbeitrag von 2,9 (2,5) Mrd. €. Die Schaden-Kosten-Quote lag über das gesamte Jahr bei exzellenten 89,7 (92,7) % der verdienten Nettobeiträge, im 4. Quartal betrug sie nur 78,6 (91,2) %. Die Schadenmeldungen für die sogenannten Basisschäden lagen insgesamt weiterhin spürbar unter dem erwarteten Niveau. Für das Gesamtjahr konnte Munich Re Schadenrückstellungen in Höhe von 1,4 Mrd. € auflösen; dies entspricht 8,2 %-Punkten der Schaden-Kosten-Quote.

Im 4. Quartal waren es 0,9 Mrd. €, das sind 20,9 %-Punkte der Schaden-Kosten-Quote. Munich Re strebt auch weiterhin an, Rückstellungen für neu auftretende Schäden insgesamt am oberen Rand angemessener Einschätzungsspielräume festzusetzen, so dass spätere Gewinne aus der Auflösung eines Teils dieser Rückstellungen möglich sind.


Großschäden im normalen Rahmen

Die Gesamtbelastung aus Großschäden betrug 2015 -1,0 (-1,2) Mrd. €, davon fielen -0,2 (-0,2) Mrd. € im 4. Quartal an. Dabei waren die Nachreservierungen etwas geringer als die Abwicklungsgewinne für Großschäden aus vergangenen Jahren. Bezogen auf die verdienten Nettobeiträge lagen die Großschäden mit 6,2 (7,2) % unter der durchschnittlich erwarteten Quote von 12 %, für das 4. Quartal waren es 4,7 (6,1) %. Die Schäden aus Naturkatastrophen belasteten das Gesamtjahr mit -149 (-538) Mio. €; davon entfielen 0 (-111) Mio. € auf das 4. Quartal. Starke Regenfälle im Norden Chiles, die erhebliche Überschwemmungen verursachten, waren mit -47 Mio. € das größte Naturkatastrophen-Schadenereignis des Jahres.

Ein schweres Erdbeben vor der Küste von Chile belastete mit -45 Mio. €. Die von Menschen verursachten Großschäden lagen mit -897 (-625) Mio. € über dem Vorjahreswert. Sie machten bezogen auf die verdienten Nettobeiträge 5,3 (3,9) % aus. Die Explosionskatastrophe im Hafen von Tianjin in China (-175 Mio. €) und ein Dammbruch in Brasilien (-156 Mio. €) sind die mit Abstand größten Einzelschäden des Jahres.


Hinweis der Redaktion:

Munich Re Insidertrades

 

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